Titel wie "Cinema" oder TV Spielfilm sind
es, welche unter den Filmfans bekannt sind und die in der
Verlagsgruppe Milchstraße erscheinen. Nun wurde eben dieser
Verlag vom bisherigen Konkurrenten, dem Burda-Verlag
aufgekauft. Manthey, der Gründer von "Cinema",
befürchtet längerfristig die Zerschlagung der Verlagsgruppe,
da ähnliche Redaktionsstrukturen bei Burda bereits
existieren. Der harte Konkurrenzkampf in der Print-Branche
lässt die Konzernchefs immer häufiger auf die berühmten
Synergie-Effekte setzen, welche oft eine nettere Umschreibung
für Entlassungen sind.
Die verheerenden Flutwellen haben eine Katastrophe
unvorstellbaren Ausmaßes ausgelöst, vor allem für die
Bevölkerung der betroffenen Küstenregionen Südostasiens.
Doch auch die Befürchtungen, dass viele ausländische
Touristen unter den Opfern sind, konkretisieren sich
stündlich. Darunter auch zahlreiche Vertreter der
Medienindustrie. So ist die Familie von Regisseur und
Schauspieler Richard Attenborough (Gandhi etc.) betroffen.
Seine Enkeltochter Lucy, 14 ist ertrunken, seine Tochter und
ihre Schwiegermutter werden in Phuket vermisst. Auch Designer
Nate Berkus, der an US-Shows mitwirkte, wurde in Sri Lanka
Opfer der Wassermassen.
Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Zuschauerzahlen
um 10% erhöht und werden auf voraussichtlich 192 Millionen
verkaufte Eintrittskarten geschätzt. Wenn man dann noch
Frankreichs Quotenregelung berücksichtigt, kann es nur ein
hervorragendes Jahr für die französische Filmindustrie
gewesen sein.
Der Film mit Stars wie Joseph Fiennes, Kristin Scott
Thomas, Iain Glen, Hugh Bonneville und Flora Montgomery, soll
die 55 ten internationalen Filmfestspiele im kommenden Februar
eröffnen. Der Film basiert auf dem Buch von William Boyd und
taucht ein in die Welt von Wissenschaftlern im 19. Jahrhundert
auf der Suche nach der Schnittstelle zwischen Affe und Mensch.
Die Anklage wegen Vergewaltigung und Körperverletzung
gegen den 34 jährigen TV-Moderator Andreas Türck wurde, so
ein Gerichtssprecher, in vollem Umfang zugelassen. Vorgeworfen
wird ihm nach einem Diskothekenbesuch am 25. August 2002 in
Frankfurt seine damalige Begleiterin auf einer Brücke zum
Oralverkehr gezwungen zu haben. Außerdem habe er die junge
Frau, die er Ermittlungen zufolge am selbigen Abend erst
kennen gelernt hat, mindestens einmal mit ihrem Kopf an das
Brückengeländer geschlagen. Andreas Türck bestreitet die
Vorwürfe. Der Prozess wird voraussichtlich im Mai 2005
beginnen können, nachdem die 27. Strafkammer die Anlage zur
Hauptverhandlung zugelassen hat. Nun drohen dem TV-Moderator
im Falle einer Verurteilung eine Mindeststrafe von 2 Jahren
Haft.
Die von Verteidiger Rainer Hamm eingereichte Revision
wegen "unfairen Prozesses" wurde vom BGH Karlsruhe
abgelehnt. Dadurch sind die Brüder Haffa vorbestraft. Sie
rechneten mit einer Verurteilung wegen einer
Ordnungswidrigkeit, wie ihnen außerhalb der Verhandlungen von
der Richterin mitgeteilt wurde. Es erfolgte aber eine
Verurteilung wegen einer Straftat - zur Überraschung für die
Angeklagten. Für die Aussagen außerhalb der
Gerichtsverhandlung bestehe aber kein Vertrauensschutz, so
Richter Nack. Die Brüder wurden zu Geldstrafen in Höhe von
1,2 Mio. Euro bzw. 240.000 Euro verurteilt.
Eine Aufhebung des Urteils fordern die Verteidiger der
ehemaligen Börsen-Stars Thomas und Florian Haffa. Angefochten
wird, dass das Landesgericht München den Grundsatz des fairen
Verfahrens verletzt hat. Es fand keine Verurteilung wegen
einer Ordnungswidrigkeit statt, worüber Kläger und
Angeklagter sich im Vorfeld geeinigt haben, sondern eine
Verurteilung aufgrund einer begangenen Straftat.
Die Firmengründer der Medienfirma EM.TV hatten im August 2000
wissentlich zu hohe Umsätze veröffentlicht, um den Verlauf
Ihrer Aktienkurve positiv zu beeinflussen. Als Verstoß gegen
das Aktiengesetz hatte das Gericht die beiden Haffa-Brüder
für schuldig befunden. Die Börsen-Könige haben eine
Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Der Paragraf 400
des Aktiengesetzes, auf den sich das Urteil stützt, wird von
der Verteidigung nicht als zutreffend eingeschätzt. Nach der
Aussage des Düsseldorfer Anwaltes Sven Thomas seien in der
fraglichen Mitteilung nur Zahlen, die über Gewinn oder
Verlust etwas aussagen, enthalten gewesen. Doch diese Angaben
haben mit dem Vermögen nichts zu tun. Der 1. BGH-Strafsenat
sprach deutlich seine Zweifel aus.
Eine Aufhebung des Urteils fordern die Verteidiger der
ehemaligen Börsen-Stars Thomas und Florian Haffa. Angefochten
wird, dass das Landesgericht München den Grundsatz des fairen
Verfahrens verletzt hat. Es fand keine Verurteilung wegen
einer Ordnungswidrigkeit statt, worüber Kläger und
Angeklagter sich im Vorfeld geeinigt haben, sondern eine
Verurteilung aufgrund einer begangenen Straftat.
Die Firmengründer der Medienfirma EM.TV hatten im August 2000
wissentlich zu hohe Umsätze veröffentlicht, um den Verlauf
Ihrer Aktienkurve positiv zu beeinflussen. Als Verstoß gegen
das Aktiengesetz hatte das Gericht die beiden Haffa-Brüder
für schuldig befunden. Die Börsen-Könige haben eine
Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Der Paragraf 400
des Aktiengesetzes, auf den sich das Urteil stützt, wird von
der Verteidigung nicht als zutreffend eingeschätzt. Nach der
Aussage des Düsseldorfer Anwaltes Sven Thomas seien in der
fraglichen Mitteilung nur Zahlen, die über Gewinn oder
Verlust etwas aussagen, enthalten gewesen. Doch diese Angaben
haben mit dem Vermögen nichts zu tun. Der 1. BGH-Strafsenat
sprach deutlich seine Zweifel aus.
Die Zeit der großen Preisverleihungen rückt näher.
Nun wurden die Nominierungen für den Golden Globe bekannt
gegeben. Ganz vorne liegen die Filme "Sideways"
(Komödie, Alexander Payne) mit sieben und "Aviator"
(Drama, Martin Scorsese) mit sechs Nominierungen. "Aviator"
bekommt in der Kategorie "Bestes Drama" Konkurrenz
von ebenfalls gut besetzten Filmen wie "Hautnah" mit
Julia Roberts, "Wenn Träume fliegen" mit Johnny
Depp, "Kinsley" mit Liam Neeson, "Million
Dollar Baby" mit Clint Eastwood und das Völkermorddrama
"Hotel Rwanda" von Terry George.
Auch in der Kategorie "Komödie/Musical" wird es
neben "Sideways" spannend. "Die
Unglaublichen" begeisterten bereits ein großes Publikum,
ebenfalls die Ray-Charles Verfilmung "Ray" mit Jamie
Foxx, "Andrew Lloyd Webbers Das Phantom der Oper"
mit Joel Schumacher als Regisseur und "Vergiss mein
nicht" mit Jim Carrey.
Um den besten ausländischen Film kämpfen "Die Kinder
des Monsieur Mathieu" und "Mathilde - Eine große
Liebe" aus Frankreich, "House of Flying Daggers"
aus China, "Die Reise des jungen Che" aus Brasilien
und "Mar adrento" aus Spanien. "Der
Untergang" erhielt keine Nominierung.
Auch bekannte Schauspieler wurden reichlich nominiert: Jamie
Foxx , Leonardo DiCaprio, Liam Neeson, Javier Bardem, Uma
Thurman, Hillary Swank, Nicole Kidman, Annette Benning, Kate
Winslet, Renée Zellweger, Kevon Spacey, Jim Carrey und Kevine
Kley.
Fatih Akin erhielt in Barcelona den Europäischen
Filmpreis für sein Drama "Gegen die Wand". Damit
ging zum zweiten mal in Folge die begehrte Trophäe an einen
deutschen Film. (Vorjahr: "Goodbye Lenin") Zugleich
ging auch der Publikumspreis für die beste Regie an Akin.
Daniel Brühl wurde für seine Rolle in "Was nützt die
Liebe in Gedanken" mit dem Publikumspreis als bester
europäischer Darsteller ausgezeichnet. Zum besten Regisseur
des Jahres wurde der Spanier Alejandro Amenábar für "Mar
Dentro", als bester europäischer Kameramann Eduardo
Serra "Das Mädchen mit dem Perlen-Ohrring" ernannt.
Als besten außereuropäischen Film zeichnete die europäische
Film-Akademie "2046", von Wong Kar-Wai aus.
In diesem Monat steht die 100 000. FSK Prüfung an,
was Anlaß dazu gibt in Wiesbaden diesen Akt zu zelebrieren.
Unter anderem wird Doris Ahnen, die für Jugendschutz
zuständige Ministerin für Bildung, Frauen und Jugend
Rheinland-Pfalz, ein Grußwort sprechen. Geladen sind
Persönlichkeiten aus der Film- und Videobranche, der Politik
sowie befreundete Institutionen und die Presse. Im Anschluss
findet ein Empfang statt. Seit 1949 werden unabhängigen
Gremien Filme zur Prüfung vorgelegt, welche ( fast ) jeden
Film kennzeichnen, der in Deutschland in die Kinos kommt, seit
Mitte der achtziger Jahre auch Videos. Bis zu drei Spielfilme
täglich werden von ehrenamtlich tätigen und unabhängigen
Prüferinnen und Prüfern gesichtet, diskutiert und mit einem
FSK Alterskennzeichen versehen. Die FSK ist eine sogenannte
regulierte Selbstkontrolle, gesetzliche Grundlage ist das
Jugendschutzgesetz (JuSchG).
Die BBC muss sich darum bemühen, ihren
Produktionsstandard zu halten. Zur Zeit finden starke
Umstrukturierungen statt wie auch der Umzug der Sport- und
Kinderabteilungen nach Manchester. Auf die Kürzungen im
Budget reagierten nicht nur die Mitarbeiter sondern auch das
Publikum kritisch. Es seinen fast alle intelligenten Formate
gestrichen worden. Daher möchte Mark Thompson, der neue
Generaldirektor von BBC, die Umwälzungen möglichst zügig
hinter sich bringen. Denn im Jahr 2006 steht die Erneuerung
der Charter an, in der die Verteilung der Rundfunkgebühren
für die nächsten zehn Jahre festgelegt wird. Momentan
erhält die BBC als einzige Anstalt Rundfunkgebühren.
Thompson möchte sicherstellen, dass die Gebühren auch
vernünftig ausgegeben werden. Stellenkürzungen sind dafür
unumgänglich. Ungefähr 2.900 von den insgesamt 27.600
Arbeitsplätzen sind betroffen. Meldungen über den Abbau von
14.000 Stellen erwiesen sich als Gerücht. Trotzdem sind die
Mitarbeiter beunruhigt, die Stimmung ist gedämpft. In den
nächsten drei Jahren sollen 320 Millionen Pfund eingespart
werden.
Maria Perschy, die als erfolgreichste österreichische
Schauspielerin der sechziger Jahre galt, ist im Alter von 66
Jahren gestorben. Sie hat äußerst vielseitig in Komödien,
Horrorfilmen, Dramas und Kriegsfilmen mitgespielt. Richtig
bekannt wurde sie in Hollywood durch Filme wie "Mister
Dynamit - Morgen küsst euch der Tod" oder "Ein
Goldfisch an der Leine". Im österreichischen Eisenstadt
am 23. September 1938 geboren, erlag Maria Perschy 66-jährig
am Freitag einem Krebsleiden. Die Schauspielerin war zwei Mal
verheiratet und hinterlässt nun eine Tochter im Alter von 37
Jahren. Maria Perschy war in Komödien wie "Dr. med.
Fabian - Lachen ist die beste Medizin" (1969) zu sehen,
aber auch in Horror-Filmen ("Die Folterkammer des Dr. Fu
Man Chu", 1969) und Kriegsdramen ("The Password is
Courage", 1962) besetzte sie Rollen.
Zur Zeit arbeiten einige Programmdirektoren und
Chefredakteure aus großen ARD-Häusern an einem neuen
Abendangebot. Es geht hauptsachlich um die Vorverlegung der
Tagesthemen von 22.30 auf 22.15 Uhr. Anne Will und Ulrich
Wickert sollen eine Viertelstunde früher erscheinen und damit
näher an das heute-journal, das um 21.45 Uhr im ZDF beginnt,
rücken. Nach internen ARD Umfragen empfinden die meisten
Zuschauer den Start der Newsshow als verspätet. Ein Anzeichen
dafür sind die zurückgehenden Marktanteile. Die
nachfolgenden Entertainment Shows verschöben sich aufgrund
des Tagesthemen-Transfers auf 22.45 Uhr. Die Zeit zwischen
Tagesschau und Tagesthemen müsse auch neu geplant werden, da
sie sich um 15 Minuten verkürzt. Deswegen gibt es jetzt in
der ARD die Idee, politische Magazine wie Panorama um eine
Viertelstunde auf 30 Minuten zu kürzen. Über das
Freitagsformat "exclusiv" wurde ebenfalls
diskutiert. Es bleibt vorerst erhalten, zusätzlich soll aber
auf jeden Fall ein neues Reportermagazin entstehen, ähnlich
zum "ZDF.reporter". Der Grund dafür ist, dass die
Sendung sehr erfolgreich läuft und in Sitzungen oft als
Vorbild genannt wird.
Das ZDF hat vor nur noch die Hälfte für die
Übertragung der kommenden UEFA-Cup-Spiele zu zahlen. Nachdem
die ARD komplett aussteigt, will das ZDF die
Übertragungspreise für UEFA-Pokal-Spiele um ca. 50 Prozent
drücken. Im Schnitt will der Mainzer Sender für die Spiele
bis zum Viertelfinale nur noch die Hälfte zahlen. Laut
Nikolaus Brender dem ZDF-Chefredakteur, müsse man mit den
Gebührenmitteln der Zuschauer vernünftig umgehen. Um die
neue Harald-Schmidt Show zu finanzieren, hat die ARD
beschlossen zum Ende der Saison aus dem UEFA-Vertrag
auszusteigen. Dies führte nach Bekanntgabe zu großem Unmut
bei den Bundesliga-Klubs. Laut "SZ" hatten sich ARD
und ZDF im Vertrag mit der Agentur Sportfive dazu
verpflichtet, zahlreiche Spiele bis zum Ende der Saison zu
kaufen und zu übertragen. Die Auswahl der Spiele, die das ZDF
haben könne, sowie auch die Preise müssen nach Brender
künftig deutlich flexibler von Sportfive angeboten werden.
Diese Strategie stößt in Stuttgart auf großes Missfallen.
"Mir fehlt dafür das Verständnis, weil der UEFA-Cup
nach wie vor ein attraktiver Wettbewerb ist, mit ausverkauften
Stadien bei uns und in Schalke", sagte VfB-Finanzvorstand
Ulrich Ruf der "SZ". Das private Deutsche Sport
Fernsehnen wolle nach dem Ausstieg der ARD zwar öfter von den
UEFA-Spielen senden, will aber auch kein finanzielles Risiko
eingehen. Viel Geld wird für die UEFA-Cup teilnehmenden
Vereine somit nicht zu erwarten sein.
Den Meisten ist er aus der US-Serie Law & Order
bekannt, vielen auch vom Broadway, wo Orbach drei Jahrzehnte
lang erfolgreich wirkte. Diverse Kinofilme hat er in
Nebenrollen bereichert, so etwa "Prince of the
City," "F/X," "Verbrechen und andere
Kleinigkeiten" oder "Mr. Saturday Night." Er
starb 69 jährig an Krebs.
Sein Versuch im deutschen Sportfernsehen als
Talkmaster zu punkten, wurde nach 15 Versuchen ab sofort
eingestellt. Die Zuschauer haben die Sendung abgelehnt.
Kaum zwei Monate nach dem Tod von Marlon Brando wird
er von seiner früheren Geschäftsführerin wegen sexueller
Nötigung verklagt. Sie ist nicht die Einzige, die Forderungen
stellt: Eine alte Freundin, die beim Salatwaschen ihren
Diamantring in seiner Küchenspüle verloren hatte, verlangt
Ersatz für das edle Stück, seine ehemalige Haushälterin das
Auto und ein Haus in Los Angeles. Und dann wäre da noch eine
Fluggesellschaft, deren Flüge zu seinem
Südsee-Ruhesitz (für 500.000 Dollar) er nicht bezahlt
haben soll.
Das Jahr 2004 verspricht ein gutes zu werden;
jedenfalls für die Moral und die Wirtschaft des deutschen
Films. Nach einem eher ernüchternden Jahr 2003 stiegen die
Besucherzahlen bisherigen Analysen zufolge um satte 12
Prozent. Deutsche Filme waren mit 20,7 Prozent Marktanteil
daran maßgeblich beteiligt. Bullys "(T)Raumschiff
Surprise" konnte 9,2 Mio. Zuschauer in die Kinos
schleusen, "7 Zwerge - Männer allein im Wald" 6,2
Mio., "Der Untergang" 4,2 Mio. Es entstanden
preisgekrönte Filme wie "Gegen die Wand" oder
"Die fetten Jahre sind vorbei" und zahlreiche
weitere Produktionen, die auch international Anklang gefunden
haben. Sogar die Kinderfilme "Bibi Blocksberg und das
Geheimnis der blauen Eule", "Lauras Stern" und
"Das Sams in Gefahr" konnten ihre Zielgruppe
begeistern und knackten allesamt die
Einmillionenzuschauermarke.
Da kommt in der Branche gute Stimmung auf, der Glaube an den
deutschen Film bekommt Aufwind. Hoffen wir, dass der Trend
sich fortsetzt.
Jim Carrey der in London seinen neuen Film "Lemony
Snicket´s Rätselhafte Begegnungen" präsentiert hat,
musste aus seinem Hotel fliehen weil ein Feuer ausgebrochen
war. Dieser Vorfall hat Ähnlichkeiten mit seinem
vorgestellten Film in dem es ebenfalls um einen Hausbrand
geht. Carrey erklärte Reuters Television am Donnerstag:"
In dem Film geht es um Feuer und Ausnahmezustände. Als ich
aufgestanden bin um eine Pressekonferenz zu geben, brannte
plötzlich mein Haus nieder und ich stand auf dem Balkon wie
ein Maid die mit sehr hoher Stimme schreit."
"Niemand rettete mich, keiner kam mir zu Hilfe und ich
musste meinen eigenen Weg nach draußen finden." Aber
Carrey war nicht der Einzige der von dem Feuer, das
anscheinend in der Küche ausbrach , betroffen war. Brad Pitt
und Matt Damon mussten ihre Pressekonferenz für den Film
"Ocean´s Twelve", die in dem gleichen Gebäude
stattfand, ebenfalls unterbrechen. Aber niemand wurde in dem
Feuer verletzt.
Am Sonnabend ist einer der besten Theaterregisseure
seiner Zeit Peter Palitzsch im Alter von 86 Jahren an
Lungenversagen gestorben. Er arbeitete in Ost-Berlin bei
Bertolt Brecht, später ging er in den Westen und wurde neben
Peter Zadek und Rudolf Noelte einer der bedeutendsten
Regisseure der Nachkriegszeit. Der Theatermacher wurde am 11.
September 1918 im schlesischen Deutmannsdorf geboren. Seine
Karriere hatte an der Volksbühne Dresden angefangen. Er wurde
später von Bertholt Brecht zum Assistenten und Dramaturg an
das neu gegründete Berliner Ensemble eingeladen. Er hat mit
Manfred Wekwerth als Co-Regisseur gearbeitet und inszenierte
Brechts "Arturo Ui" mit Ekkehard Schall und
"Frau Flinz" mit Helene Weigel. Doch 1961 verließ
Palitzsch das Berliner Ensemble. Er war als Gastregisseur
tätig und wurde später Schauspielintendant am Staatstheater
Stuttgart und später Mitglied im Schauspieldirektorium
Frankfurt am Main. Nach der Wiedervereinigung kehrte der
Regisseur nach Berlin zurück, um von 1992 bis 2000 erneut
Mitglied des Berliner Ensembles zu werden. Peter Palitzsch hat
die deutschsprachige Theaterbühne mit seiner Kunst stark
geprägt und wurde zu einem wahrhaft großen Regisseur des
deutschen Theaters.
Einer der erfolgreichsten französischen Produzenten
ist am 15. Dezember im Alter von 64 Jahren gestorben. Er
produzierte Filme wie "Cyrano von Bergerac",
"Die Verlobung des Monsieur Hire", "Tango
mortale", "Abendanzug", "Der Husar auf dem
Dach" und viele andere. Er galt als Verfechter der Kultur
des französischen Kinos und als Mann, der immer ganz für
seinen Beruf lebte. Auch in Amerika machte er sich einen Namen
in Zusammenarbeit mit Independent-Produktionen. Sein
aktuellster Film "Les Yeux clairs" befindet sich
zurzeit in der Postproduktion.
Die südkalifornische Polizei hat im Kampf gegen
Raubkopierer in fünf Kopierstationen illegale CDs und DVDs im
Wert von 200 Mio. Dollar sichergestellt. Eine derart
umfangreiche Aktion ist den Behörden bisher nicht gelungen.
Auch Equipment zur illegalen Vervielfältigung konnte
beschlagnahmt werden. Festgenommen wurde niemand, gegen
Verdächtige wird jedoch ermittelt. Um diesen Coup zu landen
hatte die Polizei eine sechsmonatige Ermittlungsphase mit 65
Detectives der California High Tech Task Force zu bewältigen.
Die Kopierstätten fanden sich in offiziellen Firmen, nicht
als illegale Vervielfältiger zu erkennen. Die MPAA und RIAA
standen der Aktion zur Seite.
Die MPAA startet in eine neue Phase. Sie will über
100 Server, die an sogenannten Torrent-Tauschbörsen
teilhaben, mit einer Prozesslawine bombardieren. Die Betreiber
könnten die Inhalte ihrer Server kontrollieren und die
Verteilung illegaler Inhalte verhindern - ebenso wie sie oft
pornographischen Content nicht zulassen. Die Aktion ist
umstritten, da sie nicht als Langzeitlösung angesehen wird.
Betroffen sind Server in den USA, Großbritannien, Finnland
und den Niederlanden. Die MPAA möchte damit das Zeichen
setzen, dass diejenigen, die die Verteilung illegaler Inhalte
zulassen, gefunden und dafür haftbar gemacht werden können.
Die MPAA startet in eine neue Phase. Sie will über
100 Server, die an sogenannten Torrent-Tauschbörsen
teilhaben, mit einer Prozesslawine bombardieren. Die Betreiber
könnten die Inhalte ihrer Server kontrollieren und die
Verteilung illegaler Inhalte verhindern - ebenso wie sie oft
pornographischen Content nicht zulassen. Die Aktion ist
umstritten, da sie nicht als Langzeitlösung angesehen wird.
Betroffen sind Server in den USA, Großbritannien, Finnland
und den Niederlanden. Die MPAA möchte damit das Zeichen
setzen, dass diejenigen, die die Verteilung illegaler Inhalte
zulassen, gefunden und dafür haftbar gemacht werden können.
Als zweiter öffentlich-rechtlicher Fernsehsender
möchte das ZDF in Zukunft auch mehr junge Leute ansprechen.
Momentan fokussiert der Sender eher Zuschauer mit einem Alter
von über 50 Jahren. Das sei nicht gewollt, so der
Unterhaltungschef des ZDF Manfred Teubner. Ein wichtiger Zug
in der Umstrukturierung wird die Reduzierung der
Volksmusiksparte sein. Zumindest müsse das Format etwas mehr
Event-Charakter bekommen und seltener, dafür aber zur
Prime-Time gesendet werden. Insgesamt strebt das ZDF ein
jüngeres dynamischeres Image an. Alte Moderatoren wie Dieter
Thomas Heck oder Carolin Reiber sollen nach wie vor die
angestammte Zielgruppe versorgen. Doch der Sender möchte sich
in Zukunft hauptsächlich auf die Erfolgsträger Thomas
Gottschalk, Johannes B. Kerner und Carmen Nebel konzentrieren.
Außerdem sollen gute Reality-Formate verstärkt produziert
werden. Das Flaggschiff "Wetten, dass…?" mit
Thomas Gottschalk bleibt natürlich erhalten. Eventuell
erhält Gottschalk wieder einen Sendeplatz für seine einst
sehr erfolgreiche Late-Night-Show.
Premiere wird bei der Fußball-WM 2006 der einzige
deutsche Fernsehsender sein, der alle 64 Spiele live
übertragen wird. Mit der Schweizer Sportrechte-Agentur
Infront hat der kostenpflichtige Sender eine entsprechende
Vereinbarung bekannt gegeben. Bei den öffentlich-rechtlichen
Sendern ARD und ZDF werden mindestens 48 Spiele zu sehen sein,
darunter natürlich alle deutschen Spiele. Alle Spiele sollen
auch im hochauflösenden Fernsehformat HDTV zu sehen sein,
denn Premiere will alle Möglichkeiten des digitalen
Fernsehens nutzen. Außerdem will der Sender einen eigenen
24-Stunden-WM-Kanal einrichten der permanent Berichte und
Analysen zur WM überträgt. Premiere-Chef Georg Kofler zeigte
sich "stolz darauf, dass Premiere die WM in Deutschland
als einziger TV-Sender komplett live übertragen darf."
Über die Höhe der Kosten für die Übertragungsrechte machte
Premiere keine Angaben.
Disney hat angekündigt die Blu-ray Disc zu
unterstützen. Seit einiger Zeit liefern sich die HD-DVD von
Toshiba, NEC und Sanyo und die Blu-ray Disc von Sony den Kampf
um die Nachfolge der DVD. Die Blu-ray Disc kann höhere
Kapazitäten vorweisen, nämlich 25 GB als Single-Layer und 50
GB als Dual-Layer. Die HD-DVD schafft 15 GB bzw. 30 GB. Auch
beim Support der Hersteller hat die Blu-ray Disc die Nase
vorn. HD-DVD-Befürworter argumentieren, dass derart hohe
Kapazitäten gar nicht nötig wären. Wenn es um die Sicherung
von Hollywood-Inhalten geht, kann die HD-DVD bereits 50%
vorweisen, die Blu-ray Disc erst 35%. Die HD-DVD lässt sich
außerdem mit herkömmlichen Methoden (wie DVD) produzieren,
während das Herstellungsverfahren für die Blu-ray Disc
aufwändiger ist. Das bringt wiederum den Vorteil des besseren
Kopierschutzes für die Sony-Lösung mit. So bleiben die
beiden Lager relativ gleichstark. Die Formate sollen Ende 2005
auf den Markt kommen. Die Studios sind aber hinsichtlich einer
Einigung über die Formate zuversichtlich gestimmt.
Der Medienfonds als Finanzierungsquelle für Filme
kann die Anleger im Endjahresgeschäft 2004 nicht überzeugen.
Die Platzierungssummen bleiben teilweise stark hinter den
Erwartungen zurück. So hat der Anbieter DCM seinen Fonds
"IMF 4" sogar jüngst vom Markt genommen und die
Anleger eins zu eins wieder ausbezahlt. Im letzten Jahr waren
Medienfonds sehr beliebt, aber die nachträgliche Aberkennung
der Steuervorteile bei manchen Fonds hat die Anleger
verunsichert. Nun sind auch aktuelle Modelle von diesem
Misstrauen betroffen. Anleger, die an Steuervorteilen
interessiert sind wie sie eigentlich bei Medienfonds genutzt
werden können, investieren lieber in andere Fondsvarianten -
z. B. in Schiffe - deren steuerliche Vorteile gesichert sind.
Erfahrungsgemäß steigern sich die Platzierungszahlen bis
Ende des Jahres zwar noch gewaltig, der Anteil der Medienfonds
scheint aber zu sinken. Allerdings sollte man bedenken, dass
der allergrößte Teil der Filmfondsfinanzierungen nach
Hollywood abwandert. German Film Production liegt als deutsche
Produktionsfirma mit seinem vergleichsweise kleinen Volumen in
der Platzierung relativ weit vorne.
Bei der Verleihung der Annie-Awards konnte Pixar mit
seinem aktuellsten Kinoerfolg "Die Unglaublichen"
(OT: The Incredibles) 14 Kategorien für sich beanspruchen,
darunter "Best Animated Feature". Auf Platz zwei
landeten "Shrek 2" und "Shark Tale"
(Große Haie - Kleine Fische) von DreamWorks mit je 7 Annies.
Die Preise werden von der ASIFA-Hollywood und der
International Animated Film Society organisiert. Die insgesamt
21 Kategorien reichen von "Production Design" über
"Character Animation" bis zu "Effects
Animation" und werden auch mehrfach vergeben.
Weitere Gewinner der Kategorie "Best Animated
Feature" waren "Ghost in the Shell 2: Innocence"
(DreamWorks Animation und Go Fish Pictures) und "The
SpongeBob SquarePants Movie" (Nickelodeon Movies/Paramount
Pictures).
Thomas Gruber, der Intendant des Bayrischen Rundfunks,
wurde in der Hauptversammlung der ARD zum neuen Vorsitzenden
des öffentlich rechtlichen Sendeverbunds gewählt. Er wird am
1. Januar 2005 den NDR Intendanten Jobst Plog in seiner
Funktion ablösen. Zunächst ist Gruber für ein Jahr
gewählt, dem aber sehr wahrscheinlich ein zweits folgen wird.
Jobst Plog musste sich in seiner Amtszeit mit der großen
medienpolitischen Auseinandersetzung um die Erhöhung der
Rundfunkgebühren beschäftigen. Mit 88 Cent mehr im Monat auf
17,03 Euro fiel die Erhöhung der Gebühr jedoch weit geringer
aus, als von ARD und ZDF gewünscht. Die Sender hatten eine
Erhöhung um 2,01 Euro pro Monat gefordert. Bayern,
Nordrhein-Westfalen und Sachsen hatten jedoch vor einem Jahr
mit erheblichen Sparmaßnahmen und einer Reform ihrer Struktur
gedroht, welche aber auf die nächste Gebührenperiode am 1.
April 2005 verschoben worden ist. Dann tritt die neue Gebühr
in Kraft, die ab dem Jahr 2007 auch für internetfähige
Computer gilt. Für PCs die bereits eine Einsteckkarte haben,
mit welcher der PC als Rundfunkempfänger genutzt werden kann,
gilt die Gebühr schon ab April 2005. Grubers Amtszeit wird
also vor allem durch Geldgeschäfte bestimmt sein. Die ARD
wird Geld allerdings nicht mehr in dem Maße zu Verfügung
haben wie sie es gerne hätte, denn gemeinsam mit dem ZDF muss
sie 230 Millionen Euro für die Fußballweltmeisterschaft 2006
aufwenden. Ein Sparprogramm in Höhe von 54 Millionen Euro -
gestreckt auf die nächsten vier Jahre - hat Gruber seinem
eigenen Sender, der einen Jahresetat von ca. 900 Millionen
Euro hat, bereits auferlegt. Damit sollen die erwarteten
Mehreinnahmen kompensiert werden, die es durch die geringe
Gebührenerhöhung ja nicht gibt. Gruber, seit zwei Jahren
Intendant des BR und zuvor Hörfunkdirektor setzte sich bei
der Wahl gegen den Fernsehdirektor Gerhard Fuchs durch.
Im Kampf gegen die Tauschbörsen musste die MPAA eine
Schlappe einstecken. Sie hatte zwölf Klagen gegen Nutzer
eingereicht, von denen lediglich die IP-Adresse bekannt ist.
Elf dieser Klagen wurden vorerst auf Eis gelegt. In einer
Sammelklage wollte die MPAA alle Fälle auf einmal abhandeln.
Diese Forderung wurde vom Richter William Alsup aber
abgelehnt. Der Zusammenhang zwischen den einzelnen Fällen
könne nicht ausreichend nachgewiesen werden. Dieser
Sachverhalt kommt den Angeklagten zu Gute, da sie einzeln mehr
Möglichkeiten für ihre Verteidigung haben. Der eine Fall,
der vom Gericht zugelassen wurde, wird die Ermittlung des
Angeklagten anhand seiner IP-Adresse über den Provider
Pacific Bell zur Folge haben.
In den USA gehen 25 griechische Anwälte aufgrund der
Darstellung ihres Volkshelden "Alexander des
Großen" auf die Barrikaden. Im neusten Film von Oliver
Stone wird der Feldherr als homo- oder zumindest bisexuell
dargestellt. Der große Alexander küßt seinen Geliebten
Hephaistion. Ein Sprecher der Anwälte erklärte, man wolle
das Einblenden der Zeile "Vorsicht, alles frei
erfunden" im Vorspann erzwingen: "Es gibt kein
einziges historisches Dokument, aus dem die angebliche
Homosexualität Alexanders hervorgeht." Wenn man jedoch
die Geschichte genauer betrachtet geht aus ihr hervor, dass
der Makedone Männer oft maßloser liebte, ganz seinem großen
Vorbild Achilleus entsprechend. Warner Brothers und Oliver
Stone haben sich bis jetzt noch nicht geäußert.
Nach der Übernahme des Musiksenders Viva durch die
MTV-Mutter Viacom sind für das Jahr 2005 drastische
Sparpläne vorgesehen. Die teureren Sendungen wie die
"Sarah Kuttner Show" tauchen in der Planung nicht
mehr auf, Ersatz ist nicht in Sicht. Eventuell wird Sarah
Kuttner auf MTV eine neue Show starten, jedoch mit deutlich
geringerem Aufwand. Ebenfalls Charlotte Roche fällt den
Einsparungen zum Opfer. Die Hoffnungsträger und
Aushängeschilder des deutschen Musikfernsehens wurden rüde
abserviert, MTV nutzt seine neue Monopolstellung scheinbar
gnadenlos aus. Die meisten der aktuellen Sendungen werden
durch in den USA eingekaufte untertitelte Reality-Shows
ersetzt, zwischen 13.30 Uhr und 23 Uhr verschwindet die Musik
fast vollständig aus dem Programm. Von der angekündigten
Steigerung der Programmvielfalt keine Spur - aber die
vorläufigen Programmpläne sagen ja laut MTV noch gar nichts
aus…
Der US-Star Bruce Willis hat für Aufregung in
Hollywood gesorgt: Er hat sich beim Dreh vom Aktion-Streifen
"Tränen der Sohne" eine Verletzung zugefügt und
ein Filmstudio auf Schadenersatz verklagt. In dem Film spielt
er einen US-Offizier, der in einer Rettungsaktion eine
Ärtztin und mehrere Zivilisten, der aus einem
Bürgerkriegsgebiet befreit. Die Schmerzen will der Action
Held nicht mehr einfach so hinnehmen und "extreme
mentale, körperliche und emotionale Schmerzen" sollen
entschädigt werden, so der Internetdienst
"E!Online". Bei den Dreharbeiten wurde der
49-jährige von einem Projektil am Kopf getroffen. Durch die
leichtfertige Handlung von einem Zuständigen für
Spezialeffekte und Revolution Studios wurde Bruce Willis
extrem gefährlichen Aktivitäten ausgesetzt. Die Höhe der
von dem Schauspieler verlangten Summe ist nicht bekannt. Die
Webseite "The Smoking Gun" berichtete, dass Willis
die Klage bereits im Oktober bei einem Gericht in L. A.
eingereicht hat.
Die beliebte ARD-Serie "Berlin-Berlin" wurde
in New York für die Folge "Sven gegen Alex" mit dem
Emmy ausgezeichnet. Vor rund 1000 geladenen Gästen hielt der
36-Jährige Produzent Holger Ellermann, seine Dankesrede im
New Yorker Hilton-Hotel. Mit seinem Drehbuchautoren David
Safier und dem betreuenden Redakteur beim Norddeutschen
Rundfunk (NDR) Bernhard Gleim, nahm er den Preis aus den
Händen von Soap-Schauspielerin Lesley-Anne Down ("Reich
und Schön") in Empfang. Hinter der Bühne präsentierte
Ellermann seine Trophäe stolz dem Blitzlichtgewitter.
"Es ist die erste deutsche Serie, die diesen Preis
gewonnen hat. Das zeigt, dass sich in der deutschen
Comedy-Szene viel getan hat", sagte er. Die
Hauptdarstellerin Felicitas Woll, die "Lolle"
spielt, konnte bei der Preisverleihung nicht dabei sein. Sie
wurde jedoch von Ellermann über das Handy aus dem Schlaf
gerissen. "Fe, Du wirst es nicht glauben: Wir haben es
geschafft", jubelte er ins Handy. Keine Auszeichnung
hingegen bekam die Serie Schimanski mit Götz George, der
versucht seine Enttäuschung zu verbergen. "Nominiert
werden ist ja schon gut", sagte "Schimanski"
und zuckte mit den Schultern.
Bei der 56. Bambi-Verleihung gab es dieses Jahr wieder
bewegende Momente und gefeierte Auftritte. Hollywood-Stars wie
Tom Hanks, Sophia Loren und auch "Ohnsorg-Legende"
Heidi Kabel, bescherten der Medienpreis-Gala in Hamburg
Höhepunkte. Die begehrte Trophäe ging auch an Popstars wie
Elton John, Seal und Shania Twain die unter viel Beifall der
1000 geladenen Gäste auf die Bühne kamen. Auch die
italienische Designerin Donatella Versace durfte einen Bambi
entgegennehmen. Tom Hanks erhielt für seinen Film
"Polarexpress", in dem der er fünf verschiedene
Rollen spielt, den Bambi von der italienischen Film-Diva
Sophia-Loren. Seinen Respekt drückte der Oscar-Preisträger
mit Kniefall und Handkuss der 70-Jährigen aus. Die Live-Show
die von der ARD übertragen wurde, überzog mehr als eine
halbe Stunde, verlief aber ohne Pannen. Da die meisten Stars
schon vorher wussten ob sie eine Auszeichnung bekommen oder
nicht, gab es aber auch keine großen Überraschungen.
"Gegen die Wand"-Star Sibel Kekilli machte sich
unter Tränen ihrer Wut über die Boulevardpresse, wegen
Berichten über frühere Pornofilme, Luft. Sie forderte
Respekt für ihr neu begonnenes Leben. Der 57-jährige Elton
John sowie Nelson Mandela und DaimlerChrysler-Chef Jürgen
Schrempp, die eine Auszeichnung für ihren Kampf gegen die
Immunkrankheit Aids bekamen, forderten dazu auf "die
Herzen" zu öffnen und den Kampf gegen Aids nicht
aufzugeben.
Die erste Klagewelle gegen Nutzer von
Filmtauschbörsen ist in den USA angelaufen. Es wurden am
Dienstag, nach Angaben des MPAA, Klagen gegen Verletzungen des
Urheberrechts in Denver, New York, San Francisco und ST. Louis
eingereicht. Offen bleibt noch ob auch in weiteren Städten
Klagen eingereicht wurden. In den meisten Fällen richtet sich
die Klage gegen unbekannt, jedoch wurden einige IP-Adressen
über eine Kabelgesellschaft aus St. Louis identifiziert. John
Malcolm, Senior Vice President des US-Filmindustrieverbands
sagte: "Es spielt keine Rolle, ob es 10 oder 500
Verfahren sind. Der Punkt ist, dass Piraten sich nirgendwo
mehr sicher fühlen können." Unter den Beklagten
befinden sich allerdings auch Personen, die lediglich einen
Film auf ihrem Computer haben. Sehr harte Strafen, von bis zu
30.000 Dollar pro getauschten Film sieht das
Urheberrechtsgesetz vor. Es sollen sogar Strafen von 150.000
Dollar verhängt werden falls der Film mutwillig verbreitet
wurde. Scharfe Kritik kommt von den Verbraucherschützern die
sagen, dass vor allem Menschen verfolgt werden die nur einen
Film besitzen.
Jetzt heißt es auch für Reiner Calmund ab in den
Quotenkeller. Nach der dritten Ausgabe von "Big
Boss" liegt der Marktanteil bei 12,4 Prozent. Momentan
steht es nicht gut um das Event-Programm von RTL. Das
Inseldrama "Verschollen" schließt sich mit 12,5
Prozent an und die Kuppelshow "Bachelorette" bringt
es nur auf 7.9 Prozent. Dabei sah es bei "Ich bin ein
Star - Holt mich hier raus!" doch mit 39.9 Prozent
Marktanteil so gut aus. Es wurde bereits auf die sinkenden
Quoten reagiert und der Sender hat den Werbepreis für einen
30-Sekunden-Spot in der Sendezeit von "Big Boss" von
61 890 Euro auf 43 140 Euro gesenkt. Vielleicht sollte man das
Publikum auswechseln?
Ottfried Fischer kündigte eine Pause von "Der Bulle von
Tölz" an, wahrscheinlich kam es zu einem Streit zwischen Fischer
und dem Sender Sat. 1. Der Schauspieler und Kabarettist sagte der
Münchner "Abendzeitung" am Montag, das die Chemie nicht mehr
stimme. Dem Sender ginge es laut Fischer nicht mehr um gute TV -
Unterhaltung, sondern nur noch darum wie man am besten Geld sparen
könne. Ein Jahr Pause kündigte Ottfried Fischer am Samstag bei
"Wetten, dass ..." in Leipzig an. Dieses Jahr will der
51-Jährige nutzen, um zu seinen Wurzeln dem Kabarett zurückzukehren.
Er gebe den "Bullen von Tölz" aber nicht vollständig auf,
es komme darauf an wie der Sender sich verhält. Der Sat. 1 - Chef
Roger Schwawinski erklärte, im liege die Sendung und Ottfried Fischer
sehr am Herzen. "Ich freue mich auf eine weitere langjährige
Zusammenarbeit", betonte Schawinski.
Der öffentliche Rundfunksender RBB steht unter starker Kritik
des Berliner Datenschutzbeauftragten Hans-Jürgen Garstka. Der Sender
kauft Adressen von TV-Zeitschriftenabonnenten, gibt diese weiter an die
GEZ, welche dann die Adressen mit den Listen der Gebührenzahler
abgleicht. Es kann von der GEZ dann erkannt werden, wer von den
Abonnenten Gebühren zahlt und wer nicht. Nichtzahler werden natürlich
zur sofortigen Zahlung aufgefordert. Die GEZ bestätigte dieses
Vorgehen und gab bekannt das sie sehr erfolgreich damit sein. Die
Senatskanzlei rechtfertigt den Adressenhandel des RBB "Das
Vorgehen ist geboten, da ehrliche Gebührenzahler ansonsten für die
Schwarzseher aufkommen". Die Datenschutzbeauftragten halten dieses
Vorgehen allerdings für rechtswidrig, deswegen soll künftig der
Berliner Datenschutzbeauftragte Hans-Jürgen Garstka mit einbezogen
werden, bevor derartige Regelungen getroffen werden. Auch die
Datenschützer in Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern,
Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein
haben das Vorgehen des RBB stark angegriffen. "In der Kritik steht
dabei im Besonderen die Beschaffung von jährlich mehreren Millionen
Adressen hinter dem Rücken der Betroffenen".
Der vom Publikum beliebtester James Bond aller Zeiten Pierce
Brosnan (51) ist entgültig raus. Für ihn war es eine ziemlich böse
Überraschung, dass er den berühmten englischen Agenten des
Geheimdienstes nicht mehr spielen darf. In einem BBC-Fernsehinterview
verriet er, er sei wütend gewesen, als er die Nachricht bekommen hat
und die Unterhaltung sei auch ziemlich kurz gewesen. Nach langem hin
und her wäre ihm die Rolle von Produzenten sicher versprochen, doch er
sei am Boden zerstört, als es doch hieß, er sei bei dem nächsten
Bond Film nicht mehr dabei. Inzwischen ist er der Meinung, dass es doch
die beste Entscheidung für ihn war, weil man aufhört, wenn es am
schönsten ist. Über seinen Nachfolger wird noch mit anderen
Kandidaten verhandelt. Noch im Juli 2004 hat der irische Schauspieler
in einem Interview gesagt, dass die Bond Geschichte hinter ihm liege.
Von 1995 bis 2004 hat er vier Mal die 007-Agentenrolle gespielt. Der
letzte Film "Stirb an einem anderen Tag" war der
erfolgreichste der ganzen Reihe.
Die Zeit der krisensicheren Jobs ist auch bei den
öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und ZDF vorbei. Es wird über
Personalabbau und Einstellungstopps diskutiert. Die Anstalten müssen
in den kommenden Jahren auf Millionensummen verzichten. Laut Angaben
des stellvertretenden Vorsitzendem Fritz Pleitgen beläuft sich die
Summer bei der ARD auf 280 Millionen Euro. Verantwortlich machen die
Anstalten die Ministerpräsidenten, da sie die Gebührenerhöhung von
1,09 Euro auf 88 Cent gesenkt haben. Beim ZDF drohe nach Angaben des
Personalrats der Abbau von 300 Arbeitsplätzen. Der Bayerische Rundfunk
will eines seiner zwei Orchester auflösen. Der MDR muss 90 Millionen
Euro einsparen und stellt deshalb das Engagement bei Kultur- und
Filmfestivals auf dem Prüfstand. Beim WDR, der größten ARD-Anstalt
müssen die Einsparungen durch den ganzen Sender gehen was auch die
Umstellung von analogen auf digitale Technologie beeinflussen wird.
Für die ganz kleinen Anstalten wie Radio Bremen ist die Lage sehr
prekär. Die niedrigere Gebührenerhöhung bedeutet für die Bremer
Mindereinnahmen von einer Million Euro. Laut Medienexperte Horst Röper
gehe es den öffentlich-rechtlichen Anstalten gar nicht so schlecht, da
sie in der Lage sind im Sportbereich "erhebliche Ausgaben zu
stemmen". Allerdings gab es in diesem Bereich eine "enorme
Verteuerung" an der die Privatsender mitverantwortlich sind.
Röper fordert mehr finanzielle Transparenz.
Für ein neues Projekt sucht ein britischer Fernsehsender
freiwillige, die ihren Körper nach ihrem Tod für wissenschaftliche
Zwecke zur Verfügung stellen. Laut Channel 4 soll der menschliche
Zerfall nach dem Tod analysiert werden. Bisher gab es in
Großbritannien Studien zur Verwesung die nur an Schweinen
durchgeführt wurden. Dies soll sich ändern denn Wissenschaftler seien
auf dem Gebiet der Verwesung noch sehr unwissend und es können bei
menschlichen Verwesungen bessere Ergebnisse erzielt werden. Bei Toten
bei denen die Todeszeit, wie etwa bei Morden, genau festgestellt werden
kann, ist man am besten in der Lage die Verwesungsprozesse zu
verstehen. Channel 4 versicherte das die Sendung " Staub zu
Staub" einem rein wissenschaftlichen Zweck diene. Die
Dokumentation werde von führenden Wissenschaftlern überwacht und an
einem geheimen Ort gedreht. "Anatomie für Anfänger", bei
der Gunther von Hagens (Körperwelten) eine menschliche Sezierung
durchführte, wurde ebenfalls von Channel 4 gesendet.
Der TV-Liebling Harald Schmidt plant ein Comeback bei der ARD.
Nach einer zwölfmonatigen Kreativpause soll der Entertainer Mittwochs
und Donnerstags nach den Tagesthemen zu sehen sein. Am 23. Dezember
soll die Show erstmals auf Sendung gehen, ein Name für die Sendung
stehe aber noch nicht fest. Durch Einsparungen an anderen Stellen will
die ARD die Sendung finanzieren, denn Harald Schmidt zähle laut Jobst
Plog (ARD-Vorsitzender und NDR- Intendant) zur Grundversorgung. Die
Show wird voraussichtlich aus Schmidts früherem Studio in
Köln-Mülheim gesendet und es werden neben Manuel Andrack
wahrscheinlich auch andere bekannte Gesichter zu sehen sein. Zwischen
Plog und Schmidt haben konkrete Gespräche erst nach dem Ende der
Engelke-Show stattgefunden, die nach fünf Monaten wegen zu schlechter
Quote ihr Ende fand. Mit "Schmidteinander" hatte Harald
Schmidt beim WDR und bei der ARD erste TV Erfolge gefeiert und sein
Comeback führt ihn zu diesem Sender zurück.
1200 helfende Hände hat Michel Moore, Filmemacher von
"Bowling for Columbine" und "Fahrenheit 9/11"
angeheuert um die US- Präsidentschaftswahlen zu überwachen. Vor den
Wahllokalen in Florida und Ohio werden nun Bürger mit Kameras den
Hergang kontrollieren und dokumentieren. Genau in diesen Staaten liegen
nach Umfragen die Stimmanteile von Amtsinhaber George W. Bush und
seinem demokratischen Herausforderer John Kerry dicht beieinander.
Moore erklärt, dass dies eine Botschaft an diejenigen sei, die eine
Stimmabgabe unterdrücken wollten: "Einschüchterung der Wähler
(...) wird nicht toleriert". Probleme sollen nach Angaben schon
bei der Stimmabgabe in Florida aufgetaucht sein. Vor vier Jahren
entschied eine Mehrzahl von nur 537 Stimmen über den Sieg von G.W.
Bush im Bundesstaat und somit über seinen Amtsantritt als
Präsidenten.
Bis jetzt hatte man den Eindruck, dass das Programm bei den
Privatsendern für die Werbung und nicht für den Zuschauer
gemacht wird. Seit neustem lehnen aber auch die großen
Konzerne mit dem nötigen Kleingeld für Werbung die
Programmgestaltung ab. Immer die gleichen Standards und
Geschichten bringen es plötzlich nicht mehr. Und auch die
Reality-Shows hat man langsam über und lässt sie eher links
liegen, als sich wieder darüber aufzuregen. Die Quoten fallen
und damit auch die Werbepreise. Hitgaranten garantieren nur
noch Misserfolg. Dass die Zuschauer umschalten war man bisher
ja gewöhnt, aber dass sich jetzt auch Deutschlands größte
Werbekunden lautstark um die Programmqualität im
Privatfernsehen sorgen ist neu. Auf der Fachtagung der
Organisation Werbungtreibender im Markenverband (OWM) Mitte
November begannen die Attacken der Werbechefs von Nivea,
Ferrero, Mercedes und Co., die alljährlich Millionenbeträge
für Fernsehreklame ausgeben. Man wolle wieder ein breites
Umfeld für alle Zielgruppen. Dauerkritik von Kirchen,
Landesmedienanstalten und Fernsehräten hat nichts gebracht,
erst musste die ökonomische Seite sich einschalten, die Angst
hat, dass ihre Produkte zwischen Dschungelfieber und
Schönheitsoperation untergehen. Wird plötzlich die Werbung
zum Beschützer von Qualität und Anspruch, oder will man die
Werbepreise nur weiter drücken? Für die Media-Agenturen, die
dafür sorgen, dass möglichst jeder Spot ohne Streuverlust
bei der gewünschten Zielgruppe ankommt, waren bislang nicht
Inhalte sondern Reichweiten wichtig. Dieser Logik wollen die
Konzerne jetzt aber nicht mehr folgen. Obwohl die Quoten
stimmen, möchte man sich nicht mehr unter einem bestimmten
Niveau platzieren lassen. Für die Programmgestalter klingt
das alles aber nur nach Preisdrückerei. Weniger Investitionen
aber aufwändigere Programme fordern passe nicht zusammen.
Für die Kanäle sei es zunehmend schwieriger langfristig zu
planen. Am Ende bleibe nur noch die Möglichkeit im Ausland
bewährte Formate und ihren Erfolg billig auf deutsche
Bildschirme zu kopieren und andere TV-Sender mit
Preisnachlässen auszubooten. Fürs Publikum zeichnen sich
trotz der Debatten keine Änderungen ab. Solange die
Werbeeinnahmen nicht wieder steigen, bleibt das Programm wie
es ist. Vielleicht wird man ja bald durch die Programme zappen
- auf der Suche nach Werbepausen.
Das "Kreative Multitalent" Philippe de Broca
ist am Freitag im Alter von 71 Jahren im Krankenhaus eines
Pariser Vorortes an Krebs gestorben. Der Erfolgsregisseur
wurde durch Komödien wie "Cartouche der Bandit"
(1961) und "Abenteuer in Rio" ("L'Homme de
Rio", 1963) bekannt. Dem Kinostart seines jüngsten Films
"Vipère au poing" Anfang Oktober konnte er schon
nicht mehr selbst beiwohnen. Seine Karriere begann der am 15.
März 1933 in Paris geborene De Broca als Regieassistent bei
Claude Chabrol. In seinen Filmen spielten Schauspiellegenden
wie Jean-Paul Belmando, Yves Montand, Philippe Noiret,
Catherine Deneuve, Daniel Auteuil und Jeanne Moreau.
Jamie Lee Curtis kündigt das Ende ihrer Filmkarriere
an. Die Komödie "Verrückte Weihnachten" ist der
letzte Film der 46-jährigen. Sie zieht sich aus dem
Showgeschäft zurück da sie der Meinung ist, dass es sehr
anstrengend wenn nicht unmöglich ist in Hollywood als
Schauspielerin über 40 zu arbeiten. Hollywood unterliegt
ebenfalls dem Schönheitswahn und ist zu sehr auf
Äußerlichkeiten fixiert. Die Stars jagen nur ihrer
verlorenen Jugend und ihrem vergangen Ruhm hinterher.
"Ich wollte immer mit Würde abtreten, und jetzt ist der
richtige Zeitpunkt gekommen", sagte Curtis gegenüber der
"Financial Times Deutschland". In den aktuellen
Hollywood Mainstream-Produktionen ist eher selten wenn nicht
sogar nichts von den ehemaligen Filmdiven zu sehen. Melanie
Griffith, 47, scheint von der Bildfläche ebenso verschwunden
zu sein wie Goldie Hawn, 58, die nur noch als Produzentin
tätig ist. Demi Moore, 42, will sich demnächst als Mutter
eines ertrunkenen Kindes versuchen - in einem Horrorfilm.
Hollywood braucht eben junge Stars die sich als Sexsymbole
vermarkten lassen.
Am Sonntag hat ein Feuer im Kadokawa-Daiei Filmstudio
das Studio 3 in dem momentan ein Film mit monströsen
Kreaturen gedreht wird zerstört. Laut Angaben der Feuerwehr
brach das Feuer um 0:45 Uhr aus. Der Brand zerstörte das
komplette 720 Quadratmeter große Gebäude. Zum Glück wurden
keine Menschen verletzt jedoch der im Studio gelagerte
Schaumstoff und Farbe fielen den Flammen zum Opfer.
Das 24. Internationale Festival der Filmhochschulen
München hat am Samstag den 20. November mit einem
sensationellen Ergebnis abgeschlossen. Obwohl das Festival
dieses Jahr zwei Tage länger dauerte waren bis auf eine
Ausnahme alle 24 Programme restlos ausverkauft. Damit konnte
wieder eine Auslastung von 99 Prozent und ein Zuschauerzuwachs
von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht werden. Das
Münchner Publikum hat die Chance den internationalen
Filmnachwuchs kennen zu lernen begeistert angenommen. 60
geladene Filmstudenten und deren Professoren aus Ländern wie
Australien, Brasilien, Indien, China und Kanada, sowie über
100 akkreditierte Journalisten zeigen das große Interesse des
Fachpublikums am wichtigsten internationalen
Studenten-Festival. Insgesamt wurden bei der Preisverleihung
im Gloria Kino sieben Filme ausgezeichnet. 52 Filme von 35
Filmschulen aus 25 Ländern wurden zuvor von der
fünfköpfigen Jury unter dem Vorsitz des US-Regisseurs Hal
Hartly gesichtet. Insgesamt ist zu sagen, dass das Festival
überaus erfolgreich verlaufen ist.
Sat 1, bisheriger Hauptsponsor der Berlinale ist
abgesprungen. Nur zwei Monate vor dem Event muss die Crew um
Festivaldirektor Dieter Kosslik nun einen neuen Sponsor
finden, um das Event in der gewohnten Form umsetzen zu
können. Der Ausstieg von Sat.1 kommt jedoch nicht vollkommen
überraschend, da auch dieser Konzern in der momentan
anhaltenden Medienkrise sparen muß. Verhandlungen mit einem
neuen Hauptsponsor für das Festival sind aber auch schon im
Gange. Geheim bleibt nur, wer dies werden soll. Und so wie es
scheint, wird der Rückzug von Sat.1 dem Bestehen des
Festivals keinen Strich durch die Rechnung machen. Immerhin
werden 6,5 Mio. Euro von den 10 Mio. Euro Gesamtbudget vom
Staat beigesteuert und auch der letzte Sponsoren-wechsel von
Mercedes zu VW verlief ohne größere Hindernisse.
Sensationelle Halbzeitbilanz beim Festival der
Filmhochschulen: An den ersten beiden Tagen
(15. & 16. November) waren bis auf eine Ausnahme alle
Vorstellungen ausverkauft. Für die verbleibenden
Vorstellungen in den nächsten vier Tagen sind noch einige
wenige Karten an der Tageskasse im Festivalzentrum (Filmmuseum
München, St.-Jakobs-Platz 1) erhältlich. US-Regisseur Hal
Hartley, der dieses Jahr die Festival-Jury leitet, zeigt sich
begeistert über die Qualität der gezeigten Filme von
Filmstudenten aus 25 Ländern. Am Samstag, den 20. November
erhalten die besten Filme des Wettbewerbs im Münchner GLORIA
Kino Auszeichnungen im Wert von insgesamt 25 000 Euro.
Im Hause der ARD wird momentan darüber nachgedacht
den Scheibenwischer künftig erst um 23.30 Uhr zu senden.
Grund dafür ist die Rückkehr von Satiriker Harald Schmidt.
Durch die spätere Sendezeit befürchten Bruno Jonas, Mathias
Richling und Georg Schramm, dass sie das Zielpublikum gar
nicht mehr erreichen würden. Eine Idee ist es den
Scheibenwischer immer dienstags um 23 Uhr vor Maischberger
auszustrahlen was aber für die Talkfrau bedeuten würde immer
erst 23.30 auf Sendung zu gehen. Der BR-Intendant und
Scheibenwischer-Befürworter Thomas Gruber hält die
Ausstrahlung am Dienstag für die richtige Lösung. Er wird ab
Anfang 2005 die Leitung der ARD übernehmen. Dem gegenüber
spricht sich der aktuelle ARD-Programmchef Gunter Struve für
eine "politisch-satirische Stunde der Sonderklasse"
aus. Es wird am heutigen Dienstag darüber entschieden was mit
dem Scheibenwischer passieren soll. Es steht jedoch fest,
sollte Gruber die Scheibenwischer-Frage nicht für sich
entscheiden würde ihn das als künftigen ARD-Chef
beschädigen.
Die Firma TC Unterhaltungselektronik ist momentan auf der Suche
nach Investoren für ihre neueste Entwicklung, eine Tauschbörse namens
Cybersky, über die die Benutzer ihre empfangenen Fernsehsender
Tauschen können. Dem Benutzer wird angeblich der freie Empfang aller
weltweiten Fernsehsender ermöglicht. Man schließt einfach seinen
Fernseher an den PC und kann dann das laufende Programm das andere
Zuschauer gerade ins Internet einspeisen empfangen. Die Aufgabe der
Software beschränkt sich lediglich darauf die Tauschpartner
zusammenzuschalten und die Datenübertragung zu organisieren. Bekannt
wurde die Firma TC durch den jahrelangen Rechtsstreit mit dem Sender
RTL um das Gerät namens Fernseh-Fee, das bei Werbung sofort das
laufende Programm wechselt.
Nach dem Mord an dem Regisseur Theo van Gogh, hat die
niederländische Produktionsfirma Column die Vergabe von
Ausstrahlungsrechten für den Kurzfilm "Submission" vorerst
gestoppt. Man wolle sich erst beraten wie man mit dem Film weiter
verfahren solle. Der Film zeigt Gewalt gegen Frauen im Islam und war
auch der Grund für die Messerattacke auf Van Gogh. Die Redaktion von
"Spiegel TV" hat den Film bereits Vorliegen und signalisierte
auch Interasse daran den Film zu senden. Ausschnitte des Films zeigte
man bereits am Sonntag auf dem Magazin-Platz auf RTL. Wenn die
Rechtefrage geklärt sei, werde man den Film in eine Diskussionssendung
eingebettet senden. Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung sei
auch, dass dieser einzelne Film nicht den umfangreichen Werken des
Regisseurs gerecht werde. Allerdings will Column den Film schon in den
nächsten Tagen freigeben. Dass der Anschlag auf Van Gogh allerdings
nach hinten losging zeigt, dass der Film selbst nun die Aufmerksamkeit
der gesamten Welt auf sich gezogen hat.
Christian Ude der Oberbürgermeister von München wird am
Sonntag den 14. November für das 24. Internationale Festival der
Filmhochschulen München den Startschuss geben. Beginnen wird das
Festival mit dem Eröffnungsfilm "Der Wald vor lauter
Bäumen" von Maren Ade, der im ARRI-Kino laufen wird . Das
Festival soll, wegen des großen Erfolges im letzten Jahr von vier auf
sechs Tage ausgedehnt werden. Außerdem werden alle zehn
Wettbewerbsprogramme wiederholt. 52 Spielfilme, Dokumentationen und
Animationsfilme von 35 Filmschulen aus 25 Ländern werden vom 15. bis
zum 20. November auf dem Festival präsentiert. Einige der jungen
Regisseure werden ihre Werke persönlich vorstellen und Auskunft geben.
Für Filmstudenten besteht sogar die Möglichkeit sich in Workshops
fortzubilden. AVID bietet z.B. Kurse im Umgang mit digitalen
Montagesystemen an und wird eine Werksführung veranstalten die, die
neuesten Entwicklungen im Bereich der Filmtechnik zeigt. Die Kanzlei
Nörr, Stiefenhofer & Lutz zeigt in einem Seminar den richtigen
Umgang mit Urheberrecht. Der Jury Präsident Hal Hartly wird am 20.
November um 11 den Uhr Studenten einige seiner Kurzfilme im Filmmuseum
vorstellen und erklären. Diese Veranstaltung wird öffentlich und
kostenlos sein. Am Samstag den 20. November um 18. Uhr findet außerdem
die Preisverleihung statt.
Vom Hauptverband Deutscher Filmtheater wird gefordert, dass das
sechsmonatige Auswertungsfenster für Kinofilme eingehalten wird. Der
Geschäftsführer des HDF Andreas Kramer ist dafür, dass das
sechsmonatige Auswertungsfenster eine Grundkonstante sein sollte. Der
Verband wird aber in Zukunft Verkürzungen dieses Fensters aufzeigen.
Denn einen Fall gab es schon, Michael Moors "Fahrenheit 9/11"
wurde schon im Fernsehen gezeigt während der Film noch in den Kinos
lief. Dies soll nach dem HDF aber ein Einzelfall bleiben. Für deutsche
Filme sind die Zeiträume der einzelnen Verwertungsstufen klar
geregelt, sie finden ihre Grundlage im Filmförderungsgesetz. Für
ausländische Filme gilt dies allerdings nicht und aus Ländern wie den
USA kommt das größte Filmangebot.
Klauen, kopieren, klonen heißt in Deutschland seit einiger
Zeit das Motto. Produzenten rufen deshalb nach neuen Gesetzen und wollen
künftig den dreistesten Nachahmer zum "Goldenen Kopierer"
küren. Der Angriff der Klon-Krieger ist nicht nur eine Zumutung für
den Zuschauer sondern gefährdet auch eine ganze Industrie.
Europäische Fernsehproduzenten verdienen schätzungsweise rund 500
Millionen Euro im Jahr mit dem Handel von Format- und Sendelizenzen.
Wer Sendungen nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder
verfälschte sich verschafft, wird bislang gar nicht bestraft, es sei
denn mit Missachtung oder Naserümpfen bei den TV-Messen in Cannes oder
Los Angeles. Zum Entsetzen aller Programmentwickler hat der
Bundesgerichtshof im letzten Jahr entschieden, dass "Formate für
eine Fernsehshowreihe" nicht urheberrechtlich zu schützen seien.
Geklagt hatte eine französische Produktionsfirma gegen den SWR wegen
der Reihe "Kinderquatsch mit Michael", in der sie ihre
Sendung "L'école des fans" wiedererkannte. Ganz anders in
Brasilien. Ein Gericht sprach dem "Big Brother"-Produzenten
Endemol Lizenzansprüche in Höhe von 1,5 Millionen zu. Ein Ansatz zum
Schutz wäre die Übernahme der angelsächsischen Copyright-Regelungen.
Dieser Ansatz stößt in der Politik auf Resonanz. Eigentlich soll
bereits seit dem Jahr 2000 die "Format Recognition and Protection
Association" (Frapa) als neutrale Instanz bei Formatstreitigkeiten
vermitteln - doch in Deutschland wird die Organisation mit Sitz in
Köln kaum genutzt.
Theo van Gogh, Nachfahre des Bruders von Vincent van Gogh,
wurde gestern in Amsterdam auf offener Straße erstochen und
erschossen. Er erlag noch am Tatort seinen schweren Verletzungen. Der
47-jährige galt als "Vorkämpfer für die Meinungsfreiheit",
so Regierungschef Jan Peter Balkenende, der den Mord für unerträglich
hält, falls er tatsächlich auf die kritischen Filme van Goghs
abziele. Der Filmemacher drehte Kurzfilme, in denen er die
multikulturelle Gesellschaft und den Islam kritisierte
("Submission"). Dadurch erhielt er bereits Morddrohungen und
stand seitdem unter Polizeischutz.
Die Polizei konnte den 26-jährigen Tatverdächtigen in einer
anschließenden Verfolgungsjagd stellen, bei der sowohl der
Verdächtige als auch ein Polizist durch zahlreiche Schusswechsel
verletzt wurden. Die niederländische Regierung zeigte sich schockiert
über den Vorfall und betonte, dass keine voreiligen Schlüsse gezogen
werden sollten. Jedenfalls lasse man keinen Angriff auf die
Meinungsfreiheit ungestraft.
Die aktuellste Brennerstudie der FFA (für Deutschland) belegt
eine eventuelle Trendwende im Raubkopiegeschäft. Zwar steigt die Zahl
der illegalen Vervielfältigungen nach wie vor, jedoch deutlich
langsamer als in der vergangenen Zeit. Im Gegensatz dazu sind die
Deutschen immer flächendeckender mit CD- und DVD-Brennern
ausgerüstet: Fast jeder zweite Haushalt besitzt inzwischen einen
CD-Brenner und 3,1 Mio. Haushalte einen DVD-Brenner. Die Filmindustrie
sieht in diesen Zahlen einen Erfolg ihrer Maßnahmen gegen Raubkopien.
Die Kampagne "Raubkopierer sind Verbrecher" ist der
Zielgruppe zunehmend bekannt. Illegale Kopieraktionen im großen Stil
werden mittlerweile mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft. Auch
die verschärften Sicherheitsvorkehrungen haben zu einem geringeren
Angebot an illegalen Abfilmungen im Kino geführt. Die Piraterie ist
damit keineswegs gestoppt, jedoch kann sich die Filmwirtschaft über
erste Erfolge freuen.
Mit DocuZone sollte im Laufe des Herbst 2004 in einigen Kinos
die digitale Projektion eingeführt werden. Nun haben sich 18 Verleiher
gegen das Projekt ausgesprochen. Die finanziellen Vorteile der
digitalen Distribution seien nicht ersichtlich. Außerdem könne sich
eine Verzerrung des Wettbewerbs besonders im Dokumentationsfilmbereich
ergeben. Diese Befürchtungen resultieren vor allem aus einer
unzureichenden Informationspolitik seitens DocuZone. Daher forcieren
die Skeptiker einen "Runden Tisch" um die offenen Fragen und
die weitere Vorgehensweise zu klären.
DocuZone ist ein Projekt, bei dem über 180 Kinos in 8 europäischen
Ländern mit 2K-Projektoren ausgestattet werden um ab Frühjahr 2005
digitale Projektionen zu ermöglichen.
Warner Independent Pictures (WIP), eine Filiale des US-Majors,
die vor einem Jahr gegründet wurden und sich zum größten Teil mit
dem Verleih ausländischer Autorenfilme beschäftigt, wird das neue
Werk von Jean-Pierre Jeunet, "A Very Long Engagement", am 26.
November auf dem amerikanischen Markt einführen. D.h. der Film wird
kaum einen Monat nach dem französischen Start anlaufen. Geplant ist
das der Film in 16 Großstädten mit 180 Kopien laufen soll. Der
ehemalige Miramax-Mitarbeiter und jetzige WIP-Chef Mark Gill, wird die
direkte Verantwortung über die gesamte Vermarktungsstrategie haben. In
den USA hat Gill erfolgreich mehrere Produktionen, wie z.B. " Das
Leben ist schön" oder "Die fabelhafte Welt der Amelie",
in Originalfassung Vermarktet. Ab 2005 habe WIP weiterhin vor, c.a.
zehn ausländische Filme im Jahr zu koproduzieren. Dabei werde es sich
aber um Produktionen handeln die mit max. 20 Mio. Euro budgetiert sind.
George Lucas, Regisseur von "Star Wars", "Raiders
of the Lost Ark" und "American Graffiti," soll Juni 2005
mit dem Lifetime Achievement Award des American Film Institutes
ausgezeichnet werden. Er wurde vergangenen Freitag als Preisträger des
jährlichen Preises, der zum 33. Mal vergeben wird, ausgewählt und
folgt somit anderen Hollywood-Größen wie Elizabeth Taylor, Steven
Spielberg, Alfred Hitchcock, Sidney Poitier und Orson Welles.
Die IHK verlieh dieses Jahr zum 33. Mal den
Ernst-Schneider-Preis auf den Medientagen München. Autoren von HR,
NDR, RBB, WDR, 3Sat, DeutschlandRadio sowie Redakteure der
"Badische Zeitung" bekamen den Preis, der herausragende
Leistungen der Wirtschaftsberichterstattung im Fernsehen, Hörfunk oder
der regionalen Tagespresse auszeichnet. Gefördert werden soll damit
eine hohe Allgemeinverständlichkeit, gute Recherchearbeit und
ideenreiche Umsetzung wirtschaftlicher Nachrichten.
Das Fernsehen ist für 44 Prozent der Deutschen das wichtigste
Medium. Dies zeigt eine Studie die der ProSiebenSat1- Vermarkter
SevenOne Media zum start der heutigen Medientage in München.
Printmedien und Radio sind laut IFAK-Institut mit jeweils 19 Prozent
auf Platz zwei und auf Platz drei befindet sich das Internet mit 13
Prozent. Ebenfalls auf Platz eins steht das Fernsehen wenn es um die
Informations- und Unterhaltungsmedien geht. Denn laut der IFAK-Studie
sind 74 Prozent der Befragten der Meinung, dass das Fernsehen die beste
Unterhaltung bietet. Zwölf Prozent entschieden sich für das Radio und
nur vier Prozent für die Printmedien. Auch beim Informationsmedium
entschieden sich mehr als die Hälfte aller Befragten für das
Fernsehen, 19 Prozent für Zeitungen und Zeitschriften und nur 11
Prozent für das Radio. Es wurde auch gefragt welches Medium sich am
stärksten mit der Gesellschaft entwickeln würde, woraufhin sich 45
Prozent für das Fernsehen entschieden, 39 Prozent für das Internet
und nur fünf bzw. drei Prozent glaubten das sich auch die Printmedien
weiterentwickeln würden.
Der Auslandssender German TV, der im März 2002 auf Sendung
ging, ist vor einigen Wochen in die Diskussion geraten. Grund dafür
war ein Bericht, der von Kulturstaatsministerin Christina Weiss
vorgelegt wurde. Aus diesem ging hervor, dass die Kundenzahlen des
Senders weit hinter den erwarteten Planungen zurückliegen. Seitens
einiger Politiker wurde daraufhin die Abschaltung von German TV
gefordert. Der Rundfunkrat des WDR hat sich aber für den erhalt von
German TV stark gemacht, woraufhin Weiss wenig später erklärte, dass
die Finanzierung des Senders bis 2005 gesichert sei. Gestern fand eine
Sitzung des WDR Rundfunkrates statt, in welcher der Vorsitzende
Reinhard Grätz erklärte, dass es durchaus wichtig ist diesen Sender
zu fördern, da gerade dieser Sender ein realistisches Bild der
Deutschen Gesellschaft zeigen würde. Außerdem zeigte er sich
optimistisch den auf sieben Jahre angelegten Projektplan, mit seinen
erwarteten 70.000 Abonnenten zu erfüllen.
Geschmacklose Witze oder Auftritte zweitklassiger Promis bei
der Reality-Schmonze "Big Brother" drohen langsam zum Alltag
zu gehören. Juden,- und Türkenwitze im Fernsehen sollen für gute
Quoten sorgen und werden an allen moralischen Grundwerten vorbei,
weiterhin ausgestrahlt. Eine "Rundum-Kontrolle" sei bei einer
live Sendung unmöglich. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM)
habe bereits 500 Fälle überprüft und wäre zum Schluss gekommen,
dass solche Vorfälle schwer zu kontrollieren und fast unvermeidbar
seien, so der KJM-Chef Wolf-Dieter Ring. Der 23 jährige Italiener
Michelle, der den sogenannten "Menschenzoo" bis vor kurzem
bewohnt hat, unterhielt mit taktlosen Judenwitzen die anderen
übermüdeten Bewohner. Doch das ist leider kein Einzellfall in dem
Fernsehcontainer, bereits früher hat es Äußerungen dieser Art
gegeben. Aufgrund der Verletzung der Menschenwürde wurde ein
Bußgeldverfahren gegen den Sender Premiere, der die Show 24 Stunden
live ausstrahlt, angekündigt. Die Strafe könnte bis zu 500.000 Euro
betragen. Die Medienanstalten verlangen von der Produktionsfirma
Endemol, dass die Kandidaten besser und genauer ausgesucht werden
sollen. Doch das widerspricht dem Prinzip solcher Shows, je schmutziger
und kranker es da zugeht, desto höher die Quote. Die Kandidaten sind
schließlich nicht zufällig so strukturiert wie sie sind.
Der Telekommunikationsgigant Viacom kauft derzeit Schritt für
Schritt Aktienanteile der europäischen Musiksendergruppe Viva auf. Der
Stand von einer Aktienmehrheit von 76 % im August ist längst
übertroffen. Inzwischen hält Viacom eine Mehrheit von 95% und damit
auch die Möglichkeit über einen sogenannten "Squeeze out"
die verbleibenden Aktionäre dazu zu zwingen, sich auszahlen zu lassen.
Doch schon jetzt hat der Gigant Viacom faktisch die Kontrolle über
Viva. Über das Börsenparket hinaus ist diese Übernahme für den
Zuschauer der Musiksender sehr bedeutsam. Viacom hält nämlich neben
den neuen Anteilen an Viva auch die Mehrheit am Musiksender MTV. So ist
Viacom jetzt Monopolist im Musik-Fernsehen. Die Zukunft wird zeigen, ob
der faktische Zusammenschluss der Sender die Vielfältigkeit und
Angebot des Programms, wie es Verantwortliche der Sender gerne
verlauten lassen, wirklich steigert oder die nun fehlende Konkurrenz
die Qualität zu Gunsten des Gewinns schrumpfen lässt.
In Chemnitz wurden auf dem Kinderfilmfestival Schlingel wieder
die Preise vergeben. Ins Rennen um die vier Hauptpreise gingen diesmal
9 Filme, die von der Internationalen Fachjury und/oder der
Europäischen Kinderjury bewertet wurden. Den Hauptpreis der Stadt
Chemnitz, der von der Fachjury vergeben wird, erhielt der schwedische
Film "Misa Mi". Mit dem Europäischen Kinderfilmpreis wurde
"Der Blaue Schmetterling" aus Kanada/Großbritannien
ausgezeichnet. Der Preis des besten Kinderdarstellers geht an die
Schauspielerin Klara aus dem Film "Fia!". Das Publikum kürte
"Chefsache Max" aus den USA als seinen Liebling. Eine lobende
Erwähnung der Fachjury ging an die Filme "Kuschelbär" und
"Album" und die Kinderjury zeichnete so nochmals
"Chefsache Max" aus. Im Wettbewerb um den
CineStar-Jugendfilmpreis entscheiden Jugendliche ansässiger Gymnasien.
Zum Preisträger wählten sie den Film "Trommelschläge" aus
Südafrika. Eine lobende Erwähnung der Jugendjury ging an "Bonjour
Monsieur Shlomi" aus Israel. Am Animationsfilmwettbewerb nahmen 20
Kurzfilme und zwei Beiträge in Spielfilmlänge teil. Die Kinderjury
der Gebrüder-Grimm-Grundschule Chemnitz entschied sich dabei für
"Eingeschachtelt" aus Großbritannien.
"Wetterwechsel" aus Simbabwe wurde lobend erwähnt. Ebenfalls
wurde der DEFA-Förderpreis an den Film "Bin ich sexy?"
vergeben.
Der Superman-Darsteller Christopher Reeve ist im Alter von 52
Jahren nachdem er am Samstag nach einem Herzstillstand ins Koma
gefallen war, gestorben. Der Schauspieler war seit einem Unfall vor
neun Jahren querschnittsgelähmt. Reeve widmete sich neben der
Schauspielerei auch sozialen Themen. So setzte er sich u.a. für einen
besseren Versicherungsschutz für Schwerverletzte ein und forderte
Hollywood öffentlich auf, sich verstärkt solchen Themen anzunehmen.
Trotzt seiner Lähmung spielte er 1998 die Hauptrolle in dem TV-Remake
von Alfred Hitchcocks "Fenster zum Hof". Auch in der
Fernsehserie "Smallville" trat er an der Seite des jungen
Superman auf. Zu seinen größten Auftritten zählt aber bis heute die
Oscar-Preisverleihung im März 1996: "Lassen Sie uns weiterhin
Risiken eingehen und heiße Themen angehen. Es gibt keine
Herausforderung, egal welcher Art, die wir nicht annehmen
könnten."
Ab April 2005 werden GEZ-Gebühren auch für Computer fällig.
Eigentlich sollten erst ab 2007 GEZ-Gebühren erhoben werden doch die
Ministerpräsidenten haben es sich noch einmal anders überlegt. Laut
aktueller Meldungen sieht der neue Plan wie folgt aus: Ab April 2005
müssen alle internetfähigen PCs / Labtops bei der GEZ angemeldet
werden. Für PCs mit eingebauter TV Karte sind natürlich auch
weiterhin Gebühren zu entrichten. Es fallen für den PC im
Privathaushalt jedoch keine Gebühren an, wenn mindestens ein Fernseher
bei der GEZ angemeldet ist. Für gewerblich genutzte Rechner beginnt
die Gebührenpflicht erst ab 2007.
Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, verklagt
Tele München-Chef Herbert Kloiber den Fernsehsender RTLII auf
Schadensersatz. Dies, obwohl er selber mit 31,5 Prozent am Sender
beteiligt ist. Dem Senderchef Josef Andorfer wirft Kloiber vor, mit ihm
"willentlich, nachhaltig und fortgesetzt" gegen Verträge
verstoßen zu haben. Tele München sei viel Geld u.a. durch geringere
Werbeeinnahmen entgangen, da RTL II über 50 Kinofilme zu
ungünstigeren Zeiten ausgestrahlt hat, als mit dem Filmrechtehändler
im Vorfeld vereinbart. Außerdem sollen durch falsche Auslegung der
Verträge viele Abrechnungen inkorrekt sein. Wie die "Süddeutsche
Zeitung" angibt, insistiert Kloiber auf der Abnahme einer von RTL
II gekauften Serie, welche aber für den Sender uninteressant geworden
sei. Die erste Klage soll beim Landgericht München nächste Woche
eintreffen - weitere Klagen Kloibers werden kommen.
Am Dienstag hat der Vorstand von Eurimages den bisherigen Präsidenten
Jacques Toubon für eine weitere Amtszeit von zwei Jahren
wiedergewählt. Er möchte die Zusammenarbeit mit dem Media Programm
der EU vertiefen und weitere Beziehungen zu Filmfachleuten aufbauen.
Darüber hinaus möchte Toubon die Arbeitsweise des Fonds verbessern.
Der seit 1988 existierende Fonds hat bisher in 30 Mitgliedsländern
fast 1.000 länderübergreifende Koproduktionen mit insgesamt 280 Mio.
Euro gefördert.
Vom 12. Bis 17. Oktober zeigen die Lesbisch-Schwule Filmtage
Hamburg, rund 109 Filme in 51 Programmen. In den Kinos Passage,
Cinemaxx Dammtor, Metropolis und B-Movie werden aktuelle Produktionen
aus der ganzen Welt präsentiert. Eine Dorothy Arzner- und eine Andy
Warhol-Reihe wird auch vorgeführt. Kurzfilme laufen dieses Jahr in
sechs verschiedenen Programmen, darunter werden die Programm-Highlights
aus der 15-jährigen Geschichte des Festivals gezeigt. Neu sind dieses
Jahr ein Workshopangebot und eine Podiumsdiskussion über das Thema
"Was wird aus dem Queer Cinema im 21. Jahrhundert?" Mit einer
Geburtstagsparty im Malersaal des Deutschen Schauspielhaus Hamburg wird
das Jubiläum des ältesten lesbisch-schwulen Filmfestivals
Deutschlands gefeiert. "Eine ganze Generation ist inzwischen mit
den Filmtagen groß geworden. Die Filme, die in den letzten 15 Jahren
auf dem Festival liefen, haben sicherlich zur Toleranz unserer
Gesellschaft beigetragen", so Hamburgs Kultursenatorin Karin von
Welck.
Der Thriller „Final Cut“ soll in den USA als erster Spielfilm
über das DTDS (Digital Theater Distribution System) in die Kinos
kommen. Der DTDS-Standard wurde von der US-Multiplexkette AMC Theatres
entwickelt und bisher lediglich für Trailer und Werbung verwendet.
Anders als beim DCI-System (Standard der Majorstudios, Projektion mit
2K) wird das digitale Videosignal per Satellit ausgestrahlt. Daher kann
auch die Bildqualität von DTDS nicht mit der sehr teuren DCI-Variante
mithalten. Kritiker befürchten bei einem Erfolg des Films „Final Cut“
die Verbreitung des DTDS-Standards und einen damit verbunden
Qualitätsverfall des digitalen Kinos. Verfechter des neuen Systems
schätzen das Bild, das ungefähr dem High Definition Standard bei TV
entspricht, als ausreichend ein, vor allem in Hinblick auf das aktuell
gezeigte Genre. „Final Cut“ ist ein Sci-Fi-Thriller, bei dem
Menschen Erinnerungen als Film-Chip eingepflanzt werden. Andererseits
müssen sich unabhängige Verleiher eben unkonventionelle Methoden
suchen um gegen die Macht der Majorstudios ankommen zu können.
Mit dem Ende des Hamburger Filmfest durften sich viele
Filmschaffende über eine Reihe von Preisen freuen. Bereits am 26.
September wurde François Ozon für seinen neuen Film "5 mal
2" mit dem Douglas-Sirk-Preis ausgezeichnet. Zum besten TV-Movie
wurde "Mord am Meer" (Regie: Matti Geschonnek) mit dem
TV-Produzentenpreis von 30.000 Euro gekrönt, "Brothers" von
Susanne Biers erhielt den Preis der Hamburger Filmkritik. Der
Publikumspreis ging an Markku Pölönens "Dog Nail Clipper"
aus Finnland. Der Otto-Sprenger-Preis (10.000 Euro) wurde an Ayse Polat
für den Film "En Garde" verliehen. Ebenfalls von der
Otto-Sprenger-Stiftung erhielt die Produktionsfirma Wüste
Filmproduktion einen Sonderpreis in Höhe von 10.000 Euro. Trotz
Finanzierungsschwierigkeiten gab es auch ein KinderFilmfest.
"Station 4" von Antonio Mercero erhielt den
"Michel" (Universal Pictures Germany) mit 2.500 Euro,
"In Orange" von Joram Lürsen durfte sich mit dem
Publikumspreis rühmen.
Sony Pictures, Warner Bros. und Walt Disney Co. befinden sich im
Gespräch über ein mögliches Joint Venture um das "Digitale
Kino" auf den Weg zu bringen. Obwohl die genaue Struktur des Joint
Ventures noch nicht geklärt wurde, sind bereits Briefe an verschiedene
Finanzdienstleisester versand worden. JPMorgan Securities gehört zu
einem dieser Diesntleister, die sich Gedanken über die Abwicklung und
Finanzierung des Joint Ventures machen sollen. Anhand der angeforderten
Angebote wollen die Studios ab dem 5. November einen Businessplan
ausarbeiten. Die großen Studios haben bereits häufiger darüber
diskutiert ein Joint Venture zu bilden um die Installation von
Projektoren und allen anderen nötigen Komponenten für das
"Digitale Kino" voranzutreiben. Vor zwei Jahren haben sich
die sieben großen Studios bereits zur Digital Cinema Initiative
zusammengeschlossen um gemeinsam einen digitalen Standart zu
beschließen.
Am 18. November findet die Bambi Verleihung in Hamburg statt,
bei der Tom Hanks für seine außergewöhnliche Leistung in der
Kategorie "Internationaler Film" im "Polarexpress"
geehrt wird. Der veranstaltende Burda-Verlag erklärte, dass der 48
Jährige Schauspieler am 18. November Deutschlands wichtigsten
Medienpreis persönlich in Empfang nehmen werde. Beim
"Polarexpress" handelt es sich um einen computeranimierten
Weihnachtsfilm, der in ein paar Wochen in den deutschen Kinos anlaufen
wird. In dem Film soll Hanks neue schauspielerische Wege beschritten
haben. Er übernimmt Rollen vom kleinen Jungen bis hin zum alten Mann,
insgesamt sind es fünf Rollen. Sein spielerisches Talent bildet die
Grundlage für die Figuren. 1994 erhielt Tom Hanks einen Oscar für
seine Rolle in dem Film "Philadelphia", in dem er einen
Aidskranken Anwalt spielte. Ebenso widme sich in diesem Jahr auch die
"Bambi"-Verleihung dem Kampf gegen Aids. Deswegen werden der
DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp und der ehemalige
südafrikanische Präsident Nelson Mandela für ihr Engagement in der
Aidsbekämpfung geehrt.
Das ZDF wirbt damit, am Abend des 25. Oktober Fernsehgeschichte
zu schreiben, mit "Feuer in der Nacht", einem Fernsehspiel,
welches live ausgestrahlt wird. Einen Genre-Begriff haben sie die
Mainzer auch schon einfallen lassen, der die Privatsender vor Neid
erblassen lässt: Live-Movie. Zumindest die Besetzung lässt hoffen,
dass das Werk nicht auch inhaltlich mit dem Niveau von
Eigenproduktionen der Privatsender miteifern wird.
Mag sein, dass die Einbeziehung von Außenmotiven und Ü-Wägen neu
ist, aber wenn die Fernsehmacher mal in die eigene Fernsehgeschichte
schauten, würden sie über diverse Fernsehspiele der Frühzeit
stolpern, die wie "Feuer in der Nacht" mit mehreren Kameras
gedreht und live ausgestrahlt
wurden. Vor der Erfindung des Videorekorders (Ampex) wurden nämlich
alle Fernsehspiele live von den Schauspielern dargeboten.
(Quelle: Movie-College) 25.10.2004
10 Jahre Online Werbung
Ausstellung Medientage
Am Mittwoch wurde auf den Medientagen München 2004 eine kleine
aber besondere Ausstellung eröffnet. Besonderer Anlass ist das 10
Jährige Jubiläum der Online-Werbung und so präsentiert der
Internet-Provider T-Online diese "Best-Of"-Ausstellung.
Gezeigt werden hier besondere Beispiele dessen, was die meisten Nutzer
des Internet als nervig erachten, was jedoch, laut Experten, das
Rückrat des www ist. Pop-Ups und Banner bringen Klicks und Besuche
für Shops und das bringt Werbeeinnahmen für Anbieter von zahllosen
frei zugänglichen Content-Seiten.
Am Mittwoch starteten die Medientage 2004 in München. Die
wichtigste Fachmesse Deutschlands für Medienschaffende eröffnete um
10 Uhr zum 18. Mal. Erster Höhepunkt und gelungener Auftakt war, nach
der Eröffnungsrede des Bayerischen Ministerpräsidenten und nach dem
Grußwort von Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, der Mediengipfel zum Thema
"Merging Media - Potenziale und Konsequenzen der
Digitalisierung". Die Diskussionsrunde war mit den namhaftesten
Vertretern aus Fernsehen und Print besetzt, Helmut Markwort dirigierte
als Moderator die Streitgespräche zwischen Dr. Hubert Burda, Guillaume
de Posch, Jürgen Doetz, Dr. Thomas Gruber, Dr. Herbert Kloiber, Dr.
Georg Kofler, Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, Prof. Markus Schächter,
Roland Steindorf, Gerhard Zeiler und Christiane zu Salm, in denen in
Ärger oder Zufriedenheit auf die unlängst beschlossene
Gebührenerhöhung eingegangen, Geldverwendung und Sparansätze der
öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten thematisiert und der Wandel der
Fernsehlandschaft zum elektronischen Kiosk durch die Digitalisierung
gemeinsam bewertet und für sehr bald erwartet wurde. Viele
interessante Vorträge wurden bereits am ersten Tag angeboten, mehr
noch ist in den verbleibenden zwei Tagen der Messe zu erwarten. Das
Movie-College ist mit seinen Redakteuren vor Ort und berichtet
ausgiebig.
Der Komponist Ennio Morricone dem bereits der Ehrensenatortitel der
Hochschule für Musik und Theater der bayerischen Landeshauptstadt
verliehen wurde feiert morgen sein Deutschland-Debüt in der Münchner
Philharmonie. Dirigieren wird er den Chor des Bayerischen Rundfunks und
das Münchner Rundfunkorchester. Dem Komponist der hauptsächlich für
seine Westernmusik bekannt ist, welche aber nur einen kleinen Teil
seines Repertoires darstellt, ist es ein Anliegen dieses Debüt zu
nutzen um von der Westernmusik wegzukommen. Präsentiert werden aber
trotzdem Ausschnitte aus bekannten Filmmusiken wie "Zwei
glorreiche Halunken", "Spiel mir das Lied vom Tod",
"Es war einmal in Amerika", "Mission" und "Die
Legende vom Ozeanpianisten".
Ab dem März 2005 soll die Reality-Show "Big Brother" in
eine neue Phase eintreten. Über Jahrzehnte sollen die Kandidaten,
immer unter den Augen der Kamera, in einer künstlichen Stadt leben.
Dort haben sie die Gelegenheit ihr Abitur nachzuholen oder sogar eine
Familie zu gründen.
Für die Kandidaten wird eine eigene kleine Welt erschaffen die sich
auf ca. 4000 Quadratmetern abspielt. In dieser kleinen Stadt mit
Kirchturm und Marktplatz leben die Kandidaten wie normale Menschen die
ihre Meisterprüfung machen, eine Familie gründen oder einfach nur
arbeiten gehen. Das dieses Konzept auf harte Kritik stößt ist klar.
Der Medienpsychologe Jo Groebel meint, dass es nach der Show sehr
schwer für die Kandidaten sein könnte wieder in die Realität
einzutreten. Dazu erwiderte der Big Brother Produzent Rainer Laux nur,
dass jeder Kandidat wisse was ihn erwartet. Auch auf die Kritik, dass
sogar in der jetzigen Staffel rechtsextreme Witze erzählt wurden und
diese eigentlich nicht gesendet werden sollten, erwiderte Laux : Die
Kandidaten spiegeln nur reale Gesellschaft wieder.
Rupert Murdoch's Fox Televison Network muß mit einer Millionen
Dollar Klage rechen. In der Reality-Serie "Married By
America" leckt eine Kandidatin Schlagsahne vom Körper eines
männlichen Strippers. Die Ferderal Communications Commission führt
einen Kreuzzug gegen alle "Unanständigkeiten" die im TV zu
sehen und im Radio zu hören sind. Die Klage gegen FOX kommt nur wenige
Wochen nach der bis dato höchsten Klage gegen CBS von 550.000 Dollar.
Diese hatte sich gegen Janet Jackson's entblößten Nippel während des
Super Bowls gewendet. Bereits in diesem Sommer wurde die Sendung von
Skandal-Radio-Jockey Howard Stern abgesetzt, da er in seiner Sendung
über Anal-Sex diskutiert hatte. Seitdem die FFC sich auf ihrem
Kreuzzug befindet, hatte Stern häufiger seine Radiosendung dazu
genutzt, um die Verantwortlichen verbal anzugreifen und um Wähler
gegen George W. Bush zu mobilisieren. Für die Oprah Winfrey Show
liegen ebenfalls bereits 1000 Beschwerden bei der FFC vor, doch bis
jetzt wurden noch keine Maßnahmen ergriffen. Um den Sanktionen der FFC
zu entfliehen setzt Howard Stern seit Anfang dieses Monats auf die
regulierungsfreie Verbreitung seiner Sendung via Satellit.
Frankreich macht es vor. Es soll den Kino- und Bühnenbesitzern in
naher Zukunft erlaubt werden Störsender zu installieren um das
omnipräsente Handyklingeln bei Kulturveranstaltungen zu unterbinden.
Nach Angaben des Ministers klagen immer mehr Kinobesitzer über
sinkende Einspielergebnisse, da sich viele die Gäste vom Gebimmel der
Mobiltelefone gestört fühlen. Bei der Installation der Störsender
soll jedoch darauf geachtet werden, dass nur in den Sälen der Empfang
unterbunden wird. Außerdem sollen Notrufe weiterhin möglich sein Der
Verband französischer Kinos begrüßte die geplante Neuregelung.
"Das ist die Erfüllung einer lange bestehenden Forderung",
sagte Verbandspräsident Jean Labbé. Mit Störsendern sei es erstmals
wieder möglich, "ungestört einen Film zu verfolgen, nur den
Film", betonte er. In den USA haben einzelne Restaurant- und
Kinobesitzer schon seit längerem Störsender installiert. Die
Maßnahme dort sind jedoch etwas weitreichender, denn in der Regel sind
die Telefone auch für Notrufe nicht mehr benutzbar. In Deutschland ist
der Einsatz von Störsendern durch die Regulierungsbehörde für
Telekommunikation verboten, da die Frequenzen exklusiv den
Mobilfunkbetreibern zugeteilt sind. IT-Firmen arbeiten bereits an
möglichen Alternativen zu Störsendern. So sollen Handys beim Betreten
von Kinos via Bluetooth in den Vibrationsmodus versetzt werden. Eine
andere Technik gaukelt den Mobiltelefonen vor, dass kein Netz
verfügbar ist - Anrufer werden automatisch an die Mailbox
weitergeleitet. Den sichersten Schutz gegen Handygebimmel oder
Abhörtelefone bilden allerdings dicke Wände - die idealerweise mit
einem Metallgitter versehen sind. Durch die Abschirmung herrschen im
Innern paradiesische Zustände: keine Netzverbindung und Stille.
Rund 4.350.000 Treffer meldet Google für den Suchbegriff
"Oscar". Darunter gelangt man auch zum Adolf Grimme Preis, da
Journalisten dabei gern vom deutschen "Fernseh-Oscar"
sprechen. Der im westfälischen Marl verliehene TV-Preis, hat nun
Ärger mit Hollywood. Die "Academy of Motion Picture Arts and
Sciences" hat eine deutsche Rechtsanwaltskanzlei beauftragt, für
den Schutz von Oscar zu sorgen, da die Bezeichnung auch in Deutschland
geschützt ist. Zukünftig darf nicht mehr vom "Fernseh-Oscar"
gesprochen oder geschrieben werden. Wie das allerdings praktisch
umgesetzt werden soll, ist noch die Frage. Vielleicht lässt die
Academy jeden Schreiber der vom deutschen Fernseh-Oscar spricht
verklagen, denn es ist anzunehmen, dass vielen Jornalisten die Meinung
der Academy aus Hollywood am Allerwertesten vorbei geht. Bernd Gäbler,
der Geschäftsführer des Grimme-Instituts kommentiert das ganze
Geschehen auch ironisch: "Weil wir möchten, dass sich die Academy
in Hollywood ruhig und ungestört entwickeln kann, bitten wir auch alle
Grimme-Preisträger, Journalisten und auch Herrn Lafontaine, in Zukunft
auf die Bezeichnung 'Fernseh-Oscar' zu verzichten." Er fügt noch
hinzu, dass im Gegenzug, die Academy den "Oscar" als "comparable
with the famous Adolf-Grimme-Award" zu bezeichnen darf.
Zu den Zeiten, als das Heimkino noch nicht existierte, war das
Kinoerlebnis einzigartig. Einen Film ansehen kann heutzutage fast
jeder, sogar mit Surround-Sound und großen Breitbildschirmen. Und im
Internet gibt's die Filme ja fast umsonst... wieso also ins Kino gehen?
In diesem Sinne findet Babette Lischka, Innenarchitektin und
Kinobetreiberin, dass die Kinos sich wieder stärker auf Ambiente und
Gestaltung konzentrieren sollten. Das Ambiente steuere sehr stark zu
Sympathie und Vertrauen bei, da Kinos zu einer Art "Marke"
werden könnten. Die Filmtheater müssen sich an die aktuellen Trends
anpassen. Ihr Rezept für optimal angepasste Kinos ist eine Synthese
aus Luxus und Askese, kurz "Luxese". Erreichen kann man ein
derartiges Ambiente relativ günstig durch Licht, Farben und Baustoffe.
Im bayerischen Gröbenzell, Gilching und Fürstenfeldbruck wurden
derartige Konzepte bereits verwirklicht.
Am vergangenen Dienstag starb Rodney Dangerfield im Alter von 82
Jahren im Medical Center des Universtiy of California, Los Angeles.
Nach einer Herzklappenoperation lag er bereits im Koma, seine Frau äußerte
noch Hoffnungen darauf, dass er bald wieder zu sich komme. Dangerfield
war erfolgreicher Komiker in den USA und bekam 1980 den Grammy für die
beste Comedy-Show. Er diente mit seinem Comedy-Club in Manhattan
einigen Komödianten wie Jim Carrey oder Jerry Seinfeld als Sprungbrett
ihrer Karriere. In Deutschland kennt man ihn aus Filmen wie "Caddyshack
- Wahnsinn ohne Handicap" oder "Little Nicky".
Im Mai startete Anke
Engelke, 38, als Nachfolgerin von Harald Schmidt bei Sat.1 ihre
eigene Sendung "Anke Late Night". Sie kämpfte seither gegen
schlechte Kritiken und sinkende Quoten. Nun ist sie gezwungen Ihre
Late-Night-Show abzusetzen. Der Sender bestätigte, dass Anke Engelke,
die Produktionsfirma Brainpool und Sat.1 am Dienstag gemeinsam
entschieden hätten die letzte "Anke Late Night" am 21.
Oktober zu produzieren und auszustrahlen. Bei solch einer
Vertragsauflösung geht es um sehr viel Geld. Rund 40 Millionen Euro
sollte die Kölner Produktionsfirma Brainpool erhalten. Ursprünglich
war der Vertrag auf drei Jahre angesetzt. Aufgrund sinkender Quoten
sowie Werbeeinnahmen, drohte Ankes Show für Sat.1 rote Zahlen zu
schreiben. Keinen "Lichtblick" für die Sendung sah auch
ProSiebenSat.1-Vorstandschef Guillaume de Posch, der noch im Juli einen
Erfolg der Sendung forderte und sich schon im Herbst einen
zweistelligen Marktanteil erhoffte.
Die US-Schauspielerin Janet Leigh starb in der Nacht zum Montag im
Alter von 77 Jahren friedlich in ihrem Haus in Beverly Hills. Berühmt
wurde sie durch die Szene als Opfer in der Dusche in Alfred Hitchcocks
"Psycho". Sie spielte in über 50 Filmen mit allen großen
Schauspielern der damaligen Zeit. In ihrer Ehe mit Tony Curtis gebar
sie die beiden Töchter Kelly Curtis und Jamie Lee Curtis, die
ebenfalls bekannte Schauspielerinnen wurden. Für die berühmte
Duschszene musste Leigh übrigens 7 Tage unter der Dusche verbringen -
seitdem hatte sie in der Tat Unbehagen beim Duschen.
In USA wird die Rechtsprechung gegenüber Filmpiraten drastisch
verschärft. Abfilmen wird nun mit bis zu drei Jahren Gefängnis
bestraft werden, bei wiederholtem Verstoß sogar mit bis zu sechs
Jahren. Der „Piracy Deterrence and Education Act“ verspricht sich
dadurch einen Rückgang illegaler Kopien. Das neue Gesetz wirkt sich
auch auf andere Tauschbörsen-Gegenstände wie Musik und Software aus.
Vor drei Monaten schien die Möglichkeit einer Wiedervereinigung
zwischen Disney und Pixar nicht ausgeschlossen. Jetzt kündigte
Disney-President Bob Iger während der Royal Television Society Tagung
in London an, dass künftig eine erneute Partnerschaft
"unwahrscheinlich" sei. Die Zusammenarbeit mit Pixar sei
"lang und produktiv" gewesen, jedoch sei diese nun zu einem
natürlichen Ende gekommen. "Als Pixar angefangen hatte, brauchte
es den Einfluss von Disney in Bereichen wie Marketing und Distribution
sowie die finanzielle Unterstützung, doch jetzt ist man wohl der
Meinung, es auf eigene Faust schaffen zu können, ohne finanzielle
Unterstützung und Hilfe beim Marketing", erklärte Iger.
Gestern ging das siebte Visual-Effects
Branchenmeeting eDIT/VES zu Ende. Zu den Ehrengästen zählten Vilmos
Zsigmond, Christiane Kubrick, Dante Ferretti und Tom Rolf. Angesichts
der gestiegenen Besucherzahlen und der guten Resonanz konnten die
Veranstalter eine positive Bilanz ziehen. Drei Tage lang diskutierten
Referenten aus Europa und den USA über das bewegte Bild im digitalen
Zeitalter. Im Rahmen der Eröffnungs-Gala verlieh Ministerpräsident
Roland Koch die Festival Honors an die Ehrengäste Tom Rolf, Vilmos
Zsigmond, Dante Ferretti und Christiane Kubrick (stellvertretend für
ihren verstorbenen Mann Stanley). Mit 400 Voranmeldungen gehörte die
kostenlose Ausbildungs- und Informationsbörse eDIT:eDucation zu den
besonders gut besuchten Angeboten im Rahmen der eDIT/VES. Einer der
Höhepunkte war das Gespräch zwischen Tom Rolf und dem eDIT/VES
Kodirektor Tom Atkin. Tom Rolf gewährte Einblicke in seine die Arbeit
als Cutter an großen Filmen wie
"Taxi Driver" oder "Der Pferdeflüsterer".
Am Montag teilte der US-amerikanische Audio-Spezialist Dolby
Laboratories mit, dass die Entscheidung des HD-DVD und des
Blu-ray-Konsortiums über den neuen Audio-Format Standard gefallen ist.
Als Standard der Next-Generation-Disc hat das Konsortium um die HD-DVD
sowohl das neue Format Dolby Digital Plus als auch MLP Lossless
gewählt. Vom 28. bis 31 Oktober findet in San Francisco die AES
Convention statt, auf der die Firma Dolby das Format Dolby Digital Plus für High Definition
präsentieren wird. Die Blu-ray-Gruppe entschied sich dagegen für
Dolby Digital als obligatorisches Tonformat.
Nachdem Eric Bana ("Hulk") die Rolle des britischen
Agenten mit der Lizenz zum Töten abgelehnt hatte, steht nun der
neueste James Bond-Darsteller fest. Sofern man der Gerüchteküche
Glauben schenken kann, übernimmt Dougray Scott nun die von Pierce
Brosnan freigewordene Rolle. Die "Sunday Mirror" berichtete
letzte Woche, dass sich Produzentin Barbara Broccoli für Scott
entschieden hat. Dass er noch ein relativ unbekannter Schauspieler ist,
spricht für die Echtheit der Wahl. Auch der Ur-James Bond Sean Connery
war vor 007 nur als Nebendarsteller oder in Werbungen anzutreffen.
Scott, der im Vergleich zu seinem Vorgänger Pierce Brosnan nicht als
Schönling, sondern eher in groben Zügen auftritt, bietet daher ein
Kontrastprogramm. Somit soll auch die Serie wieder zurück zu seinen
Ursprüngen finden und sich an den Connery-Filmen orientieren: so ist
Scott auch ein gebürtiger Schotte. Nun ist nur noch fraglich ob das
Publikum den geplanten 007-Neuling in seiner Rolle als Fraueneroberer,
Gentleman und Weltenretter akzeptiert.
Der amerikanische Filmemacher, Produzent und bekennender Liebhaber
von nackter Haut Russ Meyer ist im Alter von 82 Jahren an den Folgen
einer Lungenentzündung gestorben. Der Regisseur von Softcore-Filmen,
der sich meist auch um Drehbuch, Schnitt und Finanzierung kümmerte
sagte selbst über sich: "Wenn ich mich nicht so sehr für Busen
interessiert hätte, hätte aus mir vielleicht ein großer Filmemacher
werden können." Seine zahlreichen Bewunderer sahen in dem
Amerikaner einen originellen Filmemacher, der seine Filme um vieles
ästhetischer, künstlerisch anspruchsvoller und unterhaltsamer
inszenierte, als herkömmliche Pornos. Begonnen hatte er seine Laufbahn
als Kriegsfotograf in Europa. Anschließend schlug er sich einige Jahre
als Industriefilmer durch. Die Wende kam mit Nacktfotos seiner zweiten
Ehefrau Eve, die einträglich an den Playboy verkauft wurden. Darauf
drehte Meyer 1959 ohne Drehbuch und in nur vier Tagen seinen ersten
Sexfilm, der 24.000 Dollar kostete und trotz Schwierigkeiten mit der
Zensur das 400-fache der Herstellungskosten einbrachte. Seine
berühmtesten Filme wie "Mudhoney", "Motorpsycho"
und die "Vixen"-Reihe, galten in den 60ern als pornografisch
und werden heute als Filmkunst und wichtiger Teil der Kinogeschichte
gewürdigt. So wurde u.a. 1983 in der Pariser Cinémathèque eine
Retrospektive von Meyer-Produktionen gezeigt. Auch in angesehenen
Instituten wie dem Museum of Modern Art (MoMA) in New York wurden
Meyers Sexfilme inzwischen vorgeführt.
Die Erhöhung der Rundfunkgebühren könnte sich auch auf
Internetuser mit eigenem Computer auswirken. Ab 1. Januar 2007 sollen
auch sie die volle Gebühr bezahlen, selbst wenn sie weder Fernseher
noch Radio haben. Es soll nicht einmal ausschlaggebend sein, ob der
Computer überhaupt einen Anschluss für Rundfunkempfang hat. Diese
Regelung werde vor allem Betriebe treffen, von denen so gut wie keiner
mehr ohne Internetanschluss sei. Ob pro Grundstück, pro Büroeinheit
oder pro PC kassiert wird, sei aber noch unklar.
Während sich die ARD in ihren neuen Leitlinien vergangene Woche
noch wortreich zu ihrem Schwerpunkt Information und "investigativem
Journalismus zur besten Sendezeit" bekannte, wurde schon diese
Woche beschlossen die politischen Donnerstags-Magazine
"Monitor" (WDR), "Panorama" (NDR) und
"Kontraste" (RBB) ab Januar in den späten Abend von 20.15
Uhr auf 21.45 Uhr zu verbannen. Die Entscheidung gelte zunächst für
2005, so WDR-Fernsehdirektor Ulrich Deppendorf, der sich bis zuletzt
gegen die Verschiebung gewährt hatte. Erst Januar 2002 wurden die
Magazine von 21 Uhr auf 20.15 Uhr vorverlegt. Für "Unterhaltungs-Events"
wie Pilawas "Star-Quiz" und Filmmehrteiler wurden die Formate
bereits öfters auf 21.45 Uhr verschoben, oder sie entfielen gleich
ganz. Dies alles geschah wohl zum Wohl der Quote. Laut
ARD-Medienforscher Camille Zubayr erreichte der Sender donnerstags
abends 16,6% Marktanteil mit Unterhaltung, mit den Polit-Magazinen nur
11,9%. "Monitor"-Chefin Sonia Mikich ist enttäuscht:
"Ein Festhalten an 20.15 Uhr wäre ein Signal gewesen, dass man
den Mut hat, einen Abend in der Woche nicht mit Trallala
anzufangen." Die Verschiebung bringt die Konkurrenz zum
ZDF-"heute-journal" mit sich.
Nachdem Fatih Akin für "Gegen die Wand" den Goldenen
Bären auf der Berlinale erhielt, folgt jetzt der Gilde-Filmpreis in
Gold als Bester deutscher Film. Im Rahmen der Filmmesse Leipzig wurde
außerdem Sofia Coppolas "Lost in Translation " als Bester
ausländischer Film ausgezeichnet. Die Filmpreise in Silber erhielten
Hans-Christian Schmid für "Lichter" und Lars von Triers
"Dogville". "Die Geschichte vom weinenden Kamel"
von Luigi Falorni und Byambasuren Davaa erhielt den Preis als Bester
Dokumentarfilm.
In den neuen Leitlinien für die künftige Programmgestaltung wollen
sich ARD und ZDF durch das Bekenntnis zu Information, Kultur und Schutz
der Menschenwürde im Unterhaltungsbereich deutlich gegen die Privaten
abgrenzen. Das "Erste" wolle unbedingt an Werten wie Respekt,
Toleranz und Achtung der Menschenwürde festhalten, was auch für
Talkshows gelte. Bei beiden Programmen soll die Informations- und
Nachrichtenschiene mit hochwertigen Magazinen, Dokumentationen und
Reportagen als stärkste Säule in den kommenden zwei Jahren im
Mittelpunkt stehen. Kinder- und Jugendsendungen werden ihren festen
Platz im Wochenend- und Feiertagsprogramm beibehalten. Angesichts der
Verantwortung für diese Altersgruppen will das "Erste"
werbe- und gewaltfreie Formate anbieten, die den Nachwuchs
altersgerecht und unterhaltsam informieren sollen. Die ARD verspricht
auch eine klare Trennung von Werbung und Programm. Bei der Beteiligung
von Zuschauern per Telefon verzichtet der Sender grundsätzlich auf
teuere 0190-Nummern. Als "völlig unakzeptabel" wies der
ARD-Vorsitzende die mögliche Überwachung des öffentlich-rechtlichen
Rundfunks besonders beim Jugendschutz durch die Landesmedienanstalten
zurück. Wer 'Big Brother' im Vorabendprogramm akzeptiere,
disqualifiziere sich selbst als Jugendschutzverständiger, so
ARD-Gremienvorsitzenden, Karl-Heinz Kutz. Trotz der vielen
Gemeinsamkeiten herrscht scheinbar auch große Konkurrenz zwischen den
beiden Sendern. Ausdrücklich lege sich die ARD nicht auf eine
bestimmte Altersgruppe als Zielpublikum fest. Programmdirektor Günter
Struve nannte es falsch, dass das ZDF in seiner
Selbstverpflichtungserklärung die 14- bis 59-Jährigen als Zielgruppe
nenne: "Das Diktat der Werbewirtschaft auf den
öffentlich-rechtlichen Rundfunk übertragen zu wollen, hält die ARD
für falsch", so Struve. Im Hinblick auf die Entscheidung beider
Sender für die Nachrichtenschiene, meinte Struve zudem, dass man bei
der ARD Information strenger definiere als das ZDF, das auch Sendungen
wie "Aktenzeichen XY.." als Informationsangebot verstehe.
Laut des ARD-Vorsitzenden Jobst Plog sollen die Richtlinien auch auf
die dritten Programme sowie den Hörfunk übertragen werden. Die
Beschlüsse seien mühevoll gefasst worden und sollen am 1. Oktober in
Kraft treten.
Im Herbst soll das Video-on-Demand-System von Visono anlaufen und
über das Internet sämtliche Bildungsinrichtungen in Deutschland mit
Filmen beliefern. Dies beschloß die Konferenz der Landesfilmdienste (KdL),
eine Institution die vor 50 Jahren als bundesweiter Dachverband der
regionalen Landesfilmdienste gegründet wurde. Die KdL vermittelt und
fördert den Verleih von Medienprodukten für Kultur, Wissenschaft und
Bildung. Heinz-Joachim Herrmann, Geschäftsführer der KdL meint:
"Mit dem VoD-System von Visono haben wir eine flexible
Standardlösung gefunden, mit der wir unser VoD-Portal binnen weniger
Wochen im Bildungsbereich online bringen können". Dabei wird
Visono dafür verantwortlich sein den Katalog der KdL zu importieren,
die Filme zu digitalisieren und zu verschlüsseln und das Hosting der
Plattform zu garantieren.
Insgesamt wurden bei dem diesjährigen Fernsehpreis 21 Kategorien
bekannt gegeben. Um den Titel Bester Fernsehfilm/Mehrteiler
konkurrieren "Stauffenberg", "Das Wunder von
Lengede" und "Die Quittung". Für den Schauspielerpreis
im Bereich Fernsehfilm sind Sebastian Koch ("Stauffenberg"),
Tobias Moretti ("Die Rückkehr des Tanzlehrers") und Ulrich
Tukur ("Tatort: Das Böse") bzw. Martina Gedeck ("Hunger
auf Leben"), Nina Hoss ("Wolfsburg") und Jessica Schwarz
("Kalter Frühling") nominiert. Im Bereich Serie können
Henning Baum ("Mit Herz und Handschellen"), Sebastian Bezzel
("Abschnitt 40: Straßen der Nacht") und Thomas Sarbacher
("Der Elefant - Mord verjährt nie") bzw. Katharina Abt
("Der Elefant - Mord verjährt nie"), Iris Böhm ("Die
Sitte") und Nana Krüger ("Abschnitt 40:
Schusswaffengebrauch") auf den Preis hoffen. Als Beste Serie sind
"Abschnitt 40", "Edel & Starck" und "Der
Elefant - Mord verjährt nie" nominiert. Die Verleihung findet am
9. Oktober im Kölner Coloneum statt.
Leighs Spielfilm um eine Mutter aus der Arbeiterklasse im England
der 50er Jahre, die illegale Abtreibungen vornimmt, um Frauen und
Mädchen in sozialer Not zu helfen, wurde mit der höchsten
Auszeichnung des Filmfestivals in Venedig ausgezeichnet. Der britische
Regisseur zeichnet in seinem Film ein vielschichtiges Bild über
ein Thema, das auch heute noch sehr kontrovers diskutiert wird.
Alejandro Amenabar's "Mar Adentro", ein Film über einen
Seemann, der, nach einem Tauchunfall gelähmt, 30 Jahre lang um das
Recht kämpfte, sterben zu dürfen, wurde mit dem großen Preis der
Jury ausgezeichnet.
"3-iron", die poetische Geschichte um Liebe und Einsamkeit
von Kim Ki-Duk, erhielt den Preis für die beste Regie.
Regisseur Marcus Mittermeier und Hauptdarsteller und Autor Jan
Henrik Stahlberg werden für "Muxmäuschenstill" mit dem
Nachwuchsförderpreis der Deutschen Bahn ausgezeichnet. Der Preis wird
das erste Mal im Rahmen des 15. Hessischen Film- und Kinopreises am 6.
Oktober verliehen. "Monsieur Ibrahim und die Blumen des
Koran" erhält den von der Wochenzeitung "Die Zeit" und
der Frankfurter Buchmesse erstmalig vergebenen Preis für die beste
internationale Literaturverfilmung. Margarethe von Trotta bekommt den
Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch für
besondere Leistungen in Film und Fernsehen. Die weiteren Gewinner des
Hessischen Film- und Kinopreises und Fernsehpreises werden erst bei der
Verleihung bekannt gegeben.
Heute um 11.30 Uhr werden Schauspieler Peter Lohmeyer und Regisseur
Hark Bohm im Namen von mehr als 900 Kollegen eine unterschriebene
Protestliste an die Vizepräsidentin der Hamburger Bürgerschaft,
Bettina Bliebenich vor dem Hamburger Rathaus übergeben. Die
Filmschaffenden sprechen sich so im Rahmen der Protestaktion "Film
für Hamburg" gegen Kürzungen in der regionalen Filmförderung
aus. Gleichzeitig verlange man von Seiten der Politik ein
"zukunftsweisendes Signal für eine professionelle
Standortpolitik", um in der Region Hamburg weiterhin erfolgreiche
Filmproduktionen und damit verbundene Arbeitsplätze zu garantieren.
Die Initiatoren sind die Interessenvertretung von Medien- und
Filmschaffenden (connexx.av) in der Dachgewerkschaft ver.di, der
Bundesverband Kamera (bvk), der Bundesverband Filmschnitt (B.F.S.), der
Bundesverband Produktion (BvP), der Bundesverband Bühne und
Beleuchtung (BVB), der Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD), der
Verband Deutscher Tonmeister (VDT) und der Verband Hamburger
Requisiteure (VHR).
Nachdem 25 führende amerikanische und englische Unternehmen ihr
kommen in Cannes fest zugesagt hatten, fanden sie sich trotzdem nicht
auf der diesjährigen MIFED in Mailand ein. Trotzdem soll die Filmmesse
dadurch nicht ihr Ende finden. Die einzige Erklärung, die die
Verantwortlichen finden, ist das fast gleichzeitige Stattfinden des
amerikanischen Filmmarktes (AFMA). Man beabsichtige wohl die Messe in
Mailand so zu boykottieren. Mehr als 350 Filmvorführungen sind für
das fünftägige Festival geplant, das vom 12. bis zum 16. Oktober
stattfindet. Der amerikanische Filmmarkt läuft vom 3. bis zum 10.
November. Seit dieses Event in den Herbst verschoben wurde, ist ein
regelrechter Kampf um die Zeit und Kunden ausgebrochen.
Der Redakteur Raf Shakirov der bekanntesten Tageszeitung Russlands 'Izvestiya'
wurde zwei Tage nachdem die Zeitung das Vorgehen der Regierung bei der
Schultragödie in Beslan kritisiert hatte, entlassen. In einem Artikel
wurde beanstandet, dass Verantwortliche die Anzahl der Geiseln auf nur
350 Personen festgelegt hatten, dass Eltern noch vor der Polizei die
Schule betreten durften und dass von den Geschehnissen im TV nur ‚zensiert'
berichtet wurde. Teilweise wurde live berichtet, doch sehr bald
stellten alle auf aufgezeichnetes Material um. Die staatlichen Sender
hätten gewartet bis ihnen vorgeschrieben wurde, was sie sagen und
zeigen dürfen, so Irina Petrovskaya in dem Artikel. Weiter schrieb
sie, dass man in der offiziellen Version noch mehr Lügen erwarte und
dass es Folgen für diejenigen hätte, die über die Wahrheit
berichten. Zwei von Russlands führenden, unabhängigen Journalisten
durften erst gar nicht nach Beslan reisen. Andrei Babitsky von Radio
Liberty wurde am Vnukovo Flughafen in Moskau festgehalten, weil die
Polizei in seinem Gepäck Sprengstoff vermutete. Anschließend
starteten zwei Fremde eine Schlägerei, worauf Babitsky zu fünf Tagen
im Gefängnis verurteilt wurde. Anna Politkovskaya, eine Reporterin von
Novaya Gazeta, die schon wegen früherer Berichterstattung Probleme
bekommen hatte, wurde auf den Flug von Vnukovo nach Rostov krank
nachdem eine Stewardess ihr Tee gegeben hatte. Laut einer Untersuchung
sei sie vergiftet wurden.
Woody Allen, Annette Bening und Jeff Bridges werden auf dem 52. San
Sebastian International Film Festival je einen Donostia Lifetime
Achievement Award überreicht bekommen. Zusätzlich wird Allen mit
seinem neuen Film "Melinda and Melinda" das Festival
eröffnen und seine Filme werden in der Retrospektive gezeigt.
Am 24. Juni 2004 hatte Prinzessin Caroline von Monaco beim
Europäischen Gerichtshof in Straßburg eine Klage eingereicht, die
untersagen sollte Fotos von ihrem Privatleben zu veröffentlichen. Die
Klage war erfolgreich. Durch das "Caroline-Urteil" wird
jedoch befürchtet, dass die Berichterstattung über Prominente
demnächst einer Art Zensur zum Opfer fallen wird. Es müsse jetzt um
Erlaubnis für Fotos von Prominenten in privaten Situationen gebeten
werden. Von der Bundesregierung trotz des massiven Drucks deutscher
Medien anerkannt, lehnen aber die CDU und vor allem der Deutsche
Journalistenverband (DJV) den Beschluss ab. Das Urteil behindere die
Arbeit der Presse mehr als notwendig, so der Unions-Medienpolitiker
Ruprecht Polenz. Die Unionsfraktion plane daher die Bundesregierung in
einem Entschließungsantrag aufzufordern, in Straßburg Rechtsmittel
gegen das Urteil einzulegen. Jedoch sind sich auch in der CDU nicht
alle einig. Man befürchtet, dass einige Kabinettsmitglieder aus
eigenem Interesse gegen den Rechtsmittelverzicht gestimmt haben, jedoch
verwies Unionschefin Merkel darauf, dass nach dem Straßburger Urteil
durchaus über Fehltritte von Politikern im Privatleben berichtet
werden dürfe. DJV-Vorsitzender Michael Konken wertete das Urteil als
"harten Schlag" gegen die Pressefreiheit. Das Straßburger
Urteil schränke die Pressefreiheit in einer nicht hinnehmbaren Weise
ein, so Konken. ZDF-Intendant Markus Schächter sprach sich ebenfalls
gegen die Entscheidung der Regierung aus. Es sei zu befürchten, dass
Begründungen des Straßburger Richterspruchs von deutschen Gerichten
verallgemeinert und auf jedwede Form der Berichterstattung angewendet
würden. Unterdessen versucht das Bundesverfassungsgericht die Debatte
zu entschärfen. Falls sich zeigen sollte, dass es dauerhafte
Kollisionen zwischen dem Schutz der Pressefreiheit nach dem Grundgesetz
und der Rechtsauffassung des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte gebe, müsse dies gegebenenfalls in einem späteren
Verfahren geschehen. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes habe in
Deutschland zwar keine Rechtsverbindlichkeit, aber einen Richtwert. Der
Europarat könne gegen Deutschland eine Geldstrafe verhängen, wenn
sich deutsche Gerichte nicht an die Urteile des Straßburger
Gerichtshofes hielten. Bei Widersprüchen müsse die deutsche
Gesetzgebung angepasst werden.
Immer wieder werden durch Probleme am Set die Dreharbeiten
verlängert, aufgeschoben oder unterbrochen. Das passierte jetzt dem
von Paramount Pictures und MTV produzierten Film "Aeon Flux".
Hauptdarstellerin Charlize Theron verletzte sich bei Dreharbeiten in
Berlin während eines Stunts. "Aeon Flux" wird mit einem
Budget von $55 Million gedreht und hält hohe Herausforderungen für
Charlize Theron bereit. Sie spielt eine Killerin, die Teil einer
Rebellion ist und einen Regierungsführer ermorden soll. Der Film
basiert auf einer futuristischen, animierten MTV Serie, konzipiert von
Peter Chung. Die Verletzung könnte einen Domino Effekt auf die
nächsten Projekte mit der Schauspielerin haben. So sind u.a. die
Dreharbeiten zu Warner Bros. Pictures "Class Action" davon
betroffen.
Am Montag lief auf ProSieben die erste Sendung der neuen TV-Show
"Hire or Fire". Die Zuschauerquote von sechs Prozent in der
werberelevanten Gruppe von 14 bis 49 Jahren bedeutete aber das
sofortige Aus für die Show. Am Dienstag ließ der Sender verkünden,
dass "Hire or Fire" aus dem Programm genommen wird. Der
Produzent John de Mol konnte dieses Mal mit seiner Show die Zuschauer
nicht überzeugen und muss der Wahrheit ins Auge sehen, dass das
Interesse an diesem Thema doch sehr gering ist. Der Milliardär wollte
persönlich aus 10 Bewerbern einen Kreativdirektor für eine
TV-Produktionsgesellschaft aussuchen. Die in zwei Gruppen aufgeteilten
Kandidaten hatten die Aufgabe eine Schlagzeile zu liefern. Das erste
Team hat durch eine fragwürdige Autoputzaktion Geld für Terroropfer
von Beslan gesammelt. Ihre Konkurrenten schafften es, Schlagersänger
Jürgen Drews dazu zu bewegen, Geld an Arbeitslose zu verteilen. Die
ähnliche Show von Donald Trump lief sehr erfolgreich in America. In
Deutschland aber haben erst 950.000 Zuschauer die Sendung verfolgt.
"Wer wird Millionär?" mit Günter Jauch, die in der selben
Zeit lief schnitt dagegen mit 8,45 Millionen besser ab.
Der 76jährige James Garner wird für sein Lebenswerk von der Screen
Actors Guild ausgezeichnet und erhält damit die höchste Auszeichnung
der SAG. James Garner stammt gebürtig aus Oklahoma und begann seine
Kariere in den 50er Jahren, nachdem er im Koreakrieg gedient hatte, als
Bret Maverick in der gleichnamigen Serie Maverick. Er verlies die Serie
1960 nach Streitigkeiten mit den Produzenten. Danach spielte er in
mehreren Filmen ("Thrill of It All," "Move Over,
Darling," "The Great Escape" und "Support Your
Local Sheriff!"), in der von ihm bekannten Maverick-Manier. Einen
weiteren großen Erfolg feierte er als Jim Rockford von 1974 - 1980 mit
der Serie "The Rockford Files". Die Rolle brachte ihm 1977
einen Emmy Award ein.
Den Medienpreis des Forschungsinstituts "Medien Tenor"
wies das ZDF für die Sendung "Berlin direkt" als
Auszeichnung für das vielfältigste deutsche TV-Magazin jetzt zurück.
Als Begründung gab das ZDF an, dass es in der jüngeren Vergangenheit
oft genug Anlass gegeben hätte, an den Basisdaten und deren
unvoreingenommener Interpretation durch "Medien Tenor" zu
zweifeln. Den "Reform Media Award" erhielten die
"ARD-Tagesthemen", das "ZDF-heute-Journal", die
Wochenzeitung "Die Zeit" und die Tageszeitung "Die
Welt". Die "Süddeutsche Zeitung" wurde als deutsche
Tageszeitung mit dem vielfältigsten Politik- und Wirtschaftsteil
ausgezeichnet. Weiterhin wurde die "Frankfurter Allgemeine
Zeitung" (FAZ) zum "Agenda Setter of the Year" gekürt.
Den Preis als beste Fernsehnachrichten weltweit erhielt das
tschechische "Ceska TV". Der Preis für Online-Medien ging an
die Website der Washington Post. "The Wall Street Journal
Europe" gewann den Preis der "Global Business Media".
Für die beste Kommunikation wurden die Analysten der Unternehmen
HypoVereinsbank, General Motors, Siemens, der Fußballclub Werder
Bremen und das Bundesland Baden-Württemberg ausgezeichnet. Der Special
Award ging an Amnesty International. Zusätzlich wird die Arbeit der
Menschenrechtsorganisation ein Jahr lang unterstützt.
Am ersten Februar 2004 sorgten Justin Timberlake und Janet Jackson
für Aufruhr. Timberlake entblößte während der Halbzeitshow des
Endspiels der Nordamerikanischen Football League die rechte Brust
seiner Gesangspartnerin. Die amerikanische Medienaufsicht FCC hat nun
den Sender Viacom zur Höchststrafe von 550.000 Dollar verurteilt. Es
handelt sich ihrer Meinung nach um "unanständiges Material, das
geschlechtliche Handlungen oder Organe in einer Art darstellt, wie sie
nach den derzeitigen Standards für das Fernsehen bestraft werden
muss". Obwohl seitens des Senders keiner über die folgenreiche
Aktion Bescheid wusste, erfolgte die harte Bestrafung. Die Show wurde
schließlich von MTV, ein Tochterunternehmen von Viacom, produziert.
Somit hätten die Verantwortlichen von Viacom wenigstens Bescheid
wissen können. Die FCC erhielt übrigens über eine halbe Million
Beschwerden bezüglich dieses Skandals.
Rund 400 Filme schlugen diverse Verbände, Institutionen, Festivals,
Fachzeitschriften, Akademiemitglieder und Produzenten aus ganz Europa
für den Europäischen Filmpreis 2004, verliehen in Barcelona am 11.
Dezember, vor. 42 Filme schafften es in die Auswahlliste, die der
Vorstand der EUROPEAN FILM ACADEMY empfahl. Anhand dieser Liste sollen
nun die 1.600 Mitglieder der European Film Academy die Wahl für die
Nominierungen in 17 verschiedenen Kategorien treffen, u.a.: Film,
Regisseur, Schauspieler, Schauspielerin, Drehbuch, Kamera und - zum
ersten Mal - Filmmusik. Drei deutsche Filme schafften es mit
aufgenommen zu werden: "Gegen die Wand" von Faith Akin, Achim
von Borries' "Was nützt die Liebe in Gedanken?" und
"Agnes und seine Brüder" von Oskar Roehler.
Die Digitalisierung des TV-Broadcast kommt in Deutschland langsamer
voran, als angenommen. Laut der aktuellsten Goldmedia-Studie wird das
analoge TV bis 2010 nicht abgelöst werden können. Es wird lediglich
eine Digitalisierung von 45% der Haushalte erwartet. Als Hauptbremse
erweist sich der digitale Kabelanschluss. Die Programmvielfalt ist
bereits ausreichend groß, die Kabelkunden sehen keinen Grund, sich
digitale Receiver anzuschaffen. Anders ist die Situation bei
terrestrischem Empfang und Satellitenempfang. Hier liegt die
Zuwachsrate sogar höher als angenommen.
Zum 1. April 2005 sollen die Rundfunkgebühren erneut steigen - um
86 Cent monatlich. Erstmals folgen die Länder damit nicht der
unabhängigen Gebührenkommission, die die Erhöhung schon für
Jahresbeginn forderte. Außerdem sollen die öffentlich-rechtlichen
Sendeanstalten zu Einsparungen im mehrstelligen Millionenbereich
angehalten werden, um die Differenz zwischen dem Gebührenvorschlag der
Länder und der Kommission auszugleichen. ARD und ZDF zeigen sich
derweil unzufrieden über die geringer als geplant ausfallenden
Beitragssteigerung und Sparmaßnahmen und behalten sich eine
Verfassungsklage vor. Zum Sparplan gehören auch Stellungsstreichungen
- 255 bei der ARD und 300 beim ZDF. Die Ausgaben der Sender für
Marketing und Online-Angebote müssen gedrosselt und auf einen
bestimmten Höchstbetrag eingefroren werden. Als weitere Sparmaßnahmen
schlugen die Ministerpräsidenten vor, die bundesweite Empfangsgarantie
für ARD und ZDF via Antenne abzuschaffen. Satellit und Kabel seien
günstige Alternativen. Der Vorsitzende der Rundfunkkommission der
Länder, der rheinland-pfälzische Regierungschef Kurt Beck (SPD),
warnte vor einer Verfassungsklage, da ein Rechtsstreit zwei bis drei
Jahre dauern würde, in der die Tarifanhebung nicht wirksam werden
könne, wodurch ARD und ZDF Millionen verlieren würden. Die
endgültige Entscheidung über das künftige Gebührenausmaß wird auf
der Konferenz aller Ministerpräsidenten vom 6. bis 8. Oktober fallen.
Nach heftigen Verrissen seines neuen Films "Les Parisiens"
in der französischen Presse will Claude Lelouch dem Publikum
Gelegenheit geben, sich selbst ein Bild von dem Film zu machen. Am
Freitag ist eine kostenlose Vorführung in allen 400 Kinos, die den
Film im Programm haben, angesetzt. Die Freikarten wolle der Regisseur
aus eigener Tasche bezahlen. Der erste Teil seiner Trilogie "Le
genre humaine" ist in der Presse nur sehr schlecht weggekommen.
"Libération" schrieb, der Film sei ein "pathetischer
Reinfall". "Le Monde" nannte ihn
"ungenießbar". Der Film feierte auf dem Festival du Cinéma
Américain in Deauville, wo Lelouch Jurypräsident war, Premiere.
Vom 18. bis 20. September öffnet die cinec in München ihre Tore.
Während man im Allgemeinen größere Reisen unternehmen muss, um den
aktuellen Stand der technischen Entwicklung im Medienbereich in
Augenschein zu nehmen, etwa zur IBC (Amsterdam) oder der NAB (Las
Vegas), bietet die cinec alle zwei Jahre die Chance, sich auch
hierzulande auf den neuesten Stand zu bringen. Dass dies in München
geschieht, liegt nahe, da zahlreiche Hersteller speziell aus dem
Film-Bereich hier angesiedelt sind. Unter den Produkten der vertretenen
Aussteller wird der Cinec Award vergeben für hervorragende Leistungen
auf den Gebieten der Filmtechnik, Veranstaltungstechnik und
Postproduktion. Infos gibt es unter: www.cinec.de
In der Kategorie Bester Film wurden Jan-Martin Scharfs
"Wahrheit oder Liebe" (Kunsthochschule für Medien Köln) und
Caroline Daubes "Meine Eltern" (Filmakademie
Baden-Württemberg) mit dem Studio Hamburg-Nachwuchspreis
ausgezeichnet. Auch der Preis in der Kategorie Beste Regie wurde gleich
zweimal an die dffb-Absolventen Manuel Flurin Hendry
("Strähl") und Nicolai Albrecht ("Mitfahrer")
verliehen. Felix Randau (ebenfalls dffb-Absolvent) wurde für
"Northern Star" als Bester Drehbuchautor geehrt. Als beste
Nachwuchsschauspieler wurden Nadja Bobyleva ("Tatort: Janus",
"Raus ins Leben", "Der Freund meiner Mutter") und
Vinzenz Kiefer ("Im Namen des Herrn" und "Tatort: Im
Visier") mit dem Günter-Strack-Fernsehpreis 2004 ausgezeichnet.
Den Talents Award 2004 erhielt Michaela Kezele von der HFF München
für "Ich liebe Dich".
Bei der ersten kommerziellen Vorführung des Films "Der
Untergang" zeigte sich das Publikum in Toronto ergriffen und
begeistert. Unter der Regie von Oliver Hirschbiegel entstand ein
zweieinhalbstündiges Werk über die letzten Tage Hitlers in Berlin.
Der Film, der in Amerika bereits spannend erwartet wurde, löste
Standing Ovations beim Publikum aus. Vorort waren Oliver Hirschbiegel,
Produzent Bernd Eichinger und die beiden Hauptdarsteller Bruno Ganz
(als Hitler) und Alexandra Maria Lara (als Traudl Junge, Hitlers
persönliche Sekretärin), die die Begeisterung erleichtert entgegen
nahmen.
Den Kinoprogrammpreis Mitteldeutschland für das beste
Jahresfilmprogramm 2003 und die damit verbundene Prämie von 10.000
Euro hat jetzt die Schaubühne im Lindenfels (Leipzig) erhalten. Der
Preis wurde zum zweiten Mal im Rahmen der Filmmesse von der
Mitteldeutschen Medienförderung (MDM) und dem Mitteldeutschen Film-
und Fernsehproduzentenverband verliehen. Weitere Auszeichnungen
(jeweils 5.000 Euro) gingen and die Leipziger Kinos Cineding und
Passage Kino, das Programmkino Ost und die Schauburg in Dresden, sowie
an das Lux-Kino am Zoo in Halle. Den Sonderpreis für eine alternative
Abspielstätte verbunden mit 5.000 Euro erhält das Schulkino Dresden.
Das legendere Hollywood-Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) wurde
von einem Konsortium unter Führung von Sony für rund fünf Milliarden
Dollar gekauft. Der eigentliche Preis beträgt fast 3 Milliarden, doch
weil MGM Schulden in Höhe von 1,9 Milliarden Dollar hatte, wurden
diese durch den Kauf beglichen. Time Warner wollte ebenfalls MGM für
4,6 Milliarden aufkaufen. Damit gehen die Aktien an den japanischen
Unterhaltungselektronik-Riese, der den Kauf am Montag bestätigte. Außer
der Sony-Tochter Sony Corporation of America gehören zu der Käufergruppe
die großen US-Investmentfirmen Providence Equity Partners Inc., Texas
Pacific Group und DLJ Merchant Banking Partners. Seit Jahrzehnten wurde
das Studio von dem amerikanischen Multimilliardär Kirk Kerkorian
kontrolliert. MGM verfügt über eine Filmbibliothek mit über 4000
Filmen, darunter die legendären James-Bond- und Rocky-Streifen.
Die Filmpartnerin von Hugh Grant aus dem Film "About a boy",
Fritha Goodey, hat sich in Ihrer Wohnung im Londoner Stadtteil Notting
Hill, selbst erstochen. Ihre Freunde vermuten, dass Angst vor
beruflichem Misserfolg die 32 jährige zu der Verzweiflungstat bewegt
hat.
85% der Befragten in einer Meinungsumfrage vertrauen russischen
Nachrichten nach der Geiselnahme in Beslan nicht mehr. Die Befragung
wurde in ganz Russland von einem unabhängigen Analytikzentrum in St.
Petersburg durchgeführt. Es ist eine ernüchternde Statistik, die an
Zeiten im Kommunismus erinnert, wo Falschinformation gebräuchlich war.
Besonders Fernsehsender geraten seit Beslan unter Beschuss, da sie laut
Regierungsinformationen verbreiteten, dass nur 350 Personen - weniger
als ein Drittel der tatsächlichen Zahl - als Geiseln genommen wurden
und später zögerten die Tragödie am Freitag zu zeigen. Auch blieben
sie bei den vom Kreml genehmigten Details über den Sturm auf die
Schule und kehrten danach schnell wieder zum normalen Programmablauf
zurück. Jeder der Sender werde auf die eine oder andere Art und Weise
von der Regierung kontrolliert.
Sommer 2004 wurden in den US-Kinos rund 737,8 Mio. Karten verkauft,
was zu einer Rekordsumme von knapp vier Mrd. Dollar führte. Damit sei
der bisherige Einnahmerekord aus dem Vorjahr um drei Prozent überboten
worden. Ausschlaggebend sei aber nicht ein Besucherzuwachs, sondern
eine Preiserhöhung der Kinotickets. Bei den Besuchern sei vielmehr ein
Rückgang um 0,8% zu verzeichnen. Erfolgreichster Film wurde "Shrek
2" mit einem Einspiel von 436,7 Mio. Dollar, gefolgt von "Spider-Man
2 " (370 Mio. Dollar) und "Harry Potter und der Gefangene von
Askaban " (247 Mio. Dollar). Außerdem erreichten "The Day
After Tomorrow ", "Troja ", "I, Robot " und
"The Village - Das Dorf " die 100 Mio.-Dollar-Grenze.
"Fahrenheit 9/11 " wurde mit einem Einspiel von fast 120 Mio.
Dollar erfolgreichster Dokumentarfilm aller Zeiten.
Im Rahmen des europäischen Förderprogramms "Media 2007"
will Kulturkommissarin Viviane Reding jetzt DVD-Projekte besonders
unterstützt wissen. "Audiovisuelle Arbeiten sind der wichtigste
Faktor für die Vermittlung kultureller, sozialer und demokratischer
Werte. Wir brauchen sie," so die Kulturkommissarin. Die meisten
Anstrengungen sollen im Bereich der DVD-Entwicklung unternommen werden.
Obwohl starker Widerstand von Seiten der 25 EU-Finanzminister erwartet
wird, so verdoppelte sich bereits im Sommer das Budget der EU für die
Film- und audiovisuelle Industrie auf eine Milliarde Euro.
Der Organisator des Internationalen Filmfestivals in Venedig hat die
Schuld auf sich genommen, dass das Festival dieses Jahr u.a. durch
unzählige Verspätungen und logistische Probleme glänzte. Der
Tiefpunkt wurde am Samstag erreicht, den Marco Müller, einer der
Organisatoren, als "Tag des jüngsten Gerichts" beschrieb.
Die Galavorführung von Michael Radford's Films "The Merchant of
Venice" fing eine Stunde später an und die Stars wie Al Pacino
und Jeremy Irons wurden gezwungen eine halbe Stunde vor dem Kino zu
verbringen. Das war auch der Grund, warum die Premiere von "Finding
Neverland" mit Johnny Depp von Mitternacht auf 2:15 nachts
verschoben wurde. Harvey Weinstein, einer der Chefs von Miramax, warnte
Marco Müller öffentlich, wenn auch mit leichtem Humor, dass es ein
schwerer Auftakt für ihn sei.
Im Herbst dieses Jahres will RTL ein neues Format unter dem Namen
"Big Boss" senden. 12 Jungunternehmer müssen Aufgaben aus
dem alltäglichen Wirtschaftsleben in Konkurrenz zueinander meistern.
In jeder der 11 Sendungen wird einer der Kandidaten
"gefeuert". Der Gewinner erhält 250.000 Euro Startguthaben
zur Gründung einer Existenz oder einen lukrativen Job in der
Wirtschaft. Die Sendung ist an die amerikanische Show "The
Apprentice" mit Donald Trump angelehnt und dort zum
erfolgreichsten Format des Jahres geworden. Bei RTL soll der Ex-Manager
von Bayer Leverkusen, Reiner Calmund, die Moderation übernehmen.
Kameramann David Myers verstarb am 26. August 2004 im Alter von 90
Jahren. Berühmt wurde er für seine Kameraführung bei legendären
Konzertdokumentationen wie "Woodstock" und "Elvis on
Tour". Zu seinen weiteren Arbeiten zählen George Lucas
futuristisches "THX 1138" (1971), Alan Rudolphs Drama "Welcome
to L.A." (1977), Luis Valdezs "Zoot Suit", Neil Youngs
"Human Highway" und "Journey Through the Past" und
"Renaldo and Clara" von Bob Dylan.
Mehrere private Investorengruppen wie 3i, Apax, Candover und Cinven
zeigen Interesse die Produktionsfirma Endemol von dem spanischen
Unternehmen Telefonica abzukaufen. Endemol hat erfolgreiche
Produktionen in 21 Länder - u.a. 'Big Brother' und 'Fame Academy' -
laufen. Telefonica kaufte das Unternehmen 2000 für £3.5 Milliarden.
Alle potentiellen Käufer warten jetzt, dass Telefonica den Startschuss
für die Auktion gibt, was innerhalb eines Jahres geschehen soll.
Die BBC plant, einige ihrer Abteilungen nach Manchester zu verlegen.
Davon sind hauptsächlich BBCs Kinderfernsehen, der Sportkanal und BBC3
betroffen. Erste Pläne des Umzugs werden ab Ende Oktober bekannt
gegeben. Bisher sind noch keine Vereinbarungen am Standort Manchester
getroffen worden, jedoch ist die BBC sehr interessiert an der Gründung
des neuen Standorts. Der Umzug wird erst nach präziser Planung in
frühestens fünf bis sechs Jahren stattfinden.
Die sieben größten Studios haben sich geeinigt das Mandat von
Digital Cinema Initiatives zu erweitern. Die Vereinbarung wurde 2002
getroffen, um die Entwicklung und Verbreitung von digitalen
Kinotechniken zu ermöglichen. Die Erweiterung wird die Studios
insgesamt rund $1.2 Million kosten - nicht viel im Vergleich mit je $1
Million vor zwei Jahren. DCI wird seine Arbeit an der Technik
ausweiten. Der Plan Kinos in den ganzen USA digital auszurüsten, der
schon sehr weit ausgereift war, wird jedoch eingestellt. Angeblich
drohe ansonsten eine Klage wegen Verletzungen von
Kartellvereinbarungen. Genaue Details des neuen Vertrages sind noch
nicht bekannt. Vor allem, wie die Studios sich individuell einbringen
wollen und inwieweit sie finanziell zusammenarbeiten werden, bleibt
noch offen. Währenddessen arbeitet auch Texas Instruments in
Konkurrenz zu DCI an der Verbreitung von digitalem Kino unter der
Leitung von dem ehemaligen Buena Vista Verleihchef Phil Barlow.
Während noch mit 2K Projektoren gearbeitet wird, wollen die meisten
Studios auf 4K Projektoren warten. Sony verspricht entgegen aller
Zweifel, dass diese schon nächstes Jahr zur Verfügung stehen sollen.
Pünktlich am Abend des ersten Septembers werden die
Filmfestspiele in Venedig im Palazzo del Cinema eröffnet. Die
Aufführung von Steven Spielbergs "Terminal" mit Tom
Hanks als Zwangsbewohner eines Flughafens macht den Auftakt des
mit Spannung erwarteten Programms des neuen Festival-Chefs Marco
Müller. In der Jury des Wettbewerbs sitzt neben John Boorman
(Präsident) auch Wolfgang Becker (Goodbye Lenin).
Deutschlandweit brachte das Kinojahr 2003 für die 92 Kinos für
Cinestar und Ufa viele Verluste. Im Frühjahr 2004 liefen auch
keine besonderen Filmhits in den Kinos. Dazu trugen auch die ständig
wachsenden Zahlen des DVD-Verkaufs und Verleihs, die eine gefährliche
Konkurrenz für die Kinos darstellen, ihren Teil bei. Außerdem
haben die Multiplexkinos, die sich in den 90er Jahren rasch
verbreitet hatten, strukturelle Probleme. Die größten Sorgen
bereiten dem australischen Unterhaltungskonzern Kieft &
Kieft die 28 Kinos der Ufa- Kette. Im vergangenen Jahr übernahm
die Kette ein Lübecker Unternehmen, um es vor der Insolvenz zu
retten. Doch die Ufa-Kinos sind nicht die einzigen, die mit
sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen haben. Die ganze Branche
ist stark davon betroffen. Die Mieten bei vielen Kinos von Kieft
& Kieft und auch des Konkurrenten Cinemaxx sind sehr hoch,
deswegen versuchen die Betreiber Mietreduzierungen zu erreichen,
um sich vor möglicher Insolvenz zu schützen. Mehrere Kinohäuser,
wie zum Beispiel Ufa-Palast in Dresden sind aufgrund des
Zahlungsverzugs schon geschlossen worden. Diesen Sommer sorgten
die Blockbuster "(T)Raumschiff Surprise" und "Shrek
2" für einen Aufschwung an den Kinokassen. Sechs Millionen
Karten wurden mehr verkauft. Doch durch den wachsenden DVD- Boom
sind die Prognosen für die Kinobranche nicht so rosig und die
guten Zeiten der Multiplexkinos vorbei.
Ein Gerichtvollzieher hat, während seines Besuches, aufgrund
der unbezahlten Miete das Skelett eines 57-jährigen Mannes
gefunden. Nach Angaben der Polizei aus der westfranzösischen
Stadt Poitiers von Freitagabend ist er vermutlich im November
2002 eines natürlichen Todes gestorben. Seine Überreste lagen
seitdem auf seinem Bett vor dem Fernseher. Niemand hat den
arbeitslosen und allein stehenden Mann vermisst.
In einer Umfrage britischen Zeitschrift The Guardian kürten
Topwissenschaftler "Blade Runner" zum weltbesten
Sci-Fi Film. Insgesamt wurden 60 Personen, u.a.
Evolutionsbiologen und Psychologen befragt. In dem 1982
gedrehten Film jagt ein ehemaliger Polizist, gespielt von
Harrison Ford, flüchtige Androiden in einem düsteren,
futuristischen Los Angeles. Er sei seiner Zeit voraus gewesen,
und die Fragen, die der Film aufwirft - wer oder was ist
menschlich, wer sind wir, wo kommen wir her - seien die ältesten
Fragen der Menschheit, so Stephen Minger, ein
Stammzellenforscher, King's College, London. Stanley Kubricks
"2001: A Space Odyssey" landete knapp dahinter auf
Platz zwei, gefolgt von George Lucas "Star Wars" and
"Star Wars Episode V -- The Empire Strikes Back."
Weiterhin stehen "Alien," "Solaris" (1972),
"The Terminator," "Terminator 2: Judgment
Day," "The Day the Earth Stood Still," "War
of the Worlds," "The Matrix" und "Close
Encounters of the Third Kind" auf der Rangliste.
Am Dienstag wurde der Nachwuchspreis ‚First Steps Award'
zum fünften Mal an hoffnungsvolle Filmtalente verliehen. Von
insgesamt 211 eingereichten Beiträgen, darunter 45
Dokumentarfilme, 132 Spielfilme und 34 Werbespots, kamen am Ende
fünf Dokumentationen, 15 Spielfilme und drei Werbeclips in die
engere Auswahl. Von den Abschlussfilmen deutscher Hochschulen
gewann den mit 25.000 Euro dotierten Hauptpreis als bester
abendfüllender Spielfilm schließlich "Katze im Sack"
von Florian Schwarz, ein Absolvent der Filmhochschule
Ludwigsburg. Der Film präsentiert ein Ensemble melancholischer
Existenzen, deren Wege sich in einer Karaoke-Bar in Leipzig
kreuzen. Als bester Spielfilm unter 60 Minuten wurde
"Allerseelen" von Markus Mörth prämiert. Das
romantische Drama fänt die Begegnung zweier unterschiedlicher
Charaktere ein. Den Preis als bester Dokumentarfilm erhielt
Teresa Renn für "Janine F.". Renns Abschlussarbeit für
die Filmakademie Baden-Württemberg beschreibt das Leben einer
jungen Frau , die sich Dezember 2002 im Berliner Kunsthaus
Tacheles zu Tode stürzte. Als bester Werbefilmbeitrag wurden
Frieda Wittichs McDonald's-Spots "Keine Gegenfrage 1 bis
4" ausgezeichnet. Der Jury gehörten u.a. Barbara Rudnik
und Margarethe von Trotta an. Die Initiatoren sind Stefan Aust
(SPIEGEL TV), Bernd Eichinger (Constantin Film) und Nico Hofmann
(teamWorx/UFA). 2001 gewann Hans Weingartner, mit seinem Debütfilm
"Das weiße Rauschen" den First Steps Awards. Sein
zweiter Film "Die fetten Jahre sind vorbei" schaffte
es sogar in den Hauptwettbewerb von Cannes.
Immer mehr Schauspieler setzen sich im Wahlkampf gegen US-Präsident
Bush und für Kandidat Kerry ein. Der neuste Streich sind zehn
Wahlkampf-Spots, in denen der Präsident mal wieder nicht gut
wegkommt. Mit dabei sind u.a. Matt Damon, Martin Sheen und
Scarlett Johansson. Sie unterstützen eine politische Gruppe
namens MoveOn.org. Heute sollen die Anti-Bush-Anzeigen
vorgestellt werden, bei denen neben anderen auch Doug Liman, Rob
Reiner und John Sayles Regie geführt haben. Die Platform für
die 30-sekündigen Spots wird zunächst nur das Internet sein.
Jedoch erwäge man auch eine TV-Ausstrahlung, falls die Filme
gut bei Internet-Usern ankommen, so eine MoveOn-Sprecherin. Auf
der Website sind noch weitere Künstler, wie Bruce Springsteen,
die Dave Matthews Band, Pearl Jam, R.E.M., die Dixie Chicks,
John Mellencamp, Jackson Browne, Bonnie Raitt, James Taylor,
Babyface, Death Cab for Cutie, Ben Harper, Jurassic 5, My
Morning Jacket, Keb' Mo' und Bright Eyes vertreten.
Der Film "Buruan Cium Gue" (Küss mich schnell)
wurde aus moralischen Gründen von der indonesischen Leinwand
verbannt. Nach zwei Wochen lies die Zensurbehörde den Film aus
den Kinos nehmen und reagierte so auf Proteste seitens
verschiedener islamischer Gruppen. Der Titel könne zu Ehebruch
führen, so der islamische Gelehrte Abudullah Cymnastiar. Nur
eine Szene des Films zeigt einen flüchtigen Kuss zwischen einem
jungen Paar. Der Drehbuchautor Ve Handojo kann die ganze
Diskussion nicht verstehen: "Die meisten Leute, die jetzt
protestieren, haben den Film gar nicht gesehen."
Amerikanische Produktionen scheinen von der Zensur hingegen
unangetastet. Dabei ist das indonesische Fernsehen voll von den
Importen aus den Vereinigten Staaten, die nicht nur Kuss-Szenen
enthalten.
Elmer Bernstein, starb 82jährig in seiner Heimatstadt Ojai,
Kalifornien im Schlaf. Berühmt wurde er mit dem Westernthema zu
"Die glorreichen Sieben". Auch war der Protegé Aaron
Copelands und Schüler von Roger Sessions und Stefan Wolpe einer
der ersten Komponisten, der den Jazz als Filmmusik entdeckte.
1955 schrieb er die Musik für Otto Premingers "The Man
With the Golden Arm", die ihm die erste von insgesamt 14
Oscar-Nominierungen einbrachte. "Die zehn Gebote",
"Hawaii", "Wer die Nachtigall stört",
"Gesprengte Ketten", "Schlappschuss" und der
Score für weitere Western, wie "Der Marshall" und
"The Shootist" folgten. 1968 erhielt er dann einen
Oscar für seine Komposition zu "Modern Millie". In
den 90er Jahren arbeitete Bernstein dreimal mit Martin Scorsese
zusammen ("Kap der Angst", "Zeit der
Unschuld", "Bringing Out the Dead - Nächte der
Erinnerung"). Seine letzte Arbeit war Todd Haynes "Dem
Himmel so fern ".
Den Küblböck-Streifen "Daniel, der Zauberer", der
seit Donnerstag in den deutschen Kinos läuft, scheint keiner
sehen zu wollen. Auch in Deutschlands größten Kinos herrschte
gähnende Leere. Am Start-Tag zählte das Hamburger "Cinemaxx"
nur zehn Zuschauer in insgesamt drei Vorführungen. Ins Münchner
"Mathäser" kamen alle zusammen gezählt acht. Im
Dresdner UCI wollten nur fünf den Film sehen und in Köln
randalierten die Kinogänger, da bei einer Überraschungsvorführung
"Daniel, der Zauberer" gezeigt wurde und verlangten
eine Programmänderung. "Ein Bombenerfolg war ja gar nicht
geplant. Ich habe gelernt, auch mit kleinen Dingen zufrieden zu
sein", so Daniel Küblböck zu den Einspielergebnissen.
"Ich wollte keinen Bully-Herbig-Film machen, sondern einen
Kunstfilm." Auf die 107 Kopien kommen derzeit nur etwa 6000
Zuschauer (ohne Previewzahlen). Damit landet der Streifen auf
Platz 17.
Ausgerechnet am Freitag den 13ten erfuhren die Mitarbeiter
von Miramax, dass die Belegschaft um 13% reduziert werden soll.
65 Mitarbeiter sind von den Entlassungen betroffen, begründet
wurde der Schritt mit der geringeren Anzahl von Produktionen,
die herausgebracht werden.
Die Deutsche Bank übernimmt laut Aussage von Senator
Entertainment 80% der Aktienanteile des Unternehmens. Die von
Senator Entertainment gehaltenen 25% am Multiplex Kinobetreiber
Cinemaxx gehen ebenfalls in den Besitz der Deutschen Bank über.
Die Deutsche Bank ist der Hauptkreditgeber des Unternehmens und
hat für 25 Millionen Euro die noch offenen Kredite (168
Millionen Euro) des Unternehmens von einem Bankenkonsortium geführt
von der Bayern LB gekauft.
Die US-Schauspielerin Fay Wray, die durch ihre legendäre
Rolle im Film "King-Kong und die weiße Frau" (Ernest
B. Schoedsack) berühmt geworden ist, starb am Sonntag im Alter
von 96 Jahren in ihrem Appartement in Manhattan. Nach dem
Horrorstreifen, in dem sie in den Händen vom gigantischen Affen
auf dem Empire State Building einen unvergesslichen Schrei zum
Besten gab, ist sie in die Filmgeschichte eingegangen. Der
Regisseur Erich von Stroheim hatte die schlanke Blondine zuvor
entdeckt und sie bekam eine Rolle in "The Wedding March"
(1927). Außerdem spielte die Kanadierin in diversen Horror
Filmen ("Dr. X" ,"The Mystery of the Wax
Museum"),in abenteuerlichen Filmen ("The Four Feathers",
"Viva Villa"), in Western- Streifen ("The Texan")
oder in Melodramen ("One Sunday Afternoon") mit. Nach
der Heirat mit Robert Riskin in den 30er Jahren, drehte sie
vorerst keine Filme, doch nach seinem Tod war sie wieder in ein
paar Produktionen zu sehen ("Small Town Girl,"
"Tammy and the Bachelor), in denen sie kleinere Rollen übernahm.
Das Koordinationszentrum Aim (Ausbildung in Medienberufen)
und das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit NRW planen demnächst
ein Modell eines vernetzten Service- und Beratungspools für die
Medien- und Kommunikationswirtschaft zu erstellen. Die Grundidee
beinhaltet ein Zusammentragen von Unternehmens-orientierten
Informationen und Dienstleistungen für kleine und mittelständische
Unternehmen der Branche. Dies soll die Beschäftigungsressourcen
am Medienstandort NRW stärken und aufbauen. Die Ausarbeitung
des Projektes wird von mehreren Instanzen, wie zum Beispiel die
regionale Wirtschaftsförderung sowie der Stabsstelle Medien
beim Oberbürgermeister der Stadt Köln, Berufsverbänden sowie
auch der Filmstiftung NRW unterstützt. Außerdem werden die ähnlichen
Modelle aus dem Ausland genauer betrachtet, ob die einzelnen
Bausteine in das Konzept des Service-Pools eingefügt werden können.
Der Streit um die Lizenzeinnahmen von neuen DVD-Formaten auf
den Markt hat sich verschärft. Es geht um die neuen Möglichkeiten
von Speicherkapazität auf den DVDs. Die 13 Konzerne, welche
bespielte Blu-Ray Discs (BRD) unterstützen, haben die
technischen Einzelheiten für die Erstellung von BRD festgelegt
und planen, sie unmittelbar zu veröffentlichen. In Japan kann
man schon die ersten BRD-Rekorder kaufen. Die Elektronikkonzerne
Sony, Philips, Matsushita sowie die Computerhersteller Dell und
Hewlett-Packard liegen vor ihren Konkurrenten Toshiba und NEC.
Die beiden letzten kämpfen für die Einführung von HD-DVD
Standard auf dem Markt. Doch die erste Gruppe liegt weit vorne.
Bei diesem Konflikt geht es im Grunde um die
Marktpositionierung. Derjenige, der sich durchsetzt, wird die
Millionensummen kassieren. Die Frage, wer einen besseren
Standard liefert, gerät in den Hintergrund. Das neue DVD-System
bietet viel mehr Speicherplatz und die Nachfrage nach den neuen
DVDs steigt. Die Konzerne werben derzeit gezielt um
Hollywood-Studios, da sie den größten Teil des Gewinns aus dem
Verleih und Verkauf ihrer DVDs ziehen. "Wir glauben, dass
Hollywood der entscheidende Faktor im Format-Krieg wird",
so eine Toshiba-Sprecherin.
Henri Cartier-Bresson, einer der besten Fotografen des 20.
Jahrhunderts und Mitbegründer der Bild-Agentur Magnum, ist tot.
Der Künstler, schon zu Lebzeiten eine Legende, starb wenige
Wochen vor seinem 96. Geburtstag am 22. August in seinem Haus in
Céreste im Département Alpes-de-Haute-Provence im Südosten
Frankreichs. Wohl kein anderer Fotograf wurde so oft als
beispielhaft genannt für das, was eine der großen Möglichkeiten
der Fotografie ist: den Augenblick festzuhalten. In seiner Sicht
ist es nicht irgendein Augenblick, wie bei 99 Prozent der täglich
geschossenen Millionen von Bildern, sondern der entscheidende
Augenblick, der die Essenz einer Situation in sich trägt. Im
Berliner Martin-Gropius-Bau ist derzeit noch bis zum 15. August
eine Retrospektive mit mehr als 350 Bildern des Meister des
"entscheidenden Augenblicks" zu sehen. Henri
Cartier-Bresson wurde ein leuchtendes Vorbild für eine ganze
Generation von jungen Fotografen.
Michael Moores "Fahrenheit 9/11" wurde in der
letzten Woche im kubanischen Fernsehen gezeigt. Dies könnte nun
zur Folge haben, dass der Film wohlmöglich nicht für den
begehrten Oskar als Bester Dokumentarfilm nominiert wird. Denn
laut Regel darf ein Dokumentarfilm, anders wie beim Spielfilm,
vor einer Nominierung nicht im Fernsehen angelaufen sein. Für
die Macher von "Fahrenheit 9/11" gibt es jedoch noch
keinen Grund die begehrte Trophäe völlig aufzugeben, denn die
TV-Ausstrahlung sei nach Angaben der Verantwortlichen nicht
genehmigt gewesen.
Laut einem neuen Gesetz darf im russischen Fernsehen zwischen
sieben und 22 Uhr demnächst keine Bierwerbung mehr ausgestrahlt
werden. Außerdem verbietet das Gesetz die Werbung mit Menschen,
Tieren, Cartoons oder Botschaften, die die positiven Seiten des
Getränks hervorheben. Auch auf den Titelblättern und Rückseiten
von Zeitungen und Magazinen sei Bierwerbung künftig nicht mehr
legal. Die russische Regierung habe dieses neue Gesetz
verabschiedet, nachdem die Zahl der Alkoholiker unter 14 Jahren
in den letzten zehn Jahren von rund 6000 auf etwa 22.000
gestiegen sei.
Die Schmerzengrenze der Südtiroler Landesregierung ist nun
entgültig überschritten. Der Fernsehsender Pro 7 soll auf
Rufschädigung verklagt werden. Denn manchmal geht es auf der
"Ekel-, Schmuddel- und Sex-Alm" doch sehr
unappetitlich zur Sache, wie zum Beispiel das dilettantische
Schlachten eines Truthahns. Nicht nur, dass Südtirol Angst
davor hat, mit Rechtsbrüchen wie Tierquälerei in Verbindung
gebracht zu werden, auch schade "Die Alm" dem
Ferienland Südtirol generell, denn es würde bloß eine
Karikatur des tatsächlichen Lebens auf Bergbauernhöfen
wiedergegeben. Aus diesem Grund legt Südtirol größten Wert
auf die Tatsache und Feststellung, dass die Dreharbeiten von der
Regierung in keiner Weise unterstützt werden.
Daniel Petri, Regisseur und Emmy Gewinner, verstarb nach fast
50 Jahren in der Film- und Fernsehbranche 83jährig an Krebs.
Seine TV-Karriere begann 1960 bei NBC. 1976 gewann er zum ersten
Mal die begehrte Trophäe für seine Regiearbeit in
"Eleanor and Franklin". 1977 folgte der zweite für
"Eleanor and Franklin: The White House Years". Zu
seinen Filmen gehören "A Raisin in the Sun" (1961)
mit Sydney Poitier, "The Dollmaker" mit Jane Fonda,
"Resurrection" (1980) mit Ellen Burstyn, "Fort
Apache, The Bronx" (1981) mit Paul Newman und "The
Betsy" (1978). 1984 gewann er mit seinem autobiographischen
Film "The Bay Boy" den Genie awards, Kanadas Oscar, für
beste Regie und bestes Drebuch.
Neben allen Strapazen, wie Hitze und früher Sendebeginn, die
die Olympischen Spiele in Athen für ausländische TV-Teams
bereit halten, musste das BBC Olympiade Team noch ein Erdbeben,
das 4,5 auf der Richterskala anzeigte, über sich ergehen
lassen. Die Sportreporterin Clare Balding war gerade live auf
Sendung, als die Naturgewalt über den Norden Athens herein
brach. Es sei nicht untypisch für die griechische Hauptstadt,
so wurden viele Sportstätten erdbebensicher gebaut. Die
Hauptveranstaltungsorte blieben jedoch verschont. Besorgte
Zuschauer riefen sogar in der BBC Zentrale an, um
herauszufinden, warum denn ihr Bild gewackelt hätte.
Auf den ersten Blick erscheinen die Werbetexte der neuen
Anzeigen in den britischen Zeitungen wie eine Angriff auf
McDonalds. Man stimme mit den Argumenten eines Filmes überein,
wo ein Mann 30 Tage nur Burger und Pommes isst und so enorm
zunimmt und seiner Gesundheit schadet, so dass seine Ärzte ihm
raten die "Diät" zu beenden, so die Anzeigen. Doch
dies kommt nicht von Ernährungswissenschaftlern, sondern ist
das neue Werbekonzept von McDonalds, da in drei Wochen der US
Independent Film "Super
Size Me" von Morgan Spurlock in die britischen Kinos
kommt. Jetzt sind neben Big Macs und Pommes auch Salate, Früchte
und organische Produkte auf dem Menü zu finden. Auf den
Plakaten ist aber auch zu lesen, dass ein Durchschnittskunde für
die Menge von McDonalds Essen sechs Jahre bräuchte und dass
Morgan Spurlock seine körperliche Bewegung auf ein Minimum
reduzierte, was nicht normalen Verhältnissen gleich komme.
Trotzdem erntet das Unternehmen weiterhin Kritik. Jetzt meldete
sich auch David Hinchcliffe, Parlamentsmitglied und Vorsitzender
des Commons health select committee, zu Wort. Seiner Meinung
nach, würden andere Lebensmittelproduzenten weitaus mehr gegen
Fettleibigkeit unternehmen als McDonalds.
Agfa, die Film- und Fotosparte des belgischen Konzerns, wurde
jetzt verkauft und zwar für eine dreistellige Millionensumme.
Leider sind hunderte Mitarbeiter in Deutschland davon betroffen.
Die Digitalisierung hat den Herstellern der traditionellen
Fotoprodukten wohl mehr zugesetzt als erwartet. Mit einem
Kaufpreis von 175,5 Millionen Euro ging das Arbeitsgebiet mit
den Bereichen Film, Fotopapiere und Laborgeräte an bisherige
Finanzinvestoren. Allerdings übernehmen die neuen Eigentümer
bloß knapp 2900 Mitarbeiter, und zwar weltweit, wobei die
Mehrheit der betroffenen Mitarbeiter in Deutschland tätig sind.
Von der italienischen Regierung bestätigt, soll während der
Filmfestspiele in Venedig (1. bis 11. September) der
US-Schauspieler Robert De Niro mit der italienischen
Ehrenstaatsbürgerschaft geadelt werden. Das genaue Datum stehe
aber noch nicht fest. De Niro war in New York geboren, nachdem
seine Urgroßeltern bereits Ende des 19. Jahrhunderts aus
Italien in die USA ausgewandert waren. Der italoamerikanische
Einwandererverband Order Sons of Italy in America (600.000
Mitglieder in den USA) ist allerdings gegen die Ehrung. In einem
Brief an Italiens Premier Silvio Berlusconi kritisierten sie,
dass De Niro mit seinen Rollen als italienischstämmiger Mafioso
sowohl dem Image der Italiener als auch dem der
italoamerikanischen Einwanderer schaden würde. Dagegen sprach
sich jetzt die italienischen Presse aus. "La Republicca"
meldete, dass es keine stärkere Anti-Mafia-Botschaft, als die
in "Reine Nervensache", gebe.
Hanna Schygulla wird in Fatih Akins neuem Spielfilm
"Soul Kitchen" die Hauptrolle spielen. Anfang nächsten
Jahres beginnen die Dreharbeiten zu der Komödie, die wie Akins
preisgekröntes Werk "Gegen die Wand" in Hamburg
spielt. Momentan dreht Akin - ein Bewunderer von Rainer Werner
Fassbinders einstigem Star Hanna Schygulla - einen
Musik-Dokumentarfilm in Istanbul und sagt, er freue sich auf die
Zusammenarbeit. Fassbinder, verstorben 1982, drehte mit Hanna
Schygulla zahlreiche Filme und Fernsehserien. Bekannt wurde
Schygulla Anfang der siebziger Jahre mit "Acht Stunden sind
kein Tag". Ihr größter Kinoerfolg war Fontanes "Effi
Briest".
Der Kameramann Neal L. Fredericks ist am Samstag bei einem
Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Fredericks wurde 35 Jahre
alt. Sein wohl bekanntester Film ist "The Blair Witch
Project". Der Flugzeugabsturz ereignete sich bei
Filmaufnahmen zum Film "Cross Bones" in den Florida
Keys. Er saß zusammen mit dem Drehbuchautor Daniel Zirilli,
einem Co-Producer und dem Ersten Kameraassistenten in einer
einmotorigen Cessna 206. Das Flugzeug stürzte aus einer Flughöhe
von nur 150 Metern in 15 Meter tiefes Wasser. Bis auf Fredericks
konnten sich alle Personen aus der sinkenden Maschine retten.
Fredricks hatte keine Chance sich alleine vom seinem Gurt und
dem Kamera Equipment zu befreien.
Dieses Jahr wanderte der Goldene Leopard des 57.
Internationalen Filmfestivals von Locarno an Regisseur Saverio
Costanzo. Die Entscheidung der siebenköpfigen Jury fiel
einstimmig aus und stand ganz im Zeichen von Politik und
Menschenrechten. Allerdings sei "Private" aufgrund der
Qualität ausgewählt worden und nicht wegen des politischen
Inhalts. Thema ist der Nahost-Konflikt und im Mittelpunkt steht
die Geschichte einer palästinensischen Familie, deren Haus von
israelischen Soldaten besetzt wird. Der Vater weigert sich, mit
Frau und Kindern das Haus zu verlassen, worauf es zwischen den
Israelis und den Palästinensern aufgeteilt wird.
Beim 57. Festival Internationale di Locarno wurde EN GARDE
von Ayse Polat mit dem Silbernen Leoparden ausgezeichnet. Maria
Kwiatkowski und Pinar Erincin erhielten gemeinsam einen
Leoparden als beste Hauptdarstellerin.
EN GARDE ist der zweite Film der in Hamburg lebenden
Regisseurin Ayse Polat, die in ihrem Film das Leben zweier Mädchen
in einem katholischen Heim schildert.
Vier Kindergärtnerinnen aus Großbritannien wird eine TV-
Ausstrahlung am gestrigen Donnerstag wohlmöglich den Job
kosten. Demnach hatten die Frauen, wie aus der BBC-Dokumentation
"Nurseries Undercover" hervorging, ein kriminelles
Vergehen begannen, weil sie Kleinkinder auf verschiedenste Weise
quälten. Unter anderem packte eine Erzieherin aus
Stoke-on-Trent ein Kind an den Schultern und schleuderte es auf
eine Fußmatte. Andere Kindergärtnerinnen beschimpften die
Kinder lauthalsig und ließen ein nicht einmal zweijähriges
Baby für eine halbe Stunde allein, weil es angeblich zu laut
weinte. Kritisiert wurde aber auch der BBC-Sender, weil dieser
das Filmmaterial bis vor drei Wochen einbehalten hatte und erst
jetzt der Öffentlichkeit zugänglich machte.
Der erstmals von der DEFA - Stiftung (Deutsche
Film-Aktiengesellschaft) vergebene Förderpreis wurde an vier
Filmemacher aus Deutschland vergeben. Entstanden ist die Idee zu
der Förderung im Austauschforum "Perspektiven für den
Animationsfilm" (auf dem Filmfest Dresden), an welchem rund
20 Nachwuchsmedienschaffende teilnahmen. Die vier Filmemacher
aus Dresden, Karachi, Lodz und München dürfen sich nun für
das gemeinsame Animationsprojekt "The Colour of Red"
über ein Preisgeld von mindestens 4.000 Euro freuen. Die Preisübergabe
durch den Vorstand der DEFA - Stiftung Helmut Morsbach findet
zur Open-Air Kurzfilmnacht in Jena am 17. August statt. Die
DEFA-Stiftung, welche die deutsche Filmkunst und Filmkultur fördert,
bewahrt die Filme der DEFA und macht sie als Teil des nationalen
Kulturerbes der Öffentlichkeit zugänglich.
Der Bösewicht Lord Voldemort aus der Fantasysaga "Harry
Potter" nimmt jetzt menschliche Gestalt an. Der britische
Charakterdarsteller Ralph Fiennes wird in "Harry Potter und
der Feuerkelch", dem vierten Teil der Reihe, als finsterer
Lord das erste Mal in Erscheinung treten. In den vorigen Filmen
war diese Figur nur als das Böse bekannt, dessen Namen
auszusprechen schon Unheil bedeutete. Der 41-jährige Brite
scheint für die Rolle eine Idealbesetzung, da er bislang lieber
Schurken, wie Serienkiller und Psychopathen vorzog. Unter
anderem mimte Ralph Fiennes den KZ-Aufseher Amon Göth
("Schindlers Liste"), der Gegenspieler Schindlers,
welcher zum Spaß Menschen erschoß. Die Dreharbeiten zum
vierten Teil haben bereits begonnen. Wieder mit von der Partie
sind die Hauptdarsteller Daniel Radcliffe, Rupert Grint und Emma
Watson (Harry, Ron, Hermine). Mike Newell ("Vier Hochzeiten
und ein Todesfall") führt Regie. Voller Spannung erwarten
alle Harry Potter- Fans nun den geheimnisvollen Bösewicht, der
dem Zauberschüler Harry nach dem Leben trachtet.
Für die internationale Independentfilmszene öffnet am 17.
August ein Filmfestival in Rumänien zum ersten Mal seine
Pforten. Das Anonimul International Independent Film Festival
wird im rumänischen Sfantu Gheorghe bis zum 22. August laufen.
Rumänien erhofft sich eine Aufnahme in die Europäische Union,
deswegen wäre es vom Vorteil, wenn das Land auch am
internationalen Festivalkonzept teilnimmt. Eingereicht werden
abendfüllende Spielfilme, Kurzfilme und Dokumentationen. Der
Gewinner erhält eine Preissumme von etwa 35.000 Dollar.
Deutschland wird mit drei Beiträgen vertreten sein, darunter
ein Spielfilm ("Identity Kills"), ein Kurzfilm
("Bowling is Fun") und ein Dokumentarfilm ("Die
Geschichte vom weinenden Kamel").
Mit Formaten über Schönheitschirurgie wollten diverse
Fernsehsender mit ihren Quoten ganz weit hinaus. Nicht
einberechnet waren allerdings die Reaktionen der Ärzteschaft,
die jetzt ein Berufsverbot für die TV-Doktoren fordert.
"Allen Ärzten, die an dem geplanten OP-Showbusiness
teilnehmen, sollte meiner Meinung nach umgehend die Approbation
entzogen werden", so Albert K. Hofmann, Präsident der
Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie, über
geplante Shows im deutschen Fernsehen. Weiterhin betonte ein
Sprecher der Bundesärztekammer, dass ein größeres Publikum
bei ärztlichen Behandlungen in der Berufsordnung, auch getrennt
durch den Fernsehbildschirm, nicht vorgesehen sei. Nur selten dürften
Angehörige bei der Behandlung anwesend sein. Mehrere TV-Sender,
die schon in den nächsten Wochen Schönheitsoperationen im
Programm zeigen wollten, sehen diese Entwicklung als eher unschön.
RTL plant "Alles ist möglich". In der Show werden
Willige auf dem Weg zum OP-Tisch begleitet. Pro Sieben startet
mit "The Swan".
Das Leben im Container ist schwerer zu verkraften, als
erwartet. Ehemalige Insassen mußten nach dem Aufenthalt in
psychiatrische Behandlung. Jo Groebel, Generaldirektor des Europäischen
Medieninstituts erklärt, er habe von Anfang an vor dem ´Big-Brother´-Konzept
gewarnt. "Es ist mit Gefängnis vergleichbar und für die
Psyche der Teilnehmer gefährlich." Die ehemalige
Bewohnerin Ilkay soll während des Aufenthalts zerstreut gewesen
sein und oft Selbstgespräche geführt haben. Angeblich hat sie
rund um die Uhr geweint und konnte nachts nicht mehr schlafen.
Mehr als zehn Jahre dauerte der Rechtsstreit zwischen dem
Land Niedersachsen und RTL, der jetzt mit einer Bußgeldzahlung
von mehr als 12 Mio. Euro (incl. Zinsen) seitens des
Fernsehsenders endete. Anlass waren die häufigen
Werbeunterbrechungen 1993 bei "Der große TV-Roman".
Der Sender legte es als Fernsehreihe aus, was bedeutete, dass
alle 20 min. eine Werbepause erlaubt ist. Die Vorgängerin der
Niedersächsischen Landesmedienanstalt für privaten Rundfunk
(NLM) war jedoch von eigenständigen Filmen ausgegangen, die nur
alle 45 min. durch Werbung unterbrochen werden dürfen. Damals
wurde gegen den Sender eine Geldbuße in Höhe von 19,4 Mio.
Mark erhoben, was in etwa der unzulässigen Werbeeinnahmen
entsprach. RTL hatte daraufhin eine Verfassungsklage
eingereicht, die jetzt zurückgezogen wurde. Im Gegenzug werde
das Land Niedersachsen auf die Hälfte des vereinbarten
Zinssatzes von sechs Prozent verzichten. Der Sender wolle das
Geld noch diesen Monat überweisen. Für das Land Niedersachsen
ergeben sich laut Ministerpräsident Christian Wulff (CDU)
jedoch keine Mehreinnahmen, da das Bußgeld bereits unter der
SPD-Vorgängerregierung als Einnahme verbucht worden sei.
Ehemaliger Universal Television Group Sprecher Randolph Steve
Webster wurde verhaftet wegen des Verdachts, dass er angeblich
telefonisch wöchentliche Personalversammlungen von leitenden
Angestellten bei seinem ehemaligen Arbeitsgeber, Fox's FX cable
network, abhörte. Webster stellte sich am Freitag
Ermittlungsbeamten vom Los Angeles County District Attorney's
Office und wurde wegen Abhörens festgenommen, ein Verbrechen,
das zu einer Strafe von bis zu drei Jahren Staatsgefängnis führt.
Webster wurde freigelassen gegen eine Kaution von $10,000 und
wird planmäßig am 9. August angeklagt. Der stellvertretende
Bezirksanwalt Jeffrey McGrath sagte, dass die Ermittlungen im
Oktober begannen, woraufhin eine Strafanzeige folgte, dass
Webster die FX Personalgespräche über etwa 2 ½ Jahre abgehört
haben dürfte. Haftbefehle wurden im Februar Websters Zuhause
und Büro in Manhattan Beach zugestellt.
Der Hulk-Darsteller Eric Bana soll die Nachfolge des James
Bond antreten. Nachdem der jetzige Geheimagent 007 Pierce
Brosnan vor kurzem seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte, soll
nun der deutlich jüngere Australier, der schon in
"Troja" als Königssohn Hector glänzen konnte, der
Bond-Figur ein neues; jugendliches Image geben. Denn in
britischen Zeitungen war zu lesen, dass den Verantwortlichen der
51-jährige Brosnan mittlerweile zu alt wirke. Demzufolge stehe
Bana momentan unter Vertragsverhandlungen und sei der
Wunschkandidat von Michael Wilson und Barbara Broccoli, die den
21. James-Bond-Streifen produzieren werden. Als weitere
Favoriten galten bisher Hugh Jackman ("Van Helsing"),
Colin Farrell, ("Minority Report") und Orlando Bloom
("Der Herr der Ringe"). Im neuen James-Bond Film
"Der Mann mit der roten Tätowierung" soll der
007-Agent die Welt vor einem Killervirus retten. Die
Dreharbeiten dazu könnten schon im September diesen Jahres
beginnen, so die Presse.
Während der Filmfestspiele in Venedig läuft der neue
Spielfilm über Armut und Paranoia in Amerika, bei den 61.
Internationalen Filmfestspielen uraufgeführt und läuft neben
20 anderen Filmen im Wettbewerb um den Goldenen Löwen.
Regisseur Wim Wenders' neuer Film "Himmel über
Berlin" soll emotional, intensiv und persönlich sein. Zum
ersten Mal steht die Filmbiennale vom 1. bis 11. September unter
der Leitung des italienischen Produzenten Marco Müller und mit
insgesamt 13 Produktionen liegt der Schwerpunkt im Europäischen
Film. Man rechnet mit ca. 80 Prozent aller Hauptdarsteller der
Filme, Glamour im großen Stil, namhaften Regisseuren und großer
Filmkunst.
In Deutschland wird in Bälde eine Film-Rarität mit den
beiden Comedy-Legenden Dick und Doof zu sehen sein. Im Moskauer
Filmarchiv entdeckten Mitarbeiter des Filmmuseums München einen
der ersten Tonfilme von Laurel und Hardy. Die Besonderheit liegt
hier in der Tatsache, dass die beiden Deutsch sprechen. Der Film
"Spuk um Mitternacht" hat am 21. Mai 1931 als
"erster deutscher Sprechfilm" von "Dick und
Doof" in Berlin Premiere. Neben Szenen der beiden Kurzfilme
"Berthmarks" und "The Laurel-Hardy Murder Case"
enthält er auch spezifisch deutsche Gags und Anspielungen.
James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan will nicht mehr 007
spielen. Nach vier Auftritten als britischer Agent soll jetzt
Schluss sein. Das plötzliche Aus läge am Streit des
Schauspielers mit dem Produzenten. Zudem halten einige Brosnan für
die Rolle langsam zu alt. Die Vertragsverhandlungen für den nächsten
Bond im kommenden Jahr seien gescheitert. Allerdings wäre es
ein Bond-like Ende, denn der jüngste Film "Stirb an einem
anderen Tag" (2002) war der erfolgreichste in der 42-jährigen
Geschichte der Agentenfilme.
Der ehemalige EM-TV Aufsichtsrat Nickolaus Becker erklärte
am gestrigen Montag, dass dieser wegen Ehrverletzung vor Gericht
gehen wolle. Der Grund dafür reicht ins Frühjahr 2000 zurück,
als EM-TV in Kooperation mit dem verlustbringendem Einstig in
die Formel 1 einen Schaden von rund 136 Mio. Euro verzeichnete .
Die EM.TV-Vorstandsvorsitzenden Werner Klatten und
Aufsichtsratschef Bernd Thiemann hatten den früheren Vorständen
und Aufsichtsräten daraufhin ein Ultimatum (bis zum 13. August)
für die Zahlung von Schadenersatz gestellt und angekündigt,
dass bei Nichteinhaltung dieser Forderung eine Klage erhoben
werde. Diese Drohung richtet sich neben Becker auch gegen Thomas
Haffa (EM-TV- Gründer) und Florian Haffa (Finanzvorstand).
Becker entgegnete nun, dass sich weder Vorstand noch
Aufsichtsrat von damals keinerlei Fehlverhalten vorzuwerfen hätten,
und dass sich der jetzige Vorstand offenbar nur
Versicherungsleistungen erschleichen wolle.
Die englische Medien Regulierungsbehörde Ofcom will 70
digitale Fernsehanstalten dazu zwingen, ihre Programme zu
untertiteln, damit in Zukunft auch gehörlose Zuschauer
problemlos fernsehen können. Zunächst müssen in den kommenden
10 Jahren circa 50 Kanäle 80% ihrer Programme untertiteln,
einschließlich antennengebundener Kanäle, Sky's sports und
Kinokanäle, Sky One, E4 and ITV2. Weitere werden daraufhin
nachziehen. Es sei eine tolle Nachricht für Millionen von Hörbenachteiligten,
sagte John Low von RNID. Ofcom hätte endlich eingesehen, welche
große Rolle die Untertitel im Leben dieser Menschen spielen.
Andererseits könnten diese neuen Maßnahmen sehr hohe Kosten
verursachen..
"(T)Raumschiff Surprise- Periode 1" verzeichnet mit
geschätzten 2,3 Mio. Besuchern den besten deutschen Filmstart
aller Zeiten. Damit konnte er sich mit einer Zuschauerzahl von
rund 2400 pro Kopie voraussichtlich den 3. Platz auf der Liste
des All-Time-Rekord für ein traditionelles
Vier-Tages-Wochenende sichern und steht somit hinter "Harry
Potter und der Stein der Weisen" (2,59 Mio. Besucher) und
"Der Herr der Ringe- Die Rückkehr des Königs" (2,66
Mio. Besucher nach 5 Tagen). (T)Raumschiff Surprise konnte sich
auf Anhieb den Silber-Bogey ergattern. Nebenher hat der Film des
Autors, Regisseurs und Produzenten Michael Bully Herbig auch den
besten Start eines angelaufenen Kinofilms außerhalb der Monate
November und Dezember sowie im Jahr 2004. Desweiteren sahen an
Vier-Tages-Wochenenden 250.000 deutsche Kinogänger "Shrek
2", 240.000 Besucher "Spider Man 2" und jeweils
65.000 Zuschauer "Die Frauen von Stepford" und
"Harry Potter und der Gefangene von Askaban".
Der 1932 in Bombay (Mumbai) geborene, in Indien sehr beliebte
Schauspieler war in über 300 Spielfilmen zu sehen, darunter
"Padosan" und "Sasural". Er hatte sich aus
gesundheitlichen Gründen in Pennsylvania zur Behandlung
aufgehalten und ist 77 jährig im Schlaf gestorben.
Der Journalist, der seit 1973 für das ZDF tätig war, starb
im Alter von 58 Jahren an den Folgen einer Lungenembolie.
Zuletzt kannte man ihn vor allem aus der Moderation der ZDF-
Sendung "Frontal", die er zusammen mit Ulrich Kienzle
moderierte.
Spätestens seit dem Prozess gegen die Haffa Brüder weiß
man, dass die Medien-Glücksritter des einstigen neuen Marktes
nicht wirklich für ihre Handlungen gerade stehen müssen. So
wird auch Michael Kölmel zwar für Untreue in vier Fällen und
Insolvenzverschleppung für schuldig befunden, mit einer Bewährungsstrafe
von einem Jahr und zehn Monaten und einer Geldstrafe von 200.000
Euro, aber verglichen mit den von der Staatsanwaltschaft
geforderten 9 Jahren sehr wohlwollend bestraft.
Es ist üblich, dass Schauspieler kleine ‚Erinnerungen' von
Dreharbeiten mitnehmen, doch normalerweise landen dieses dann
nicht auf Internet-Auktionen, wie es jetzt mit einem
Spider-Man-Kostüm passierte. Angeblich hat die
US-Schauspielerin Kirsten Dunst ein Orginal vom Set gestohlen
und im Internet für 34.000 Dollar versteigert, was eine nette
Zugabe zu ihrer sechs Millionen Dollar Gage brachte. Jetzt droht
ihr Ärger von den Produzenten, die sogar eine Klage einreichen
könnten.
Der Ankläger im Verfahren gegen Kinowelt-Gründer Michael Kölmel
fordert neun Jahre Haft. Die Anklage wirft dem Medienkaufmann
Betrug, Untreue und Insolvenzverschleppung in 15 Fällen vor.
Der einstige Börsenstar soll neben anderen Vergehen über 20
Millionen Euro der Kinowelt (Geld der Anleger und Gläubiger) in
dessen Privatfirma Sportwelt umgeschichtet haben. Sein
Verteidiger Kurt Bröckers bestätigte lediglich den Vorwurf der
Insolvenzverschleppung für die inzwischen Pleite gegangene
Sportwelt ein und plädierte für eine Geldstrafe. Das endgültige
Urteil wird am Donnerstag erwartet.
Gestern Abend feierte der neue Film von Michael ‚Bully'
Herbig - "Traumschiff Surprise - Periode 1" in München
Premiere. Nicht nur Prominenz und Presse waren geladen, sondern
auch 3000 Fans durften sich zu den Premierengästen zählen.
Alle 14 Säle des Mathäser-Kinos zeigten gleichzeitig den lang
erwarteten Film, so dass möglichst viele ‚Wähler' den ersten
Screenings beiwohnen konnten. Bully lies es sich nicht nehmen
nach der Show am roten Teppich in jedem Saal persönlich vorbei
zu schauen um seinen Fans Hallo zu sagen. Auf dem roten Teppich
verteilten neben den Teammitgliedern Bully, Rick Kavanian,
Christian Tramitz, Anja Kling, Til Schweiger, Sky Du Mont und
Christoph Maria Herbst, auch Otto, Bastian Bastevka, Michael
Mittermeier, Michaela Schaffrath, Oliver Pocher und viele andere
kräftig Autogramme.
Ein Vorfall im Aladdin Hotel-Casino verdeutlicht, dass George
W. Bush sich wegen Wahlen scheinbar keine Gedanken machen muss!
Linda Ronstadt, der erste weibliche Rockstar der USA, sprach während
eines Auftritts positiv über Michael Moores Film
"Fahrenheit 9/11", kündigte den Song
"Desperado" an und ermutigte die Zuschauer, sich den
Bush-kritischen Dokumentarfilm anzusehen. Sie beschrieb Moore
als jemanden, der die Wahrheit verbreite und eine großartige
amerikanisch-patriotische Einstellung vertrete. Laut einem
Bericht der Nachrichtenagentur AP Chaos reagierte das Publikum
anders als erwartet. 4500 Zuschauer verließen empört das
Casino. Ronstadt wurde beschimpft, ausgebuht, mit Cocktailgläsern
beworfen und schließlich von Casino-Chef Bill Timmins
rausgeschmissen. Mit ihren Bemerkungen habe Ronstadt "einen
wundervollen Abend für unsere Gäste ruiniert", da blieb
ihm keine andere Wahl, so Timmins.
Ingmar Bergman, einer der wichtigsten Personen des modernen
Films, feierte vergangenen Mittwoch seinen 86. Geburtstag.
Gleichzeitig gab er bekannt, dass er vom Theater in den
‚Ruhestand' gehen wolle. Seine Inszenierung von Henrik Ibsen's
"Ghost" am Royal Dramatic Theatre von Schweden, solle
seine letzte sein. Nach "Ghost" hätte er sich
entschieden, dass er kürzer treten müsse, da er nicht wolle,
dass man ihn eines Tages aus dem Theater trägt. Niemand soll
eines Tages sagen können, dass der alte Mann endlich gehen müsse.
Trotzdem hänge sein Herz für immer am Theater. Es sei der
Beginn und und das Ende von allem. Trotz dass Theater die
Grundlage seiner Karriere bildet, wurde er über Jahre auch zum
Filmliebhaber. Er gewann drei Academy Awards in der Kategorie
Bester Ausländischer Film, den letzten 1984 für "Fanny
and Alexander."
Die Traditionsstudios Babelsberg in Potsdam wurden jetzt nach
12 Jahren für einen Euro von dem französischen
Unterhaltungskonzern Vivendi-Universal an einen gewissen
Christoph Fisser nach München verkauft. In der Filmbranche ist
dieser nicht bekannt, und von Kino hätte er "soviel Ahnung
hat, wie ein Hund vom Autofahren", so ein Bekannter Fissers.
Viel wisse man nicht über den neuen Eigentümer. 1992 gehörte
er zu den Organisatoren der "Lichterkette" von 400.000
Münchner gegen Ausländerfeindlichkeit. Geld verdiente er mit
Vermietung, Kauf und Verkauf von Gebäuden und anderer
Liegenschaften, wie ausrangierte Bundeswehrkasernen. Weiterhin
ist auch Carl Woebcken, Geschäftsführer beim Berlin Animation
Fonds und ehemaliger Finanzvorstand der Münchner Rechtefirma
TV-Loonland AG, der unter anderem in München ein
Produktionsstudio für Kinderfilme leitet, als Mit-Investor
namentlich bekannt. In Babelsberg herrscht derweil Ungewissheit
über die Zukunft. Erst nächste Woche steht ein Treffen mit den
neuen Investoren an. Man befürchtet, dass die Studios bald mit
Gewinn weiterverkauft werden sollen. Bereits vereinbarte
Projekte seien von dem Verkauf aber nicht betroffen. Der
Betriebsrat der 220 Angestellten fühlt sich im Stich gelassen.
Man wäre gern besser informiert gewesen, so der
Betriebsratsvorsitzende Jan-Peter Smarje. Am Donnerstag tritt
die gesamte Belegschaft zu einer Betriebsversammlung zusammen,
um das weitere Vorgehen zu besprechen. Ihre größte Zeit
erlebten die Studios in den 20er und 30er Jahren, als die
meisten der Großproduktionen der Ufa entstanden. Josef von
Sternberg drehte hier seine ersten Filme mit Marlene Dietrich.
Im Dritten Reich wurde Babelsberg das Zentrum der von Goebbels
gesteuerten NS-Filmindustrie. Während der DDR-Zeit entstanden
viele renommierte DEFA-Produktionen. 1992 verkaufte die Treuhand
dann die Studios an Vivendi. Große Filme wie "Enemy at the
Gates", Roman Polanskis "Der Pianist", "Good
Bye Lenin!" von Wolfgang Becker und Margarethe von Trottas
"Rosenstraße" waren in Babelsberg in den letzten
Jahren verwirklicht wurden. Acht Jahre lang hatte Volker Schlöndorff
als Geschäftsführer versucht, die Zukunft der Filmstudios zu
sichern.
Auf dem 57. Festival internazionale del Film in Locarno (4.
bis 14. August) sind in diesem Jahr 20 deutsche Filme und
Koproduktionen vertreten. Darunter Volker Schlöndorff's
KZ-Drama "Der neunte Tag", welcher auf dem Piazza
Grande gezeigt werden soll. Weiterhin laufen die deutschen
Koproduktionen "Die Syrische Braut" von Eran Riklis
(Israel) und "Samsara" von Pan Nalin (Pandora
Film).Daneben "Egoshooter" von Field Recordings und
"Visions of Europe" von Fatih Akin im Bereich
Videoshooter. Die Kritikerwoche zeigt unter anderem drei
deutsche Dokumentarfilme, wie "Hedy Lamarr" (Georg
Misch), "Die "Blutritter" (Douglas Wolfsperger)
und "Touch the Sound" (Thomas Riedelsheimer). Zudem
ist Deutschland an "Buffalo Boy" von Minh Nguyen-Vô
(Vietnam) und "Yasmin" von Kenny Glenaan (Großbritannien)
als Koproduktion beteiligt. Im Bereich Retrospektive laufen zum
Thema Newsfront sechs deutsche Beiträge: "Der
Teufelreporter" (Ernst Laemmle), "Alice in den Städten"
(Wim Wenders), "Die verlorene Ehre der Katharina Blum"
und "Die Fälschung" (Volker Schlöndorff),
"Videogramme einer Revolution" (Harun Farocki) sowie
die Koproduktion "Salvador Allende" (Patricio Guzman).
In der Wettbewerbsjury sitzt unter anderem der in den USA
lebende deutsche Schauspieler Udo Kier.
Aufwändige Dokumentarfilme, die nicht nur in Deutschland
gezeigt werden, bekommen jetzt eine Unterstützung durch die
Filmgeldförderung. Die Filmstiftung WDR und NRW vergaben unter
dem Label "World Wide" die erste Förderung im Wert
von 475.000 Euro an "Windstärke acht", eine
Produktion der Münchner Caligari Film. Die Dreharbeiten
beginnen im Oktober auf einem Segelschiff von Bremerhaven nach
New York. Die Geschichte dreht sich um Amerika-Auswanderer im
19. Jahrhundert. Das Interesse an Dokumentarfilmen bestätigt
sich durch die Kinoerfolge von Filmen wie "Nomaden der Lüfte
", "Die
Spielwütigen" oder "Höllentour ".
Die Schauspielerin Isabel Sanford, besser bekannt als "Weezie"
Louise Jefferson aus der Serie "The Jeffersons", die
von 1975 to 1985 lief, starb vergangenen Freitag im Alter von 86
Jahren. 1981 erhielt Sanford als erste Schwarze den Emmy als
Beste Schauspielerin in einer Comedy-Serie: "The
Jeffersons." Januar 2004 erhielt sie außerdem einen Stern
auf dem Walk of Fame in Hollywood. Außerdem war sie in
"All in the Family" und neben Spencer Tracy und
Katharine Hepburn in "Guess Who's Coming to Dinner"
(1967) zu sehen. Zuletzt konnte man sie in "The
Simpsons" hören und in der Werbung für Denny's
Restaurants und Old Navy sehen.
In einer Szene des gerade angelaufenen zweiten Teils von
Shrek heißt es in hebräischer Fassung: 'Machen wir einen David
Daor aus ihm', wobei ein Charakter dem anderen mit Kastration
droht. Der betroffene israelische Sänger David Doar kann darüber
aber nicht lachen: "Dieser Film beabsichtigt, mich auf ewig
als Eunuchen darzustellen." Er reichte Klage ein und das
Gericht in Tel Aviv beschloss den Film solange in israelischen
Kinos nicht mehr zu zeigen, bis diese Szene neu synchronisiert
worden ist, ohne Anspielung auf die hohe Stimme des Sängers.
Bereits vergangenen Freitag verstarb der italienische
Kameramann Carlo Di Palma im Alter von 79 Jahren. Bekannt war er
für seine Arbeit für Michelangelo Antonioni und später Woody
Allen. Di Palma, der 1925 geboren wurde, ist aus dem
italienischen Film nicht wegzudenken. Berühmt wurde er für
seine Kameraarbeit in Antonionis "Blow Up" (1966).
Auch "Die rote Wüste" (1963) und "Identifikation
einer Frau" (1982) entstanden unter Antonionis Regie. Seine
Karriere begann er als Kamera-Assistent bei Luchino Viscontis
"Ossessione". Später führte er die Kamera in Roberto
Rossellinis "Rom offene Stadt" und für weitere
namhafte Filmemacher wie Bernardo Bertolucci, Ettore Scola und
Roberto Benigni. 1973 inszenierte Di Palma selbst den Film
"Theresa, die Diebin" (1973). In den 80er Jahren
begann seine Zusammenarbeit mit Woody Allen mit dem Film
"Hannah und ihre Schwestern". Der letzte der
gemeinsamen Filme entstand 1996 mit "Alle sagen: I Love You".
Im letzten Dezember hatte er einen Ehrenpreis bei der Verleihung
des Europäischen Filmpreises in Berlin entgegen genommen. Schon
damals war er schwer krank.
Wie ihr Pfleger mitteilte, ist die beliebte Schauspielerin im
Alter von 94 Jahren in Hamburg verstorben. Ihr
Gesundheitszustand hatte sich in den letzten Wochen
verschlechtert, sie soll im Schlaf und ohne Schmerzen gestorben
sein. Bekannt wurde sie erstmals 1959 mit dem Film "Das
Fenster zum Flur"
In der neuen MTV-Sendung "I Want a Famous Face"
legen sich Jugendliche unters Messer um sich in ihre Idol, wie
Pamela Anderson oder Brad Pitt, zu verwandeln. Nach einem Korb
von seiner Angebeteten entschloss sich ein 21-Jähriger aus
Arizona sein Aussehen zu ändern. Zusammen mit seinem
Zwillingsbruder wollte er durch eine Schönheitsoperation wie
die Brad Pitt aussehen. Gerade solche Shows haben in Amerika
gerade Hochkonjunktur auch durch die sehr guten Quoten. Auf ABC
lief im vergangenen Jahr die Sendung "Extreme Makeover".
Auf Fox "The Swan". In der MTV-Show werden die
Protagonisten vor, während und nach der VIP-OP beobachtet. Man
beschränkt sich darauf die sie erzählen zu lassen, wie unglücklich
sie mit ihrem Äußeren seien und dann geht es auch schon zum
Schönheitschirurgen, der erklärt, wie viele Implantate man
wohin bekommt. Nasen-OPs, strahlend weiße Zahnverblendungen...
macht nur 9800 bis 12.700 Dollar. Bilder von blutigen Skalpellen
und abgezogenen Häuten werden dem Zuschauer nicht gezeigt, nur
die verquollenen Gesichter und Mama-ich-brauch-Hilfe-Rufe
bleiben einem danach nicht erspart. Und mit den neuen,
optimierten Körperteilen haben sich alle in den Kopf gesetzt
Star zu werden. Das Mädchen möchte aber immer noch nichts von
dem einen Zwillingsbruder.
Die Pläne Studio Babelsberg an Studio Hamburg zu verkaufen
scheinen vorerst auf Eis gelegt zu sein. "Zum gegenwärtigen
Zeitpunkt sehen wir keine Basis, die Gespräche mit Vivendi
fortzusetzen", so Dr. Martin Willich, Chef von Studio
Hamburg. Vivendi Deutschland, der jetzige Babelsberg-Eigner habe
nach fünfmonatigen Verhandlungen mit weitgehender Annäherung
neue Vorstellungen entwickelt. Studio Hamburg werde diese aber
nicht akzeptieren. Als Konsequenz wolle sich Hamburg nun auf den
eigenen Standort und den Ausbau des Tochterbetriebs Berlin
Adlershof konzentrieren.
In Berlin und Brandenburg wurden am gestrigen Abend insgesamt
16 Filmtheater mit dem Kinoprogrammpreis 2004 ausgezeichnet. Der
Preis, der mit insgesamt 120.000 Euro gefördert worden ist,
wird von der Medienboard Berlin-Brandenburg und dem Hauptverband
Deutscher Filmtheater (HDF) verliehen. Den Sonderpreis für
besondere Leistungen 2003 erhielten die Berliner Kinos Broadway,
Kino Kiste und Nickelodeon (je 2500 Euro). Die Preisvergabe fand
im Berliner Kino filmkunst 66 statt. Im Anschluss wurde
"Liebe am Nachmittag" von Billy Wilder gezeigt, der
als Gewinnerfilm aus der Besucher-Wunschfilmaktion hervorging.
Um niedrigen Budgets für Kinofilme künftig
entgegenzuwirken, hat jetzt der Bundesverband Regie (BVR) zu
einem "Dialog der Macher" aufgerufen. Beteiligt werden
sollen Filmschaffende und Finanziers. Erster Vertreter der
Filmschaffenden ist die Münchner VIP-Gruppe, die bereits
zugesagt haben soll, potentielle Projekte von
Verbandsmitgliedern nach Richtlinien des Fonds zu überprüfen
und zu produzieren. Mit dem Dialog sollen Voraussetzungen für
eine "kontinuierliche Steigerung" deutscher Filme mit
internationalem Format erreicht werden. Man wolle jedoch nicht
kritisieren, dass deutsche Investoren den größten Teil ihres
Geldes in Hollywood-Filme steckten.
Lange waren Dokumentarfilme auf der Kinoleinwand nicht so
gern gesehen und als nicht kommerziell auf schlechte Vorführzeiten
verbannt. Doch spätestens seit Michael Moore erlebt dieses
Genre eine Kinorevolution. "Fahrenheit 9/11" lief nach
langen Diskussionen um einen Starttermin vor den Wahlen schließlich
mit der Rekordzahl von 868 Kopien in den USA an. In Deutschland
kommt der Film Ende Juli in die Kinos, mit 200 Kopien. Laut
Verleih "der bisher größte deutsche Kinostart einer
Dokumentation". Doch auch Dokus, die nicht gegen den
amerikanischen Präsidenten gerichtet sind, finden viel
Zuspruch. "Super
Size Me" (deutscher Start: 15. Juli), ein Selbstversuch
des Regisseurs Morgan Spurlock, der in seinem Film die
Fast-Food-Kultur der Amerikaner anprangert, hielt sich
wochenlang in der Top Ten der amerikanischen Kino-Charts. Auch
"The Fog of War", ein Porträt über den früheren
US-Verteidigungsminister Robert S. McNamara von Regisseur Errol
Morris lief erfolgreich. Insgesamt spielten Dokumentarfilme 2003
in den USA 49,2 Millionen Dollar ein. (1998 waren es nur 7,6
Millionen.) Die Doku-Welle schwappt aber auch über Europa. In
Frankreich sahen 1,5 Millionen Menschen "Sein und
Haben", Nicolas Philiberts Film über eine Zwergschule in
der französischen Provinz. Die Meeresdokumentation "Deep
Blue" von den britischen Filmemachern Andy Byatt und
Alastair Fothergill erreichte dieses Jahr in Deutschland 750 000
Zuschauer. Zu den deutschen Erfolgen zählen Andreas Veiels
Jungschauspieler-Porträt "Die
Spielwütigen" und "Die Geschichte vom weinenden
Kamel" von den HFF-Nachwuchsregisseuren Byambasuren Davaa
und Luigi Falorni. Und zurzeit begeistert Pepe Danquart die
Kinogänger mit seinem Tour-de-France-Film "Höllentour".
Ein Grund für den Doku-Boom könnte darin liegen, dass das
Blockbuster-Kino immer mehr von der Realität weggeht und
bisweilen ermüdet. Mit Computertechnik ist alles möglich, was
ist aber wirklich? So feierte "Deep Blue" zur gleichen
Zeit wie "Findet Nemo" große Erfolge. Offenbar
wollten man wissen, wie Nemos Welt in Wirklichkeit aussieht. Ein
weiterer Grund liegt beim TV-Programm. Zumindest in den USA
trauen viele dem Fernsehen nicht mehr. Seit den Gesetzesveränderungen
nach dem 11. September 2001 fühle man sich unzureichend und
einseitig informiert. Viele der neuen Dokumentarfilme sind
populistisch. Sie benutzen Humor als Deckmantel für Belehrung.
Sie reagieren auf das Gefühl der Ohnmacht, das viele Menschen
gegenüber dem Staat oder großen Konzernen haben und sie schüren
die Wut. ‚Wählt Bush ab', ‚Esst kein Fast Food'- "Ein
Dokumentarfilm darf eine Meinung haben, einen klaren
Standpunkt", so Spurlock. Die Regisseure wollen die Welt
nicht mehr nur abbilden; sie wollen sie verändern.
Im Rahmen der Internationalen Sommerbühne zeigen heute und
am morgigen Samstag die Internationalen Filmfestspiele Berlin
eine Auswahl ihres Festivalprogramms. Die Vorführungen werden
unter freiem Himmel auf Schloss Wolfsburg stattfinden. Unter
anderem sollen afrikanische und deutsche Filme (wie "Muxmäuschenstill"
und "Flammend Herz") laufen, welche bei dem
Berlinale-Puplikum und der Jury in diesem Jahr schon große
Zustimmung fanden und erst demnächst in den deutschen Kinos
anlaufen werden. Die Eröffnung werde am heutigen Freitag Abend
der Festival-Direktor Dieter Kosslick übernehmen.
Hans Weingartner ("Die fetten Jahre sind vorbei")
gewann gestern Abend im Rahmen des Münchner Filmfests den Förderpreis
Deutscher Film in der Kategorie bester Nachwuchsregisseur. Die
Jury (bestehend aus Sophie von Kessel, Michael Althen, Hans-
Christian Schmid) vergab neben dem mit 40.000 Euro dotierten
Regiepreis auch den Preis in den Kategorien beste Darsteller (je
10.000 Euro). Diese gingen an Stipe Erceg ("Such mich
nicht" und "Die fetten Jahre sind vorbei") und
Marie-Luise Schramm ("Bin ich sexy?"). Ein undotierter
Förderpreis ging an Katharina Held und Hans Weingartner für
das szenerische Treatment von "Die fetten Jahre sind
vorbei".
Insgesamt 19 Briefe mit Morddrohungen gingen an die
US-Schauspielerin Catherine Zeta-Jones, Ehefrau von Michael
Douglas. Absenderin war eine 32-jährige Studentin aus Los
Angeles, die in Zeta-Johnes Ehemann verliebt war. Jetzt wurde
die mutmaßliche Stalkerin vor ein US-Gericht gebracht, wo die
Oscarpreisträgerin vergangenen Mittwoch als Zeugin drei Stunden
lang umfassend über die Serie von Morddrohungen gegen sie
berichtete. In einem der Brief hätte gestanden, dass der
Mordplan gegen die Schauspielerin zu 90% fertig sei und sie ständig
verfolgt werden würde. Zeta-Jones erzählte, dass sie immer
noch in Angst lebe, obwohl die Verdächtige bereits Juni
verhaftet wurde und seitdem in Untersuchungshaft sitzt.
Der Münchner Sender 9Live will jetzt Dauer-Gewinner von
Gewinnspielen ausschließen. Einem Münchner wäre es gelungen
die letzten Jahre über 60.000 Euro bei den Quizshows zu
gewinnen. Der Glückspilz darf seit April nicht mehr an den
Ratesendungen teilnehmen. So wird es auch anderen mit Glückssträhnen
gehen, da so ansonsten die Chancengleichheit für die anderen
Zuschauer nicht garantiert sei.
Michael Moore hat mit seiner Anti-Bush-Polemik
"Fahrenheit 9/11" seine eigene Rekordmarke gesetzt. In
Nordamerika hat die Dokumentation die 100 Millionen
Dollar-Grenze durchbrochen - ein Rekord! Mit weiteren fünf
Millionen Dollar Umsatz, schaffte es der Film trotz Rückfalls
auf Platz Sieben sein Gesamtergebnis auf 103,4 Millionen zu erhöhen.
Der bisherige Umsatz-Rekord für eine Kinodokumentation stammt
ebenfalls von Michael Moore: Bereits mit "Bowling For
Columbine" setzte Moore vor 3 Jahren die Spitzenmarke von
21,6 Millionen Dollar. Als nächstes plant er das
US-Gesundheitswesen zu behandeln. In gewissen Kreisen besteht
mit Sicherheit Grund zur Sorge, denn Amerikas Kino-Robin-Hood
gilt als aufrechter Recke im Kampf gegen Korruption und
Lobbyismus.
Wenn ein Film lang genug in einer Ecker verstaub, sei er auch
so schlecht wie "Showgirls", wird er doch irgendwann
wieder hervorgeholt. Seit seinem Nichterfolg an Kinokassen und
bei Kritiker, ist "Showgirls" bei so manchem Cineasten
doch Kult geworden - für unfreiwillige Komik. Jetzt will MGM
eine "V.I.P. Edition" DVD herausbringen, die den Film
mit der Ironie betrachtet, wie die Zuschauer ihn sehen. Mit der
DVD soll es Schnapsgläser und Spielkarten für Trinkspiele
geben. Außerdem ein Poster von der Hauptdarstellerin Elizabeth
Berkley, eine Augenbinde und Aufkleber für ein "Kleb-die-Auflkeber-auf-das-Showgirl-Spiel".
Zu den DVD-Extras gehören ein Lap-Dance Lehrfilm und ein Audio
Kommentar mit dem Titel "The Greatest Movie Ever
Made." Die DVD sei Erwachsenen gewidmet, die den Spaß
dahinter erkennen würden, so Blake Thomas,
Marketingbeauftragter bei MGM. Mit der DVD sollen einige der
Fehlinvestitionen von dem Dreh von 1995 wieder reingeholt
werden. Eigentlich sollte der Film von Regisseur Paul Verhoeven
und Autor Joe Eszterhas die Tür öffnen für mehr Akzeptanz für
diese Art von altersbeschränkten Filmen. Stattdessen wurde
"Showgirls" sehr schnell aus den Kinos gelacht und
brachte nur die Hälfte der Produktionskosten wieder ein. Für
die beteiligten Schauspieler(innen) und auch für Eszterhas war
der Film ein Karriereknick. Noch heute wollen sie keinerlei
Interviews dazu geben.
In diesem Jahr eröffnet Woody Allen das Filmfestival in San
Sebastian und stellt sein neues Werk "Melinda and Meldinda"
vor. Seit 1953 findet jedes Jahr Mitte September das Filmfest
statt und bietet Sektionen, wie "Zabaltegi", eine Art
"Best Of" beim Wettbewerb aller Festivals, oder
"Horizontes Latinos", eine Werkschau
lateinamerikanischen Filmschaffens.
Er arbeitete mit Regisseuren wie Max Ophüls, Luchino
Visconti, Constantin Costa-Gavras und Ettore Scola, spielte eher
Außenseiter, gescheiterte Kriminelle, Betrogene. Eindrucksvoll
seine Auftritte in Marcel Carnés "Pforten der Nacht",
in Jacques Beckers "Goldhelm" und Theo Angelopoulos
"Der Bienenzüchter". Der gebürtige Süditaliener
lebte seit seinem achten Lebensjahr in Paris
Die Finanzämter segnen die Steuerkonzepte der Filmfonds
nicht mehr ab. Verständlich, dass die Anbieter von Filmfonds
nervös werden. Denn werden die Steuerkonzepte der Fonds von den
Finanzämtern tatsächlich gekippt, verlieren Tausende Anleger
die Steuervorteile, derentwegen sie eine Beteiligung eingegangen
sind. Ein Beispiel bot sich Ende März, als das Finanzamt
entgegen vorheriger Angaben die Steuermindernden Anfangsverluste
der Ideenkapital AG nicht anerkannte. 145 Mill. Euro wurden von
4 600 Kommanditisten des Fonds Mediastream IV eingezahlt.
Ideenkapital-Sprecher Axel Pollheim beschreibt die Konsequenz
folgendermaßen: "Im schlechtesten Fall werden die Rendite
nach Steuern von 12,06 auf etwa vier Prozent jährlich
nachgeben. Wir unterbreiten den Anlegern nächste Woche einen
neuen Lösungsvorschlag." Allerdings wurde der erste
Vorschlag Ende Mai prompt abgelehnt. Hiernach sollten
Vermarktungsfonds in einen Produktionsfonds umgewandelt werden.
Doch eine Garantie besteht für die neue Lösung genauso wenig.
Da die Kommission für Jugendmedienschutz die
Sendegenehmigung insofern einschränkte, im Fernsehen vollzogene
Schönheitsoperationen erst ab 23 Uhr senden zu dürfen,
verzichtete RTL 2 auf das geplante OP-Spektakel und verwarf
damit auch das Vorhaben diverser chirurgische Eingriffe bei den
TV-Shows "The Swan" (ProSieben) und "Alles ist möglich"
(RTL). Der Chef der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM),
Wolf-Dieter Ring, bemerkt nach einer Sitzung am Dienstag:
"Schönheitsoperationen sowie das Vorher und Nachher dürfen
im Fernsehen nicht vor 23 Uhr ausgestrahlt werden, da sie reinen
Unterhaltungszwecken dienen und auf Kinder und Jugendliche und
ihre Entwicklung eine beeinträchtigende Wirkung haben können!"
Momentan werden die Operationen nur sonntags um 21.30 Uhr in der
US-Show "I Want a Famous Face", (MTV) gezeigt - hier können
Jugendliche sich nach dem Vorbild ihres Idols verunstalten
lassen.
Palästinenser und Israelis veranstalteten gleichzeitig
Filmfestivals in Ramallah and Jerusalem - benachbarte Städte,
die seit mittlerweile fast vier Jahren im Krieg leben. Die 17-jährige
Palästinenserin Liana Saleh präsentierte hier ihren ersten
Film. "Wir sind mehr, als nur Opfer eines Krieges! Wie überall
auf der Welt hat man auch hier Träume und Hoffnungen.",
erklärte sie vor Beginn des screening von "A Boy and a
Color Box.". Der Film handelt von jungen Palästinensern,
die für ihre Träume kämpfen. Rund 500 Kinobesucher bedachten
ihn mit Standing Ovations. Achtzig Filme, davon allein fünfzig
ausländische Produktionen wurden auf dem International Film
Festival in Ramallah präsentiert. Insgesamt wurden mehr als
7000 Karten verkauft und rund um Ramallah wurden mobile Kinos
aufgebaut, da der Ort normalerweise nicht mehr, als ein
Filmtheater zu bieten hat. Zeitgleich fand 10 Meilen weiter südlich
das 21ste Film Festival in Jerusalem statt. Begonnen wurde mit
"Life is a Miracle", ein Film des in Sarajevo
geborenen Regisseurs Emir Kusturica. Sein Werk ist ein
ironischer Anstoß an den bosnischen Bürgerkrieg 1992-1995.
Organisatoren der beiden Festivals betonten, dass man nicht
vorhabe sich gegenseitig auszustechen. Einige Besucher, wie z.B.
Humbert Balsan, Vorsitzender der europäischen Filmakademie
besuchte beide Festivals und erwähnte, er würde sich freuen,
die beiden Events zusammen agieren zu sehen. Der einzige Film,
der zwar auf beiden Festivals präsentiert werden sollte, doch
aufgrund eines Protestes seitens des palästinensischen
Regisseurs Tawfik Abu Wael letztendlich nicht gezeigt wurde, war
"Thurst". Grund dafür war, dass die Organisatoren die
nötigen Breitschirmprojektoren nicht zur Verfügung stellen
konnten.
Laut einer Studie des BAT-Freizeitforschungsinstituts liegt
Zuhause bleiben anstatt ausgehen voll im Trend. Zum Glücklichsein
reiche den Deutschen schon ihr Fernsehgerät (68%). Knapp
dahinter liegen gutes Essen zu Hause (47%) und eine Zeitung mit
46 %. Die Urlaubsreise hinkt mit nur 40% hinterher. "Die
Bundesbürger erwarten vom Leben heute nicht das ganz große Glück",
so Institutsleiter Horst Opaschowski. "Es sind eher die
kleinen Glücksmomente des Lebens in einer entspannten, störungsfreien
Atmosphäre." Partner (52%), Kinder und Familie (48%),
nette Nachbarn (33%)... standen inmitten Fernseher, Stereoanlage
und Computer auch mit auf der Liste. Für die Studie wurden
insgesamt 2000 Personen ab 14 Jahren gefragt, was sie zum Wohlfühlen
brauchen.
Wegen spöttischer Bemerkungen über den US-Präsidenten
verlor Hollywood-Star Whoopi Goldberg nun ihren Werbevertrag
beim Konzern Slim Fast. Nach einer sexuellen Anspielung auf den
Namen des Staatsoberhauptes (im Umgangsenglisch steht
"Bush" als Begriff für primäre weibliche
Geschlechtsteile), zeigte sich das konservative Amerika empört.
Neben Whoopi, die in New York auf einer Wahlkampfveranstaltung für
Präsidentschaftskandidat John Kerry aufgetreten war, nahmen
unter anderem auch John Mellencamp, Jon Bon Jovi, Paul Newman
und Meryl Streep teil. Auch wenn viele konservative
Organisationen schon kurz nach der Veranstaltung mit Boykottmaßnahmen
gegenüber den Slim-Fast Produkten drohten und die Mitwirkenden
in New York als Zielscheibe von Beschimpfungen benutzt hatten -
einer amüsierte sich gewiß. Präsidentenanwärter Kerry dankte
allen für "einen außerordentlichen Abend".
23 Männer und Frauen des berüchtigten Mafia-Clans aus
Trapani seien wegen Erpressung zahlreicher Unternehmer in der
Region um Trapani auf Siziliens verhaftet wurden, so
italienische Zeitungen. Zuletzt waren auch die Dreharbeiten zu
"Ocean's Twelve" ins Visier der Schutzgelderpresser
geraten. Nachdem mehrere Mafia-Mitglieder rund um die Drehorte
gesichtet wurden, habe die Polizei ein Großaufgebot an Beamten
gestellt, um die Fortsetzung der Dreharbeiten zu sichern. Außerdem
hätten sich mehrere Mafiosi ständig in der Nähe des Hotels
aufgehalten, in dem Brad Pitt und Catherine Zeta-Jones
untergebracht waren. Sprecher der Polizei beteuerten aber, dass
die Schauspieler zu keiner Zeit in Gefahr gewesen seien. George
Clooney, Julia Roberts und Matt Damon, die schon bei "Ocean's
Eleven" mitgespielt hatten, waren nicht an den Dreharbeiten
auf Sizilien beteiligt.
Jürgen Prochnow soll Arnold Schwarzenegger in einer zukünftigen
Verfilmung von Schwarzeneggers Leben verkörpern. Initiator des
Filmprojekts ist der amerikanische Fernsehsender A&E, der
die Verhandlungen mit Prochnow, 63 bereits eingeleitet hat.
Geplant ist eine Biografie fürs Fernsehen mit dem Titel
"See Arnold Run". Die Dreharbeiten sollen im August
beginnen. Die Darstellung des jungen Schwarzenegger wird der österreichische
Schauspieler und Bodybuilder Roland Kickinger übernehmen.
Margaret Menegoz wurde erneut zur Präsidentin von Unifrance,
der Promotion-Agentur für den französischen Film gewählt, sie
folgte Daniel Toscan Du Plantier, der während der letztjährigen
Berlinale einen Herzanfall erlitt und starb.
In Großbritannien hat sich die Filmindustrie zusammen getan,
um gemeinsam Film-Fans über die Folgen des Kaufs illegaler
DVD-Kopien zu informieren. Die Kampagne startete Montag dieser
Woche. Dabei werden Verbindungen von Raubkopien mit Terrorismus,
Drogenhandel, Zuhältern und pädophilen Organisationen
thematisiert. Teilweise stehen sehr harte Texte auf Plakaten:
"Terrorist Groups sell DVDs to raise funds". In London
seien es vor allem chinesische Gangs, die illegale Einwanderer
zwingen würden, die Ware zu verkaufen. Hohe Umsätze und
geringes Risiko erwischt zu werden führten zu ständigem
Anstieg des illegalen Handels. Diese Behauptungen basieren auf
Schlüssen der "Federation Against Copyright Theft!".
Andere Stimmen meinen jedoch, dass solche terroristischen
Aktivitäten in Großbritannien noch nicht so weit verbreitet
seien. Im Jahr 2003 hatte dies zu einem ungefähren Verlust von
750 Mio. Euro für die Filmindustrie geführt. Man rechne mit
einem Anstieg in den kommenden Jahren auf bis zu 1,5 Mrd. Euro.
Mit der Kampagne wolle man die Filmindustrie wieder durch den
Kauf von regulären DVDs zu unterstützen.
Das digitale Fernsehen hat es schwer in Deutschland. Eine
neue Studie des Marktforschungsunternehmens Goldmedia macht alle
bisherigen Annahmen zur Nichte. So werde bis 2010 nicht einmal
die Hälfte der deutschen Haushalte digitales TV empfangen.
Knapp verfehlt hat damit die Ära Helmut Kohl, welche von einer
kompletten Umstellung auf die moderne Fernsehtechnik bis zum
Ende 2010 ausgegangen war. Der Hauptgrund liegt wohlmöglich in
den Kabelnetzen liegt. Demnach gibt es immer noch
Auseinandersetzungen bezüglich der Kosten zwischen den Sendern
und Kabelnetzbetreibern. Außerdem stockt die Konsolidierung des
Kabelgeschäfts. Letzte Woche kündigte das Kartellamt eine
intensivere Prüfung der geplanten Übernahme der
Regionalgesellschaften Ish, Iesy und Kabel BW durch den Marktführer
Kabel Deutschland an. Das digitale Angebot bleibt angesichts der
seit Jahren aufkommenden Strukturfragen bisweiteren ungelöst.
Ein anderes Problem besteht in den Fernsehgeräten, welche noch
nicht über digitale Empfänger verfügen. Jedoch soll ab 2007
jedes neue Gerät mit einem solchen Empfangsteil ausgerüstet
werden.
Bei einer Auktion in Londons berühmten Auktionshaus
Sotheby's brachte ein Liebesbrief des irischen Schriftstellers
James Joyce an seine spätere Ehefrau und Muse Nora Barnacle
einen Erlös von 361.000 Euro. Ein anonymer Bieter bekam am
Donnerstagabend den Zuschlag für einige im Dezember 1909
geschriebene Zeilen des Schriftstellers. In dem Brief beschreibt
Joyce mit zahlreichen Obszönitäten, wie er seine Lust nach ihr
befriedigen wolle. Das Schriftstück, das für lange Zeit als
verloren galt, lockte Bieter aus der ganzen Welt. Geschätzt
wurde es zunächst auf rund 90.000 Euro, jedoch wurde der Erlös
zum Auktionsrekord für einen aus dem 20. Jahrhundert
stammenden, englischen Brief. James Joyce (1882-1941) hatte Nora
Barnacle 1904 in Dublin kennen gelernt. Die beiden heirateten
aber erst 1931. Weitere Briefe des Autors von
"Ulysses" an Barnacle kamen ebenfalls unter den
Hammer. Allerdings erzielten die eher romantischen Briefe nur
72.000 Euro bzw. 50.000 Euro. "Ulysses", der als
Jahrhundertwerk geltende Roman wurde jetzt zum zweiten Mal unter
dem Titel "Bloom"
von dem irischen Regisseur Sean Walsh verfilmt.
Die Oscar-prämierte Regisseurin Caroline Link
("Nirgendwo in Afrika") und der Produzent Peter
Schamoni sollen mit dem Bayrischen Verdienstorden ausgezeichnet
werden. Edmund Stoiber, der bayerische Ministerpräsident, wird
kommenden Montag persönlich die weiß-blaue Auszeichnung
insgesamt 64 Personen in der Münchner Residenz überreichen.
Die zunehmende Kurzsichtigkeit der Bevölkerung führen
australische Wissenschaftler auf die wachsende Mediennutzung zurück.
So könnte die Verschlechterung der Sehfähighkeit eine Art
Anpassung an den Bildschirm sein, an dem die Menschen immer mehr
Zeit verbringen. Besonders der asiatische Raum sei stark
betroffen. Dort leiden bereits 80 Prozent aller 18-Jährigen
(die den Militärdienst absolvieren) an Kurzsichtigkeit
(Myopie). Als Indiz für ihre These legen die Forscher eine
Beobachtung aus dem indischen Raum vor, wo 70 Prozent der in
Singapur lebenden Jugendlichen (indischer Abstammung) an der
Sehschwäche leiden, hingegen deren Verwandte aus dem Umkreis
nur in 10 Prozent der Fälle kurzsichtig sind. Dieses soll eine
Folge des veränderten Lebensstils sein. Auch in den westlichen
Ländern wird die Myopie immer weiter ansteigen, so Ian Morgan
von der Australian National University in Canberra, "da
Kinder sich immer länger in Häusern aufhalten und vor Computer
und Fernsehen sitzen". Die "Bildschirmhypothese"
kann als eine Art Common-Sense-Erklärung für die Bücherwürmer
verstanden werden, welche durch vieles Lesen den Augen schaden
und zur Kurzsichtigkeit führen soll. Karla Zadnik vom Ohio
State University College of Optometry bezweifelt die Richtigkeit
dieser These. Ihrer Meinung nach seien noch nicht alle Faktoren
der Lebensweise untersucht worden, die ein genaueres Ergebnis
geben könnten. So werden beispielsweise keine Vergleichszahlen
genannt, inwieweit asiatische Kinder mehr vor dem Fernsehen
sitzen als Kinder aus den westlichen Ländern oder warum manche
Menschen trotz einer hohen Mediennutzung normalsichtig bleiben.
In seiner Wohnung in Manhattan wurde die Leiche des jüngsten
Sohns von Kirk Douglas tot aufgefunden. Eine Putzfrau entdeckte
Eric Douglas in seinem Drei-Zimmer-Appartment. Eine Obduktion
soll klären, woran der 46-jährige gestorben ist. Nach Angaben
der Polizei gibt es bislang keine Hinweise auf ein Verbrechen.
Die Familie habe völlig schockiert und traurig reagiert, so ein
Sprecher. Der Halbbruder von Michael Douglas soll seit Jahren an
Drogenproblemen gelitten haben und mehrmals in Haft und in
Entzugskliniken gewesen sein. Im Jahre 1999 ist er wegen
Dorgenmissbrauchs in ein achttägiges Koma gefallen, wodurch
Eric in den Folgejahren Schwierigkeiten beim Gehen und Sprechen
hatte. Eric hatte gelegentlich Film- und Fernsehauftritte, kam
aber nie an den Erfolg der beiden berühmten Familienmitglieder
heran. In einem Zeitungsinterview hatte Eric einmal gesagt, dass
ihm der Ruhm von Kirk und Michael zu schaffen mache und er den
Erwartungen der Familie nicht gerecht werde.
Die Hamburger Behörde für Wirtschaft und Arbeit (BWA) will
Geld für die Filmförderung aus dem Etat der Wirtschaftsförderung
abzweigen, um somit die halbierte Hamburger Filmförderung
auszugleichen. Der Betrag und die Vorgehensweise seien jedoch
noch nicht endgültig festgelegt, sagte Christian Saadhoff,
Sprecher der Behörde für Wirtschaft und Arbeit, und revidierte
damit Angaben der Bild-Zeitung über 2,8 Mio. Euro. Die Sparpläne
hatten zuvor für Proteste aus der Filmwirtschaft gesorgt.
Zuletzt durch Wim Wenders, der sich mit einem Offenen Brief an
die Hamburger Regierungsvertreter gewand hatte, in dem er drohte
sich von der Hansestadt zu verabschieden. Außerdem hat das ZDF
seine mehrjährige Förderkooperation mit der Filmförderung gekündigt.
Am gestrigen Dienstag hat die DLM (Dierektorenkonferenz der
Landesmedienanstalten) dem TV-Sender Mohajer TV die Zulassung
erteilt. Das persischsprachige Programm soll per Satellit
ausgestrahlt werden und unter dem Schwerpunkt Unterhaltung die
Bereiche Dokumentation, kulturelle Berichte, Musik und Filme
abdecken. Nicht mit eingeschlossen sind die Sparten Religion und
ideologische Lebensweisen. Der am gleichen Tag diskutierte
Sender "Pro 6", wurde als Mediendienst eingestuft.
Dieser soll ein TV-Erotikangebot enthalten, welches seine
erotischen und teils pornographischen Angebote in 3 Programme
mit je zwei Kanälen abstufen will, die dann nur einzeln
abrufbar sind. Daneben will der Vertreiber mittels
Post-Ident-Verfahren oder direkt beim Händler die Volljährigkeit
des Kunden nachweisen und im weiteren Verlauf durch PIN-Codes
und den jeweiligen Fingerabdruck einen Mißbrauch unmöglich
machen, den Jugendschutzgesetzanforderungen gerecht zu werden
sowie eine geschlossene Benutzergruppe zu sichern. Bevor nun
weitere Schritte unternommen werden können, muss vorerst noch
die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten
(KJM) die Entscheidung der DLM bestätigen.
Zwei deutsche Produktionen konnten in diesem Jahr auf dem
TV-Festival in Monte Carlo die Jury überzeugen. Für ihre Rolle
in "Die Frau des Architekten" bekam Jeanette Hain die
Auszeichnung in der Kategorie beste Schauspielerin. Im Bereich
Nachrichten wurde die Spiegel- TV-Reportage "In Gottes
Namen- Die Rekruten des Heiligen Krieges" mit der Goldenen
Nymphe geehrt. Der Hauptpreis für den besten TV-Film ging an
die südkoreanische Produktion "The Swamp".
Die zwei deutschen Regisseure weichen von den ungeschriebenen
Gesetzen ab und drehen gleich zwei extrem teure Filme über
Adolf Hitler. Bislang galt es als ein Tabu den Nazi-Führer in
den Mittelpunkt zu stellen, er durfte bestenfalls als Nebenfigur
gezeigt werden, war häufig nur von hinten zu sehen. Bernd
Eichinger's Film "Der Untergang" und der Dreiteiler fürs
Fernsehen "Des Teufels Architekt" von Heinrich Breloer
werden am Ende diesen und Anfang nächsten Jahres zu sehen sein.
Die Deutschen haben immer noch Probleme mit der Darstellung der
Figur von Hitler, fürchten sich davor, dass ewig Gestrige der
filmischen Darstellung Positives abgewinnen könnten.
Bill Cosby beschuldigte am Donnerstag die Schwarze Bevölkerung,
als er Aktivisten sagte, dass deren Kinder auf der Strasse herum
laufen ohne lesen und schreiben zu können und es so zu nichts
bringen werden. Harte Worte hatte der Schauspieler auch für
schwarze Männer, die ihre Frauen schlagen. Er sagte weiterhin,
dass es kein Grund ist ihre Aggressionen an ihre Frauen
auszulassen nur weil sie keine Arbeit finden. Sie hätten ihre
Chance in der High School nützen und mehr Verantwortung für
sich übernehmen sollen. Cosby machte bereits Schlagzeilen im
Mai, als er Männer wegen deren Grammatik und Aussprache
kritisierte und sie beschuldigte die Möglichkeiten, die ihnen
die Bürgerrechtsbewegung biete, zu verschwenden.
Er war einer der größten Schauspieler der Leinwand, ein Phänomen.
Woran er gestorben ist, wurde nicht bekannt gegeben, Herzschwäche
und Übergewicht haben ihn zuletzt schwer belastet. Was die Welt
verloren hat an dem kantigen, unberechenbaren, rebellischen,
provokanten, wilden und undurchschaubaren Schauspieler, würde
viele Bände füllen.
Seit seinem Durchbruch mit "Endstation Sehnsucht"
(R: Elia Kazan) hat er Filmgeschichte geschrieben, hat das, was
Lee Strasberg in seinem Actors Studio an Schauspieltheorie
lehrte, in sicht- und spürbare Erfolge verwandelt. Seine
Darstellung etwa in "Apocalypse Now", dem
"Paten" oder "Freshman" bleibt unvergessen.
Die letzten Jahre hat er, hoch verschuldet, vornehmlich im
Bett zugebracht, sich aufgegeben, als gelte es, einmal mehr eine
tragische Situation glaubwürdig zu verkörpern.
Ein Teenager wurde letzten Mittwoch in einem Kino in
Kalifornien verhaftet, nachdem ihn der Vorführer von "Spider-Man
2" mit einem Nachtsichtgerät dabei beobachtete, wie er den
Film mit seinem Camcorder aufnahm. Dem 16jährigen droht jetzt
eine Anklage nach dem neu erlassenen Gesetz vom ersten Januar.
Danach können illegale Kopien mit bis zu einem Jahr Gefängnis
und einer Geldstrafe von $2,500 bestraft werden. Derzeit
verhandelt die Staatsanwaltschaft noch, ob eine Anklage erhoben
wird. Die Filmindustrie hatte in einer Initiative gegen
Raubkopien jedem Kinoangestellten $500 geboten, wenn diese Fälle
von unerlaubten Filmmitschnitten weitergeben. Mit Camcordern
werden weltweit 92% aller illegalen Kopien erstellt, die online
oder an Straßenecken verkauft werden.
Ein neues Gesetz zum Schutz vor "Kopieraub" wurde
jetzt in den USA festgelegt. Demnach werden
"Digital-Langfinger" mit einer hohen Geldbuße oder
Haftstrafen von bis zu drei Jahren verurteilt. Der Gesetzentwurf
stammt vom texanischen Senator John Cornyn und der
kalifornischen Senatorin Dianne Feinstein und hat nun unter dem
"Artist Rights and Theft Prevention Act" den US-Senat
passiert. Ebenso der "Intellectual Rights Agains Theft
Expropriation (PIRATE) Act", welches die zivilrechtliche
Verfolgung von Filesharern erlaubt.
Vom 27 bis 29 Juni feiern die französischen Kinos zum 20.
Male ihre Fête du Cinema, Kino zu Eintrittspreisen von 1,50
€. Auch in diesem Jahr erweist sich diese Marketingmaßnahme
als geschickter Schachzug und würdige Konkurrenz zu anderen
Sommer- Vergnüglichkeiten. 1,5 Millionen Zuschauer haben das
Angebot bisher wahrgenommen und auf ihre Weise ihre Liebe zum
Kino zum Ausdruck gebracht. Zahlreiche Schauspieler, Produzenten
und Regisseure unterstützen die Aktion.
Kommt man durch Fernsehen früher in die Pubertät? Viele
Eltern bezweifeln nicht, dass wiederholter "Genuss"
von "Sex and the City" oder andere Arten von Shows
ihre Töchter in Lolitas verwandeln, und die Gefühlswelt ihrer
Söhne durcheinander bringen könnte. Untersuchungen der
Florence University zeigen aber ganz andere Dinge auf:
Fernsehschauen, egal, welches Programm, soll helfen erwachsen zu
werden. Die Studie zeigt, dass bei Kindern, die sich viel mit
TV, Computer und Video beschäftigen, eine überhöhte
Produktion des Hormons Melatonin verweisen. Eine der
Auswirkungen, die Melatonin nachgesagt werden, ist, den Übergang
vom Kind zum Erwachsenen zu verringern. Bei der Studie waren 74
Kinder zwischen 6 und 12 Jahren, die durchschnittlich drei
Stunden am Tag vor einem Bildschirm sitzen, dabei. Während der
Woche des Experimentes wurden sie dazu angehalten diesen
Zeitraum zu vergrößern. Im Ausgleich wurden ihre Familien
gebeten weniger Licht anzuhaben. Das Ergebnis war ein
durchschnittlicher Melatonin-Anstieg von 30%, besonders bei den
Jüngsten. Schon vorher hatte eine andere Studie bewiesen, dass
je mehr man fern schaut, desto wahrscheinlicher sei frühe
sexuelle Erfahrung. Da Melatonin sich auch auf das
Schlafverhalten auswirkt, bringt man auch andere Dinge, wie
Schlafstörungen und Alpträume damit in Zusammenhang. V.a. die
Eltern der Kinder seien bei dem Versuch erst skeptisch gewesen,
da sie befürchteten, dass ihre Kinder nicht zu dem normalen
Pensum zurückkehren würden. Jüngere Kinder hätten sogar
geweint, wenn ihnen der Fernseher wieder weggenommen wurde.
Jedoch wurde den Kindern am Ende ein Buch und ein
Gesellschaftsspiel überreicht, dass wohl ein Trost war.
In mehreren hundert Kinos in den USA läuft Michael Moores
Bush-kritische Dokumentation "Fahrenheit 9/11" heute
an. Schon im Vorverkauf standen in den USA Schlangen vor den
Kinokassen um sich Eintrittskarten zu sichern. Und auch die
amerikanische Kritikerschaft widmet sich hingebungsvoll dem
Film, kam allerdings zu geteilten Auffassungen. ‚Variety'
schrieb, dass der Film weit weniger Zündstoff biete als
erwartet. Die Dokumentation operiere weit mehr mit emotionalen
Appellen als mit Beweisen gegen den Präsidenten. Der ‚Boston
Globe' verweigerte dem Film sogar die Einordnung als
Dokumentation: "'Fahrenheit 9/11' mag vieles sein, aber um
Gotteswillen, bezeichnen wir ihn nicht als Dokumentation."
Nach Angaben der ‚New York Times' solle "Fahrenheit
9/11" erst einmal als temperamentvolle und ungestüme Übung
in demokratischer Selbstverwirklichung gesehen werden. Die
‚USA Today' fand dagegen nur Lob für den Film: "Kein
Kinogänger wird sich langweilen. Die vernichtende Attacke gegen
den Irakkrieg und George W. Bushs Präsidentschaft ist
informativ, provokativ, erschreckend, unwiderstehlich, witzig,
manipulativ und vor allem unterhaltsam." Die Auffassung der
‚Time' sah ganz anders aus. Der Film sei insgesamt ein
erschreckend fesselnder Leitfaden durch Moores Auffassungen von
Fehlern und Vergehen der Bush-Regierung, der Gesprächstoff für
die steigende Anzahl von Bush-Gegnern liefere. "Es ist die
gut vorgebrachte, aus dem Herzen kommende Energie seiner Überzeugungskraft.
Obwohl vieles schon bekannt ist, bringt Moore es auf den Punkt.
Ein Blick zurück, der wie ein Ausblick in die Zukunft
wirkt", so die ‚Washington Post'. Auch ‚Village Voice'
äußerte sich: "Wenn Moore ernst zu nehmen ist, dann
nicht, weil er ein großer Filmemacher wäre (weit entfernt),
sondern weil er sein Talent für Verspottung mit der Wut
moralischer Entrüstung anreichert."
Öffentlich-Rechtliche und Private planen jetzt schon die Übertragung
der US-Präsidentschaftswahlen im November, wo George W. Bush
gegen den Demokraten John Kerry antreten wird. Vorurteilen gegenüber
der Weltmacht und ihrem anscheinend stupiden Präsidenten wollen
die Sender mit gut recherchierten Fakten entgegen steuern.
"Da in Deutschland die Vorurteile gegenüber den USA und
Bush bereits zementiert sind, wollen wir dem Affen keinen Zucker
mehr geben", so Arnd Henze von der WDR-Auslandsredaktion.
RTL will unmittelbar vor dem Wahltag eine zweiteilige
Dokumentation über die amerikanische Geschichte bis zur
Gegenwart ausstrahlen. Auch bei der aktuellen Berichterstattung
plane man "Amerika nicht nur in der Nabelschau Washingtons,
sondern in vielen Facetten abzubilden". Das ZDF will sich
hingegen Amerikas Hinwendung zur religiösen Rechten und zum
Fundamentalismus widmen. Derweil glaubt Ex-USA-Korrespondent
Elmar Theveßen, dass die Irak-Frage nicht wahlentscheidend sein
werde. Vielmehr werde man darauf schauen, ob die Amerikaner
heute wirtschaftlich und sozial besser dastehen als vor vier
Jahren. Auch wolle man sich damit auseinandersetzen, ob Kerry
ein Thema finde, das ihn von Bushs Schwäche profitieren lasse.
N24 wird die US-Wahl mit vielen Live-Beiträgen begleiten:
"Wir konzentrieren uns auf das Drama, wie es sich den
Amerikanern darstellt. Nachdem wir uns in unserer
Berichterstattung sehr schnell auf Bush eingeschossen haben, müssen
wir jetzt zeigen, warum die Amerikaner so ticken wie sie
ticken." Weiterhin soll erklärt werden, warum nach dem 11.
September und dem Irak-Krieg sich das Klima zwischen Amerika und
Europa deutlich abgekühlt hat. Während man in Deutschland
durch die Folter im Irak von einem Imageverlust der Amerikaner
spricht, redet der ehemalige Pentagon-Berater Richard Perle
allerdings von einer "Wahrnehmungskluft" zwischen
Europäern und Amerikanern. Man müsse mehr von den Erfolgen im
Irak berichten: "Der Irak ist heute ein viel besserer Ort
als unter Saddam Hussein." Es sei erstaunlich, dass dies im
Ausland nicht gesehen werde. Es wird also viel zu berichten
geben in diesem Herbst.
Quentin Tarantinos "Kill Bill Vol. 1 + 2" mit Uma
Thurman in der Hauptrolle erntete beste Filmkritiken,
begeisterte weltweit Millionen von Zuschauern und füllte
nebenbei die Kassen der Verantwortlichen. Rache und Gewalt sind
eben lukrativ. "Deshalb ist Gewalt ja so filmisch. Sie kann
ungemein fesselnd sein. Ich habe immer gesagt, dass Thomas
Edison die Filmkamera erfunden hat, um Leute beim Küssen und
Killen zu zeigen", so Tarantino, der in Filmen wie
"Pulp Fiction" und "Reservoir Dogs" immer
Gewalt und Komik vermischte. Jetzt plant er die Fortsetzung von
"Kill Bill" zu einer Trilogie. Die Pläne sollen laut
dem Regisseur aber erst in 15 Jahren verwirklicht werden. Teil
Drei werde sich auf die Tochter der Killerin konzentrieren, die
im ersten Teil von der Braut getötet wurde. Das Mädchen musste
in "Kill Bill Vol.1" mit zusehen, wie ihre Mutter
erdolcht wurde.
Mit der neuen Werbeoffensive "Healthy lifestyle"
versucht McDonalds Kindern gesundes Essen und Sport näher zu
bringen. "Healthy lifestyle" ist die Antwort auf eine
Attacke des Gesundheitsministeriums, das die
Lebensmittelindustrie beschuldigte, Kinder durch Werbung dazu zu
verführen, nur ungesunde Sachen zu sich zu nehmen. Im Gegenzug
zu "Ich liebe es" Werbespots soll die neuste Kampagne
junge Leute motivieren sich fit zu halten und viel Obst und Gemüse
und weniger Süßigkeiten und andere ungesunde Dinge zu essen.
Eine Reihe von zweiminütigen Clips mit einem tanzenden Ronald
McDonald und einem weiteren Charakter namens Yum, die die neue
Botschaft vermitteln sollen, wird im Kinderprogramm ausgestrahlt
werden. Die Fast Food Kette erhofft sich so, das drohende
Werbeverbot für ‚Burger und Pommes' zu verhindern.
Labour-Parlamentsmitlgied Debra Shipley sieht den Versuchen von
McDonalds jedoch skeptisch entgegen. Diese Art von Initiativen
sei eine gute Idee, wenn nicht weiterhin riesige Geldmengen für
Werbung für ungesundes Essen ausgegeben werden würden. Der
einzige Weg sei diese Art von Werbung zu verbieten. Sobald sich
das allgemeine Interesse neuen Problemen zuwende, würde die
Industrie weiter machen, wo sie aufgehört hat. McDonalds zeigt
aber guten Willen. Auch wenn die Haupteinnahmen weiterhin von
den traditionellen McDonalds-Produkten kommen, fallen jetzt auch
gesunde Produkte auf der Speisekarte auf. Außerdem wurden die
Tennisspielerinnen Venus und Serena Williams für die
Olympiade-Werbung unter Vertrag genommen, um eine Verbindung von
McDonalds mit Sport zu schaffen. Auch der Rest der
Lebensmittelbranche will jetzt, um das mögliche Verbot zu
stoppen, mit dem Ministerium zusammen eine Kampagne starten.
Nach Presseangaben soll sich der ehemalige Vivendi-Universal
Chef Jean-Marie Messier zur Zeit wegen angeblicher
Finanzmarktmanipulation in Untersuchungshaft befinden. Wegen
Verdachts der Manipulation des Aktienkurses wird seit zwei
Jahren gegen das Vivendi-Universal- Management ermittelt. Zuvor
hatte auch die US- Börsenaufsicht SEC ein Ermittlungsverfahren
einleiten lassen, welches Messier und Vivendi Universal der
Bilanzfälschung beschuldigte, sich später jedoch mit dem
Unternehmen einigen konnte. Auch gegen Guillaume Hannezo, dem
ehemaligen Finazvorstand läuft seit Ende März ein
Ermittllungsverfahren wegen des Vorwurfs der Insidergeschäfte
und Verbreitung falscher Informationen an den Finanzmärkten.
Bei der diesjährigen Verleihung der deutschen Filmpreise,
war "Gegen die Wand" der große Abräumer. Der Film
wurde mit dem Filmband in Gold als bester Spielfilm, und
Regisseur Akin für die beste Regie, Sibel Kekilli als beste
Hauptdarstellerin und Rainer Klausmann für die beste Kamera
ausgezeichnet. Weitere Preise in Silber gingen an
"Kroko" von Sylke Enders und "Das Wunder von
Bern" von Sönke Wortmann. Peter Lohmeier wurde vom
Publikum als Schauspieler des Jahres ausgezeichnet und Mario
Adorf erhielt den Ehrenpreis. Weitere Preise gingen an Sofia
Coppola, Leander Haussmann, Detlev Buck, Sven Regener und Aelrun
Goettes.
In Mainz, dort wo vor 20 Jahren das öffentlich-rechtliche
Fernsehmonopol beendet und Sat1 gegründet wurde, feierten sich
die Privatsender selbst und ließen sich von Kanzler Schröder höchstpersönlich
bestätigen, dass die damaligen Ängste vor dem Verlust der
Kultur durch das Privatfernsehen unbegründet gewesen seien.
Eine solche Einschätzung kann man wirklich nur jemand
verzeihen, dessen Terminkalender das Betrachten des
Fernsehschirms unmöglich macht.
Das Urteil im Franchise-Prozess wurde zugunsten der
Intertainment Licensing GmbH gesprochen. Demnach muss
Franchise-Picture dem Kläger 77 Mio. Dollar Strafe zahlen.
Damit werde die Summe abgedeckt, die Intertainment als Schaden
zu bezeichnen hatte. Ein unabhängiger Berater hatte zuvor 115
Mio. Dollar kalkuliert, von denen schon ca. 40 Prozent durch den
Kreditgeber von Intertainment, der HypoVereinsbank,
abgeschrieben wurden.
Das Unternehmen hatte das US-Studio Franchise Pictures im
Dezember 2000 auf Schadenersatz wegen überhöhter Filmbudgets
verklagt. Anstatt der damals vereinbarten 47 Prozent habe
Intertainment die Kosten fast komplett übernehmen müssen.
Bei dem neuen Haushaltsentwurf 2005/06 der Freien und
Hansestadt Hamburg seien härtere Einsparungen im Bereich der
kulturellen Förderung geplant. Am stärksten wäre hierbei die
regionale Filmwirtschaft davon betroffen. Es ist ein schwerer
Schlag für den Film- und Fernsehstandort Hamburg, da die
bisherige Filmförderung von sieben Mio. Euro in den kommenden
zwei Jahren auf 3,5 Mio. Euro gesenkt werden soll. Die neuen Maßnahmen
können zum langsamen Absterben des Film- und Fernsehstandorts
Hamburg führen, obwohl dieser noch bis vor kurzem mit preisgekrönten
Filmen von Regisseuren wie Fatih Akin ("Gegen die Wand
") und Florian Baxmeyer ("Die rote Jacke") sehr
gut vertreten war.
Unter den Preisträgern des diesjährigen 25. Banff
Television Festivals in Kanada befindet sich auch eine deutsche
Produktion. Während die meisten der 20 Preise in die USA oder
England gingen, konnte eine deutsch- österreichische Produktion
immerhin in der Kategorie "ARTS DOCUMENTARIES"
trumpfen. Fast die Hälfte der Preise ging an britische
Programme, darunter der Dokumentarfilm "True face of
war". Zwei BBC Co-Produktionen gewannen ebenfalls
Auszeichnungen, unter anderem für den besten sozial/politischen
Dokumentarfilm ("My Family and Autism"). Im Breich
beste kontinuierliche Serie gewann die USA mit "The
Sopranos" (HBO). In Japan überzeugte eine Dokumentation über
einen japanischen Lehrer und seine Schüler die Banff- Jury. Der
japanische Sender NHK gewann den Global Television Award für
"Full of Life, Learning to Care".
Zehn Wochen vor Beginn des Fernsehfestivals standen die
Veranstalter kurz vor der Insolvenz, doch das kanadische
Unternehmen "Achilles LLP" rettete die Veranstaltung,
welche mit rund 500,000 Pfund Schulden schon fast dem Untergang
geweiht war.
Die Schauspielerin ist bei einem Sturz aus dem vierten Stock
ihrer Schwabinger Wohnung ums Leben gekommen. Ob es sich um
einen Unfall oder Selbstmord handelt steht zur Stunde noch nicht
fest. Angeblich trug sich die 37 jährige Schauspielerin seit längerem
mit Selbstmordgedanken, in ihren Rollen verkörperte sie
vorzugsweise starke, kämpferische junge Frauen. Bekannt wurde
sie 1991 mit "Allein unter Frauen", spielte in
zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen, unter anderem im
"Schattenmann" sowie in "Nur eine kleine Affaire".
Roland Emmerich soll wichtige Grundzüge seines aktuellen
Filmhits geklaut haben. Das jedenfalls behauptet Ubaldo
DiBenedetto, dessen Buch "Polar Day 9" mit ähnlichem
Sujet 1993 unter Pseudonym veröffentlicht wurde. 1998 hat er
das Buch an Emmerichs Büro geschickt, dort wurde das Buch
jedoch abgelehnt. Sowohl im Buch als auch im Film geht es um den
vergeblich vor der Klimakatastrophe warnenden Wissenschaftler
(noch nie vorher gesehen!), um US-Bürger die an der Grenze zu
Mexico abgewiesen werden und um eine US Großstadt, die unter
Eismassen begraben wird.
Die Musiklegende Ray Charles ist tot. Der 73-jährige ist am
Donnerstag an den Folgen einer Leberkrankheit in seinem Haus in
Beverly Hills gestorben, so ein Sprecher des Sängers. Der zwölffache
Grammypreisträger wollte in diesem Jahr, nach überstandenem Hüftleiden,
wieder auf Tournee gehen. Er fühle sich fantastisch, so der
Musiker im Herbst letzten Jahres bei der Ankündigung für seine
Tour 2004. Ray Charles, der 1930 in Jellyroll, Florida geboren
wurde, erblindete im Alter von sieben Jahren.
Das Multitalent beherrschte auch eine große Anzahl an
Musikinstrumenten (unter anderem Klarinette, Orgel und
Saxophone) und hatte Gastauftritte in einigen amerikanischen
TV-Sendungen ("The Nanny"). Er wurde durch Lieder wie
"Georgia on My Mind" und "Unchain my heart"
weltberühmt.
Am 21. April starb der TV Journalist Klaus Simmering an einem
aggressiven Hirntumor. Sein Tod ist ein großer Verlust für den
Wissenschaftsjournalismus und das Fernsehen. Die Projekte des
45-Jährigen "Schneller als das Licht" und "Auf
dem Weg zum UFO-Antrieb" liefen 1999 und 2000 wöchentlich
im Nachtprogramm der Space Night auf Bayern Alpha. Er hinterlässt
seine Frau Sylvia Itzigehl und die Kinder Paul und Veronika.
Klaus Simmering wurde am 21. August 1958 in Bochum geboren. Nach
dem Gymnasium und dem Publizistik-Studium in Bochum arbeitete er
als freier Autor für den Westdeutschen Rundfunk und das Zweite
Deutsche Fernsehen. 1995 wurde durch Klaus Simmering Film
"Eine Reise an die Grenze der Physik" der Öffentlichkeit
erstmals bekannt dass mehrere Labore Signale mit Überlichtgeschwindigkeit
übertragen hatten. Ebenfalls in der wöchentlichen Space Night
war sein Film "300 Jahre erstunken und erlogen?" den
er mit den Worten: "Mich beschäftigt eine abenteuerliche
These" (dem Leitmotto seiner Arbeit) leitete, zu sehen. Der
Film beschäftigt sich mit der Hypothese des Systemanalytikers
Dr. Heribert Illig, die Zeit von 614 bis 911 nach Christus habe
es nie gegeben, es fehlten architektonische und historische
Beweise dieser Epoche. Wo andere abwinkten, wurde Simmering erst
aufmerksam. Getrieben von dem Willen, Wissen zu schaffen, zog es
ihn an die Universitäten und Labore dieser Welt. Simmering
konnte mit nachvollziehbarer Logik aus normalen Archiven und
Laboren Orte voller Geheimnisse machen, ohne sie zu
mystifizieren. Er sei ein "sehr neugieriger, sensibler, gründlicher,
integerer Journalist" gewesen, so die Redakteurin beim
Mitteldeutschen Rundfunk, Martina Wagner. Seine Reihe "science
in fiction," produzierte Simmering mit seinem Kollegen
Achim Kampmann für das 3Sat-Wissenschaftsmagazin Nano. Später
stand der Mensch im Zentrum des Interesses Klaus Simmering. Für
einen Arte-Themenabend zur "Entschlüsselung der Gefühle"
begab er sich auf eine "Exkursion in die Natur des
Unbewussten." Für seinen Film "Ich bin schizophren,
aber nicht verrückt" erhielt er 2002 den Journalistenpreis
"Schizophrenie und Stigma 2002.
Nach gescheiterten Gesprächen über eine Verlängerung ihrer
Zusammenarbeit, hatten Pixar und Disney sich im vergangenen
Februar nach fast 10 Jahren Erfolgsgeschichte getrennt. 1995 kam
mit "Toy Story" das erste gemeinsame Projekt in die
Kinos und mit "Findet Nemo" hatte die Kooperation
seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden. Jetzt scheint eine
Wiedervereingung der beiden denkbar. Pixar-Chef Steve Jobs erklärte,
dass man weiterhin flexibel sei, zumindest im Bezug auf eine
neue Verleihpartnerschaft mit Disney. Man würde alles überdenken,
doch bis jetzt habe es noch keine "neuen Vorschläge von
irgendjemandem" gegeben. Jedoch sei es auch sehr
wahrscheinlich nach Beendigung des Vertrages mit Disney im
kommenden Jahr mit einem neuen Verleihpartner zusammen zu
arbeiten. Potenzielle Kandidaten seien u.a. MGM und Time Warner.
Vor Auslaufen des Vertrages werden noch die Filme "Incredibles
- Die Unglaublichen " und "Cars" zusammen
realisiert.
Er hat in mehr als 100 Filmen mitgespielt und gehörte
einfach dazu, zum italienischen Kino der letzten 50 Jahre. Neben
seiner Schauspielarbeit hat er auch diverse Drehbücher verfasst
und einige wenige Male auch Regie geführt. Bekannte Titel
waren: "Die Verliebten", "Tòtò, Peppino und das
leichte Mädchen", "Der Windhund von Venedig",
"Don Vesuvio und das Haus der Strolche", "Diebe
sind auch Menschen", "Das jüngste Gericht findet
nicht statt", "Die Puppen", "Seitensprung
auf italienisch", "Vagabunden wie wir",
u.v.a. Manfredi starb am 4. Juni 83 jährig an den späten
Folgen eines Schlaganfalls.
Kommende Woche landet ein von der ARD in Auftrag gegebener
Bericht der freien Universität Berlin auf den Schreibtischen
der ARD-Intendanten. Das zunächst unter Verschluss zu haltende
Papier enthält Namen diverser nicht enttarnter ARD-Mitarbeiter,
die für den Staatsicherheitsdienst gearbeitet haben. Besonders
stark betroffen sollen die Sender MDR, WDR und RBB sein.
Die Regeln der Fußballübertragung im Fernsehen soll in
Zukunft anderes gestaltet werden. EU-Wettbewerbskommissar Mario
Monti und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) ließen verlauten,
dass jetzt neue Wege einschlagen werden, um mehr
Programmvielfalt bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zu
erzeugen. Die besten Spiele der Saison sollen nicht mehr von
Bezahlfernsehen ausgestrahlt werden. Die Rechte der Übertragung
von Live-Spielen müssen seit 2003/2004 mindestens von zwei
Sendern (erstmals von ARD und DSF) erworben werden. Die
Ausstrahlung über das Internet und über UMTS-Handy muss
getrennt abgewickelt werden.
Der Walt Disney Konzern will sich auf dem indischen
Fernsehmarkt etablieren. Geplant seien drei Kanäle, unter
anderem ein Kinderkanal sowie ein Vollprogramm, welches in drei
Landessprachen ausgestrahlt werden soll. Nach Aussagen von David
Hulbert, Präsident der Walt Disney Television International,
werden sich die Sender zu jeweils 50 Prozent aus Kabelgebühren
und Werbung finanzieren. Disney suche aufgrund des als
kompliziert geltenden indischen Marktes derzeit noch nach einem
einheimischen Partner für ein Joint Venture. Hulbert stehe aber
schon in Verhandlungen mit einen Unternehmen, dessen Namen der
Präsident vorläufig nicht nennen will. Auch sehe sich der
Konzern nach lokalen Partnern um, damit die Verbreitung in
Indien möglichst schnell vorangetrieben werden kann. Nach
Angaben der Presse, soll der Sitz des Senders in Bombay sein, wo
Disney auch einige Programme produzieren will. Als
Investitionssumme werden zehn Mio. Dollar veranschlagt. In den
nächsten zwölf Monaten rechnet David Hulbert mit dem
Programmstart.
Der oberste Gerichtshof in den USA wies am Montag die
Diskussion der Frage zurück, ob Behinderten in Kinos bessere
Sitze garantiert werden müssen. Drei Frauen in Rollstühlen
hatten geklagt, dass die Sicht in vielen Kinos unmöglich sei,
da nur Plätze in der ersten Reihe zur Verfügung ständen.
Besonders Kinos, die nach Stadiumschema aufgebaut sind,
garantieren fast jedem eine gute Sicht, außer den Personen in
den ersten Reihen, die für eine gute Sicht ihren Hals verbiegen
müssen. Das Problem aber ist, dass der Umbau von Kinos
Millionen kosten würde, was auch unnötig sei, da man auch von
da uneingeschränkt den Film anschauen könnte, so die
Verteidigung. Auch der Einbau von Fahrstühlen sei deswegen
nicht nötig. Ein Richter des obersten Gerichtshofs versprach
aber, dass man jetzt über ein Gesetz nachdenken werde, um auch
Menschen mit Rollstühlen eine Sitzwahl zu garantieren. Dies könne
aber erst auf Kinoneubauten angewandt werden.
Der automatische Griff zur Fernbedienung, wenn Werbung auf
dem Bildschirm erscheint, sollte uns ein Gerät der deutsche
Firma TC Unterhaltungselektronik AG aus Koblenz ersparen. Der
Privatsender RTL klagte dagegen, weil damit die Finanzierung der
auf Werbeeinnahmen angewiesenen privaten TV-Sender gefährdet
sei, doch der fünfjährige Prozeß war am Ende vergeblich. Der
TV-Werbeblocker geht mit Erlaubnis des Bundesgerichtshof (BGH)
in Karlsruhe in Serie. Laut BGH sei ein Gerät, das Werbespots
ausblendet oder automatisch auf ein werbefreies Programm
umschaltet mit dem Wettbewerbsrecht vereinbar. Das Gerät wirke
nicht unmittelbar auf die RTL-Werbespots ein, sondern biete dem
Konsumenten lediglich eine "technische Hilfestellung zum
Ausblenden nicht gewünschter Werbung". Von einer
existenziellen Gefährdung des Senders RTL sei daher nicht
auszugehen, da die Anwendung der Werbeblocker-Funktion jeweils
dem Zuschauer überlassen bleibe. Zudem sei ein solches Gerät -
ähnlich wie die Fernbedienung, die das Zappen erst möglich
gemacht habe - Teil des technischen Fortschritts, dem sich
niemand entziehen könne. RTL werde jetzt vielleicht den Weg zum
Bundesverfassungsgericht einschlagen, so ein Sprecher. Nach
Auskunft der TC-Vorstandsvorsitzenden Petra Bauersachs soll nächste
Woche mit der Produktion des Gerätes "Tivion", das pünktlich
zu Weihnachten für 99 Euro auf den Markt kommen soll, begonnen
werden. Es ist ein Adapter, der Computer und Fernsehgerät
miteinander verbindet und mit Hilfe von Signalen über das
Internet, Werbeblöcke ausblendet oder umschaltet.
Am Ende des Jahres werden bei ITV über 1000 Stellen abgebaut
werden als Folge eines Programms, das Kosten reduzieren soll.
Damit werden 12% weniger Angestellte auf den Gehaltschecks der
Firma stehen. Diese Stellenkürzungen werden aber auch das Ende
von Zweigen der Firma in Birmingham, Newcastle, Nottingham und
Southampton, die teilweise eine 40-jährige Geschichte vorweisen
können und eine Konzentration auf London, Leeds und Manchester
bedeuten. Laut ITV seien die Kürzungen notwendig, durch die
neuen Trends bei Produktionen fürs Fernsehen, wobei das
Publikum weniger nach Entertainment-Shows in Studios verlange,
sondern nach Reality-Shows, wie "Ich bin ein Star - Holt
mich hier raus!" Außerdem werde man so £8m im Jahr sparen
und so Gehaltserhöhungen ermöglichen können. Gewerkschaften
und Parlamentsvertreter der betroffenen Regionen werfen dem
Unternehmen jedoch vor, dass sie ihre Ursprünge als regionaler
Rundfunksender vergessen.
Pünktlich zum Start von "Shrek 2" gab es in Chile
die Trickfiguren des Animationsfilms in Müslipackungen als Überraschung
zu finden, welche jedoch, nach neuesten Angaben, Giftstoffe
enthalten sollen. Im Spielzeug wurde der verbotene Stoff "Toloul"
gefunden, welcher zu Kopfschmerzen und Erbrechen führen und das
Nervensystem schädigen soll. Die Marke Nestle habe mittlerweile
schon 955.000 Packungen, welche zuvor aus Mexico importiert
wurden, zurückziehen lassen.
Viele Musiker wollen ihren favorisierten Präsidentschaftskandidaten
John F. Kerry nicht nur mit ihrem Zuspruch, sondern auch mit
Geld unterstützen. Bei zwei Fundraising-Konzerten wollen
Topstars, wie Barbra Streisand, Neil Diamond, Jon Bon Jovi, die
Dave Matthews Band, Mary J. Blige und Willie Nelson rund zehn
Mio. Dollar für Kerrys Wahlkampagne sammeln. Bei den Shows in
Los Angeles und New York wollen auch die Schauspieler Billy
Crystal, Robert De Niro, Leonardo Di Caprio, Ben Affleck und
Whoopi Goldberg dabei sein. Die Eintrittskarten werden zwischen
250 und 25.000 US-Dollar kosten.
Am gestrigen Dienstag wurde auf der 14. Cologne Conference
der TV Spielfilm Preis verliehen. Dieser ging in diesem Jahr an
den britischen Beitrag "State of Play", welcher damit
als bestes Top-Ten-Fiction-Programm ausgezeichnet. wurde. Erst
vergangene Woche wurde der Film von Produzentin Hilary Bevan
Jones mit dem "Rocky Award" auf dem kanadischen Banff
bedacht. Der Phoenix-Preis für den besten Film aus der
Top-Ten-Nonfiction-Reihe ging an "One Shot" von Nurit
Kedar (Israel), eine Dokumentation über Sniper in der
israelischen Armee. Den Autoren-Preis erhielt Michael Gutmann
(der auch schon "Nach fünf im Urwald" verfasste). Der
Produzenten-Preis ging an die Wüste Filmproduktion (Hamburg);
an die beiden Geschäftsführer Stefan Schubert und Ralph
Schwingel. Risa Kes wurde in diesem Jahr mit dem Casting Preis
ausgezeichnet.
Heute feiert der Münchner Regisseur Helmut Dietl seinen 60.
Geburtstag. 1944 in Bad Wiessee geboren, studierte er später
Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte und stieg dann als
Aufnahmeleiter beim Fernsehen und später als Regieassistent an
den Münchner Kammerspielen ein. Mit Filmen wie
"Rossini" oder "Schtonk" lockte er ein
Millionenpublikum in die deutschen Kinos. Bekannt wurde der
Regisseur durch die Serien "Monaco Franze" und
"Kir Royal". Viel Zeit zum Feiern wird Dietl wohl
dieses Jahr nicht haben, denn der vielbeschäftigte Filmemacher
ist momentan wieder im Drehstress.
Auf dem 6. Deutschen Filmfestival in Madrid hat Margarethe
von Trottas "Rosenstraße" den Puplikumspreis
gewonnen. Eröffnet wurde die Veranstaltung von der deutschen
Produktion "Luther", im Hauptprogramm liefen unter
anderem "Herr Lehmann" von Leander Haußmann,
"Schussangst" von Dito Tsintsadze,
"September" von Max Färberböck und "Was nützt
die Liebe in Gedanken" von Achim von Borries. Nebenbei fand
auf Initiative der Deutschen Botschaft Madrid ein spanisch-
deutsches Produzententreffen statt, bei dem Vorschläge zur
Verbesserung der Koproduktionsbedingungen besprochen wurden.
Er war nicht nur Autor diverser Fassbinder-Filme, darunter
"Die Ehe der Maria Braun", "Die Sehnsucht der
Veronika Voss", "Lola" sowie der Serien
"Acht Stunden sind kein Tag" und "Berlin
Alexanderplatz" sondern auch Produzent von
"Smog", Millionenspiel" und "Lina
Brake". Er starb während einer Sitzung der nicht
unumstrittenen deutschen Filmakademie, welche ab kommendem Jahr
über die Vergabe der deutschen Filmpreise entscheiden soll. Die
genauen Umstände seines Todes sind noch nicht bekannt.
Die Aktionäre, der in die Insolvenz gegangenen Firma Senator
Entertainment, haben am Donnerstag bei einer Hauptversammlung
entschieden, dass das Unternehmen zur Übernahme freigegeben
werden soll. Ein Kapitalschnitt im Verhältnis zehn zu eins und
eine anschließende Kapitalerhöhung ermöglicht nun den
Einstieg eines Investors. Der Insolvenzverwalter Rolf Rattunde führt
Verhandlungen mit möglichen kompetenten Kandidaten. Es gäbe
keine anderen Optionen, die Firma aus dieser schwierigen Lage
herauszuholen, deswegen haben die Aktionärsschützer den
Anteilseignern für das Sanierungskonzept zusagen müssen.
Senator Film hat sehr erfolgreiche Produktionen wie "Das
Wunder von Bern " und "Good bye Lenin!" auf die
Beine gestellt, dennoch war er durch finanzielle Misslagen in
die Krise geraten.
Am gestrigen Donnerstag Abend musste die Polizei im Big
Brother Haus in England zur Hilfe eilen, weil Morddrohungen laut
wurden. Vorausgegangen war ein heftiger Streit zweier
"Insassen", welcher immer mehr Bewohner in
Kampfstimmung versetzte. Die Polizei beschlagnahmte die
Aufzeichnungen vom Tage, um die Geschehnisse auszuwerten. Im fünften
Jahr der Big Brother- Geschichte sei ein "unakzeptables
Level" erreicht, so das ausführendende Programm "Channel
4". Heute morgen sei das Haus ein reines Chaos. Von
demolierten Zimmern über zertrümmerte Gegenstände bis hin zu
den übriggebliebenen Hausbewohnern, welche nicht in Gewahrsam
genommen wurden und noch unter Schock stehen. Alle Bewohner
sollen in Kürze einzeln zu den Vorfällen befragt und der
Gruppe ein Psychologe zur Verfügung gestellt werden.
Der französischer Kulturminister Renaud Donnedieu de Vabres
warnte Leiter und Führungskräfte von Film- und
Fernsehindustrien vor illegalen Teilzeitverträgen, welche
Betrug aufrecht erhalten und Ungleichgewicht in Frankreichs
kontroverses Arbeitslosigkeitsfond für Künstler bringen würden.
Um Betrug zu verhindern, würden die Kontrollen verschärft
werden, um den alten Konflikt zwischen Regierung und
Teilzeitarbeiter zu lösen. Illegale Arbeit zwischen Arbeitgeber
und Teilzeitarbeiter, die zuvor vielleicht geduldet worden ist,
würde jetzt strengstens verboten werden, so de Vabres weiter.
Bremens Bürgermeister Henning Scherf hat sich nach Angaben
der Süddeutschen Zeitung für ein deutsch-türkisches
Integrationsfernsehen eingesetzt. "Es gibt eine
integrationswillige Minderheit, die Mangels Angebot nur ihre türkischen
Heimatsender über Satellit gucken", so Scherf. Vor allem
sei es bedenklich, dass rund 7,5 Millionen Ausländer Fernsehgebühren
in Höhe von rund 125 Millionen Euro bezahlen, jedoch der öffentliche
Auftrag dieser Minderheit keinen Stellenwert einräumt. Nach den
Vorstellungen von Scherf soll ein zwei- bis dreistündiges
Programm auf 3Sat oder Phoenix ausgestrahlt werden.
Das diesjährige 26. Moscow Filmfest wird mit der
Russlandpremiere von Quentin Tarantinos "Kill Bill Vol.
2" eröffnet. Zum Filmfestival in Moscow, welches vom 18.-
27. Juni andauert, wird der Hauptdarsteller David Carradine zum
Eröffnungsfilm erwartet. Insgesamt werden 17 Filme im
Wettbewerb laufen, unter anderem Sutape Tunniruts "Angulimala"
(Thailand), die ascherbaidschanisch-russische Koproduktion
"National Bomb" (Vagif Mustafayev als Regisseur) und
Ann Huis "Yu guanyin". Die Jury bildet der Vorsitzende
Alan Parker sowie der russische Produzent Armen Medwedew und der
polnische Schauspieler und Regisseur Jerzy Stuhr. Zum ersten Mal
wählt eine weitere Jury (mit Vorsitz des russischen Produzenten
und Regisseurs Aleksej Uchitel) im Nebenwettbewerb einen Sieger
aus elf Erst- oder Zweitwerken von Regisseuren. Im Programm
laufen außerdem die Sektionen zum russischen Film in den Jahren
seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem heutigen
brasilianischen Film. Retrospektiven widmen sich dem niederländischen
Regisseeur Alex van Warmerdam, dem deutschen Drehbuchautor,
Schauspieler und Regisseur Alexander Kluge und dem Kanadier
Robert Lepage..
Der wohl berühmteste Erpel der Welt feiert Geburtstag. Die
fedrige Zeichentrickfigur
Donald Duck wird 70 Jahre alt. Am 9. Juni 1934 begann die
Erfolggeschichte des damals in schwarz weiß und mit blauem
Matrosenanzug ausgestattetem Tölpelerpel. In dem Cartoon "The
Wise Little Hen" hatte Donald Duck seinen ersten Auftritt:
er führte einen kleinen Tanz auf. Jedoch hinterließ er einen
so positiven Eindruck, dass er anschließend immer wieder in den
Mickey-Maus Trickfilmen auftauchte. Im Jahre 1937 hatte sich der
Erpel schon zu einer kleinen Berühmtheit gemausert. Zu diesem
Zeitpunkt trat auch die Entendame und künftig Dauerverlobte
Daisy von Donald in dessen Leben. Ein Jahr darauf folgten die
drei Neffen Tick, Trick und Track. In den 70 Jahren
Erfolgsgeschichte meisterte Donald Duck mehr schlecht als recht
unter anderem den Beruf des Feuerwehrmanns, eines Milchmannes,
eines Schlangenbeschwörers und eines Froschfarmers. Immer regt
er sich teuflisch auf, ist trotzig und tölpelhaft und furchtbar
dickköpfig. Gerade das macht Donald Duck so menschlich.
Die Amerikaner haben wieder einmal einen neuen Kult begründet.
Dank Anastasia Fite, die dieses originelle Projekt zum Laufen
gebracht hat, können jetzt alle Filmfans und auch diejenigen,
die einfach Lust haben einen lustigen Abend zu verbringen, per
Videobeaming in ihre Lieblingsfilmszenen hineinkopiert werden,
anstelle von Stars wie Humphrey Bogart oder Robert de Niro...
Die Erfinderin will die Leute aus ihren einsamen DVD-Ecken
herausholen und sie etwas erleben lassen. Der ganze Spaß heißt
Movie-oke und findet in einer New Yorker Downtown Bar statt. Man
kann für ein paar Minuten in die verschiedenen, legendären
Rollen, wie zum Beispiel Taxidriver oder Captain Kilgore
hineinschlüpfen. Männer können sich endlich ihre verborgene Wünsche
erfüllen und einmal wie John Wayne laufen und ein Gewehr so
halten, wie er es gemacht hat, wobei man sich auf der großen
Leinwand bewundern kann. Der neue Freizeitspaß läuft schon
seit einem halben Jahr und begeistert Menschen aus allen Ecken
und Enden der USA.
Am Sonntag haben in der saudi-arabischen Hauptstadt Ried
gesuchte Terroristen auf zwei Britten geschossen, von denen ein
Kameramann der BBC dabei ums Leben gekommen ist. Sein Kollege
wurde dabei leicht verletzt. Nach Angaben der saudischen Behörden
gehören die Täter, die momentan auf der Flucht sind, der
al-Qaida Gruppe an. Diese kündigten zuvor an, Saudi-Arabien mit
Terror-Anschlägen zu überziehen. Die Journalisten hatten zuvor
aus dem Auto heraus Filmaufnahmen eines Hauses gemacht, welches
einem mutmaßlichen Unterstützer der Terror-Organisation
al-Qaida gehören soll. Die BBC in London nahm zunächst keine
Stellung zum Geschehenen, jedoch veröffentlichte auf ihrer
Website, dass es sich bei den Opfern um zwei Briten handeln
muss. Die Londoner Regierung forderte spontan, dass alle
Landsleute Saudi-Arabien verlassen sollen, da diese zurzeit
massiven Gefährdungen ausgesetzt sind. Letzten Mittwoch wurden
schon Anschläge auf mehrere Amerikaner verübt, am vergangenen
Wochenende töteten Terroristen 22 Menschen, darunter viele Ausländer.
Im Mai wurde ein Deutscher erschossen, dessen Mord noch nicht
geklärt ist. Die islamistische Regierung pflegt einen engen
Kontakt zu US-Regierung und lässt US-Truppen in das Land. Dies
wird von den Terroristen als ein Angriff auf die Religion und
als Verrat gesehen.
Bundespräsident Johannes Rau hat beim Jahrestreffen des
"netzwerks recherche" harte Kritik an den Medien geübt:
"Ich finde es abstoßend, wenn Menschen zur Belustigung
anderer im Dschungel oder in heimischen Talkshows in demütigenden
Situationen vorgeführt werden", so Rau zu rund 300
Journalisten am Samstag in Hamburg. Die Würde des Menschen sei
auch in den Medien zu bewahren. Man dürfe daher zum Beispiel
keine Bilder von toten deutschen Polizisten im Irak veröffentlichen.
Rau erinnerte unter anderem eine gute journalistische
Ausbildung, ohne die sich leicht gravierende Fehler
einschleichen und dadurch die Medien immer mehr nur oberflächlich
behandelt werden, weil das Wissen einfach nicht vorhanden sei.
Hinzu käme das Problem Stellenabbau, welches dazu bei trage,
dass weniger Journalisten für mehr Themenbereiche eingesetzt
werden, wodurch das Fachwissen zwangsläufig abnehmen würde.
"Man muss nicht jeder Ente hinterherjagen", so der
Ministerpräsident und griff damit fragwürdigen Exclusiv-
Meldungen an, die gerne zu harten Nachrichten gemacht werden.
Ein weiteres Problem sei die Umlaufgeschwindigkeit von
Informationen, welche die Wahrheit verfälsche, so Rainer
Burchardt vom Deutschlandfunk.
Das "netzwerk recherche" setzt sich gegen die
Behinderung journalistischer Arbeit ein und verleiht den
symbolischen Kritikerpreis "Verschlossene Auster",
welcher in diesen Jahr an die HypoVereinsbank ging.
Auch wenn man zunächst an seine zweite, nicht unumstrittene
politische Karriere denkt, von 1932 bis 1966 war er als
Schauspieler für Kino und Fernsehen tätig. Er spielte in 59
Filmen wie "The Killers", "Prisoner of war",
"Law and order", "Bedtime for Bonzo", "Stallion
Road", "Million Dollar Baby" u.v.a. Viele
Kritiker vermuteten, seine lange US-Präsidentschaft basierte
ebenfalls weitgehend auf schauspielerischen Fähigkeiten.
Bereits seit mehr als einem Jahrzehnt litt er an Alzheimer.
Reagan starb am 5. Juni im Alter von 93 Jahren.
Die Filmstudios Babelsberg stehen höchstwahrscheinlich kurz
vor dem Verkauf. Drei Bieter (das Babelsberg Management, die ARD
über das Studio Hamburg und zwei Münchener Investoren aus dem
Mediensektor) haben ihr Interesse bekundet und Angebote gemacht.
Das mittlerweile unprofitable Studio gehört seit 1992 zum französischen
Vivendi-Konzern und werde, nach Aussagen von Experten, wohlmöglich
im Juni oder dann Ende 2004 von einem Käufer übernommen.
Vivendi verfolge seit längerem die Strategie, sich aus dem
Film- und Fernsehgeschäft zurückzuziehen, welches durch einen
Verkauf des Studios realisiert werden könnte. Fraglich bleibt
dann nur, ob Babelsberg nach einer Fremdübernahme seinen guten
internationalen Ruf (durch Filme wie "Der blaue Engel"
mit Marlene Dietrich und "Der Pianist" von Roman
Polanski) beibehalten kann. Dazu kämen die 250 Arbeitsplätze,
welche im strukturschwachen Brandenburg auf dem Spiel ständen.
Die Ex- Assistentin/Geliebte von David Beckham, Rebecca Loos,
verlor nach nur zwei Wochen ihren Job als News Moderatorin bei
dem holländischen Sender SBS6. In Großbritannien genoss sie
ihre 15 Minuten Medienrummel. Aber Rebecca Loos, deren
Behauptungen einer Affäre mit David Beckham Anfang dieses
Jahres die Schlagzeilen eroberte, durfte nun auch 15 Sekunden
als TV Moderation genießen. Der Sender hatte das Programm nach
zwei Wochen absetzen müssen, da Loos nicht zur gewünschten Erhöhung
der Einschaltquoten beitragen konnte. SBS6 wollte sich nicht
weiter dazu äußern.
Auf dem Monte Carlo Television Festival (28. Juni bis 3.
Juli) ist erstmals nach 40 Jahren wieder eine deutsche
Produktion Eröffnungsfilm. Nach Aussagen der Veranstalter sei
Jo Baiers "Stauffenberg" (mit Sebastian Koch und Hardy
Krüger jr.) eine gute Wahl, um das Publikum zum Nachdenken zu
bringen und ihnen die Geschichte näher vor Augen zu halten. Im
Wettbewerb um die Goldene Nymphe ist Deutschland mit zehn
Nominierungen vertreten. So wetteifern die Kategorien TV Filme
mit "Die Frau des Architekten" und Miniserien mit
"Im Schatten der Macht". Weiterhin laufen Produktionen
unter anderem in den Bereichen Current Affairs ("Der
perfekte Krieg"), Short News ("Uran Munition"),
Comedy ("Berlin, Berlin") und Drama ("Abschnitt
40").
Viacom- Unterhaltungschef Jonathan Dolgan hat seinen Rücktritt
bekannt gegeben. Nur zwei Tage nach dem Rücktritt von President
Mel Karmazin wird nun Dolgan ab Mitte Juli das Unternehmen
verlassen. Nach Aussagen der Presse sei ein möglicher Grund für
diese Entscheidung die Tatsache, dass für Karmazin gleich zwei
neue Nachfolger (Leslie Moonves und Tom Freston) ernannt wurden,
welches die Position Dolgens innerhalb der Viacom Entertainment
Group geschwächt habe. Dolgen, der vor zehn Jahren, nach der
Fusion von Viacom und Paramount, von Sony Pictures zu dem
Unternehmen gekommen war, erklärte nun, dass es keine geeignete
Rolle mehr für ihn gebe und er deshalb gehen werde. Sein Posten
soll nach Aussagen von Viacom in Zukunft nicht mehr besetzt
werden.
Thomas Greven wird der neue verantwortliche für die gesamte
Eigenproduktion von Super RTL. Der angehende Executive Producer
war bereits seit 1995 unter anderem in den Abteilungen
Marketing, Medienforschung und Programmeinkauf für Super RTL tätig
und leitete zuletzt die Redaktion Eigenproduktion. Laut einer
Mitarbeiterin hat Greven große Verdienste als Entwickler von
wichtigen Super RTL Formaten wie "Super Toy Club",
"Q-Boot" und "Toggo Music" erworben.
Der Musiksender MTV plant die Einführung des ersten Gay &
Lesben-Senders in den USA. Die Idee hierzu kommt von Viacom und war
schon einmal als "Gay Channel" für Anfang 2002 geplant. Der
Sender werde unter dem Namen "Logo" voraussichtlich ab
Februar 2005 an den Start gehen. MTV betonte, dass die Programme
ausschließlich die Unterhaltungssparte und keine Erotikbereiche
abdecke. Nach Angaben der Verantwortlichen habe sich der Sender schon
die Rcchte zu mehr als 100 Filmen gesichert, welche Homosexuelle Themen
beinhalten (unter anderem "What Ever Happened to Baby Jane?"
und "The Birdcage"). "Logo" stößt auf viel Kritik
und Proteste in einer Zeit, in der die USA ihren unerbitterten Krieg
zwischen Liberalen und Konservativen führen. Befürworter auf der
einen, Gegner auf der anderen Seite, gerade im kirchlichen Bereich. So
macht sich Mike Haley, von der "Christian Group" besonders um
die jungen Leute Sorgen. Seiner Meinung nach könnten diese von dem
"Gay-Sender" beeinflusst und sogar "ermuntert"
werden, zu glauben, dass sie Homosexuell seien. Distributionswege seien
schon mit Kabelanbietern in Städten wie New York, San Francisco und
Philadelphia abgesprochen worden. Programme mit homosexuellen
Charakteren, zum Beispiel die Sitcom "Will and Grace", die
ein riesen Erfolg war, sind in den USA in den letzten Jahren sehr
gewachsen.
Nach dem Sieg der Bush-kritischen Dokumentation "Fahrenheit
9/11" in Cannes, ist jetzt ein regelrechter Kampf der US-Verleiher
um die Rechte an dem Michael-Moore-Film ausgebrochen. So sind Größen,
wie NBC Universal's Focus Features und Paramount, im Rennen, aber auch
kleinere Firmen haben bereits Angebote gemacht, so u.a. New Market, das
Mel Gibsons "Die Passion Christi" vermarktete. Für Studio
und Filmemacher ist äußerst erfreulich, dass "Fahrenheit
9/11" nun doch in die amerikanischen Kinos kommen soll. Jetzt
schon rechnet man mit 100 Millionen Dollar Einspielergebnis. Bevor man
sich auf einen Verleiher festlegen kann, stehen allerdings noch die
Ergebnisse der Verhandlungen zwischen dem Disney-Konzern und Harvey und
Bob Weinstein von Miramax an. Die Weinsteins wollen die Rechte, die
sich auf rund sechs Millionen Dollar belaufen sollen, jetzt als
Privatpersonen erwerben, da Disney-Vorstandschef Michael Eisner den
Vertrieb des umstrittenen Filmes im Wahljahr durch die Tochterfirma
Miramax nicht verantworten wolle. Unterdessen kämpft Jury-Mitglied
Quentin Tarantino gegen Gerüchte, dass Moore die Goldene Plame nur
erhalten habe, weil er sich mit seinem Film gegen den amerikanischen
Präsidenten stelle. Politik habe aber nichts mit der Entscheidung für
"Fahrenheit 9/11" zu tun: "Wir fanden, dass es der beste
Film war, den wir dieses Jahr zu sehen bekamen", so Tarantino. Der
Kinostart des Filmes ist voraussichtlich am Wochenende vor dem
Unabhängigkeitstag am 4. Juli geplant.
Anlässlich der Veranstaltungsreihe Mediendialog Berlin erklärte der
Geschäftsführer vom Studio Hamburg, Hans-Peter Urban, dass sein
Unternehmen den Mitbewerber Studio Babelsberg "unbedingt"
kaufen möchte. Als Begründung nannte er das vorausgegangene Angebot
Urbans bei Vivendi. Dort wolle er auch nach der Übernahme weiter Filme
produzieren, sich jedoch stärker auf Deutsche als auf Hollywood-
Produktionen konzentrieren. Thierry Potok, Geschäftsführer der
Babelsberg- Studios erklärte der Presse, dass der Managment-Buyout
unwahrscheinlich sei, und dass er nicht glaube, dass das Studio Hamburg
nach einer Übernahme den Erfolgskurs der Babelsberger mit seinem
internationalen Produktionen weiterführen könne.
Der Bühnenautor und Regisseur George Tabori feierte am gestrigen
Montag seinen neunzigsten Geburtstag. Der gebürtige Ungar war in
seiner Jugend in der Hotelbranche tätig und arbeitete unter anderem
als Hotelboy im Berliner Adlon. Seine Theaterkarriere startete Tabori
in Hollywood, wo er 1952 sein erstes Stück "Fight into
Egypt" uraufführte. Mit dem Auschwitz-Stück "The
Cannibals" gelang ihm 1968 in Deutschland der Durchbruch. Großen
Erfolg erzielte Tabori auch als Autor, Regisseur und Schauspieler (als
Lobkowitz) in "Mein Kampf" am Wiener Akademietheater. George
Tabori wird mittlerweile zum Urgestein des Theaters gezählt aber ist
am deutschen Theater immer noch aktiv. Als Dienstältester
Theatermacher der Welt realisierte er im September 2003 sein jüngstes
Stück: Gotthold Ephraim Lessings "Juden" in Berlin.
Nach den deutschen Produktionen "Die weiße Rose" (Michael
Verhoeven) und "Fünf letzte Tage" (Percy Adlon), beide aus
dem Jahr 1982, wird nun abermals das Leben der Geschwister Scholl nach
einem Drehbuch von Allegra Huston verfilmt. Hans und Sophie waren Mitglieder der
Widerstandsgruppe "Die weiße Rose" und wurden 1943 von
Nationalsozialisten hingerichtet.
Anjelica Huston soll Regie führen
und Barry Navidi wird Produzent. Die Figur von Sophie Scholl wird
Christina Ricci verkörpern. Die weitere Besetzung ist noch unklar,
jedoch wird momentan mit Albert Finney, Liam Neeson und Tim Robbins
verhandelt. Die englisch-deutsch-italienische Koproduktion soll
voraussichtlich 23 Mio. kosten. Die Dreharbeiten zu dem Drama werden im
November in Deutschland starten.
Michael Moore kann den Hauptpreis des Filmfestivals von Cannes mit
nach Hause tragen und die Gewissheit, dass er diesen weniger
cineastischen Aspekten als der politischen Grundhaltung verdankt. Den
Großen Preis der Jury erhielt Park Chan-Wook aus Südkorea für das
Rachedrama" Old boy". Als bester männlicher Hauptdarsteller
wurde der Japaner Yuuya Yagira ( "Nobody knows")
ausgezeichnet, als beste Darstellerin die Chinesin Maggie Cheung (
"Clean"). Die deutsch- österreichische Produktion "Die
fetten Jahre sind vorbei" erhielt keine Auszeichnung.
Das die ‚besten Tode' sich immer noch auf den Kinoleinwänden
abspielen, bewies die britische Zeitschrift "Total Film", die
jetzt die besten Sterbeszenen der Filmgeschichte kürte. Ohne
Überraschung wurde die Duschszene aus Alfred Hitchcocks "Psycho"
zum besten Filmtod aller Zeiten erklärt. Auch wenn das Blut
Schokoladensoße ist, sind es der Szenenaufbau mit 70 verschiedenen
Kameraeinstellungen, 90 Schnitten und die Geigen, nicht das Blut, die
auf den Zuschauer so erschreckend wirken. Auf Platz zwei landete der
Ritt auf der Atombombe in "Dr. Seltsam, oder wie ich lerne, die
Bombe zu lieben" (1964) von Stanley Kubrick und Rang drei sicherte
sich "King Kong" (1933) mit seinem Sturz vom Empire State
Building. Auf der Liste finden sich aber auch Überraschungen wieder.
So erreichte der Tod von Bambis Mutter aus dem Disney-Film von 1942 den
sechsten Platz und "The Wizard Of Oz" immerhin Platz 13.
Am 20.05.2004 verstarb einer der letzten großen Schauspieler der
Ufa-Zeit - Carl Raddatz - im Alter von 92 Jahren. Er war neben Berta
Drews, Martin Held und Bernhard Minetti einer der besten Darsteller am
Schiller- und Schloßparktheater. Der gebürtige Mannheimer bekam
Schauspielunterricht bei Willy Birgel, durch welchen er es später ans
Mannheimer Nationaltheater schaffte.1933 verschlug es ihn nach Berlin,
wo er ein paar Jahre später auch in der Filmbranche tätig wurde. In
den späten fünfziger Jahren startet er eine internationale
Filmkarriere und spielte in verschiedenen Auslandsproduktionen. Raddatz
erhielt 1972 das Bundesverdienstkreuz, 1963 ernannte man ihn zum
Berliner Staatsschauspieler. Er war auch als Synchronsprecher
erfolgreich, so lieh er u.a. Humphrey Bogart, Robert Mitchum, Kirk
Douglas und Burt Lancaster seine Stimme. Sein letzter Film war
"Rosinenbomber" (1988).
Der Film- und Fernsehstar Tony Randall starb nach längerer
Krankheit im Alter von 84 in einer New Yorker Klinik. Der Schauspieler,
den das deutsche Publikum durch die TV-Serie
"Männerwirtschaft" aus den Siebzigern kennt, war mit einer
50 Jahre jüngeren Frau verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von
fünf und sieben gehabt. Randall hat in der Serie, die auf dem
Theaterstück "Odd Couple" von Neil Simons basiert, den
Fotografen Felix Unger gespielt. Die Rolle hat dem Komiker einen Emmy
eingebracht, allerdings erst nachdem die Show nicht mehr lief. Der
Schauspieler war in vielen Filmen, u.a. "Bettgeflüster"
(1959) und "Lover Come Back" (1961), neben Rock Hudson und
Doris Day als deren "bester Freunde" zu sehen. Außerdem
spielte er in der "Tonny-Randal-Show" und in der Serie
"Love Sidney". Zu der berühmten Late Night Show von David
Letterman wurde er sogar 70 mal eingeladen. 1998 hat Randall für seine
schauspielerischen Leistungen als TV-Darsteller einen Stern auf
Hollywoods Walk of Fame erhalten. Tony Randall hat sich ständig sozial
und politisch engagiert. Er sammelte Geld für Aids-Kranke und nahm in
den Achtzigern an einer Demonstration gegen Apartheid teil. Der
Darsteller setzte sich auch gegen das Raucherverbot an öffentlichen
Plätzen ein.
Bei der Weltpremiere von Michael Moores "Fahrenheit 9/11"
am Montag erhielt der Wettbewerbsfilm 15 Minuten andauernden Applaus
vom Publikum. Darunter befanden sich u..a. Ari Emmanuel, Mick Jagger,
Daryl Hannah und weitere Größen in der Film- und
Unterhaltungsbranche. Alle weiteren Vorführungen waren sofort
ausverkauft. Die Dokumentation beäugt kritisch den amerikanischen
Präsidenten Bush, seine familiären Beziehungen nach Saudi Arabien und
sein Verhalten nach dem 11. September und während des Irakkrieges. Er
lässt die Soldaten zu Wort kommen, enthält aber auch viele Lacher
meist auf Bushs Kosten. Moores Ziel ist es, sein neustes Werk noch vor
den Präsidentschaftswahlen im Herbst in die Kinos zu bringen,
wahrscheinlich in veränderter Fassung, da er auch die neusten
Geschehnisse, wie die Anhörungen zum 11. September mit einbringen will
- schließlich sollen damit die Wahlen beeinflußt werden. Während der
Pressekonferenz machte Moore schon kräftig Werbung gegen Bush. Er
sagte, dass der Präsident und sein Team die amerikanischen Truppen
verachten würden, da er sie basierend auf einer Lüge in den Krieg
geschickt hätte, nur um die Taschen seiner Freunde zu füllen. Die
Suche nach einem Verleih, nachdem Disney die Dokumentation nicht
starten lassen wollte, dürfte jetzt kein Problem mehr für die
Produzenten Harvey Weinstein und Agnes Mentre sein.
Auf dem Dok.Fest 2004 wurden jetzt die Preise vergeben. Den
Dokumentarfilmpreis des Bayerischen Rundfunks zusammen mit 10.000 Euro
erhält Andres Veiel für "Die Spielwütigen". Der Film
verfolgt mehrere Jahre lang das Heranreifen von vier
Schauspielschülern, zeigt Hoffnung, Erfolg und Scheitern. Den
Festivalpreis für den Besonderen Dokumentarfilm dotiert mit 2.500 Euro
erhält der Dokumentarfilm "Mahssomim - Checkpoint" von Yoav
Shamir aus Israel. Der Regisseur wird in seinem Film Zeuge des Lebens
an den Checkpoints, an denen junge israelische Soldaten ihren Dienst
leisten und die palästinensische Zivilisten jeden Alters passieren
müssen. Besonders erwähnt wurden "Hollands Licht - Dutch
Light" von dem niederländischen Regisseur Pieter-Rim de Kroon
für seine außergewöhnliche filmische Umsetzung und "Final
Solution" von Rakesh Sharma, Indien für die risikoreiche
Schilderung des Konflikts zwischen Hindus und Moslems im modernen
Indien. Der FilmFernsehFonds Bayern vergab seinen mit 5.000 Euro
dotierten FFF-Förderpreis Dokumentarfilm ex aequo an die Filme
"Über Stock und Stein" von Kai Schröter und Jens Utzt sowie
"Am Arsch der Welt" von Claus Strigel. "Über Stock und
Stein", der vom Rennsport der individuellen Art handelt, bekam
außerdem den erstmals verliehenen Avid Förderpreis, über den
ebenfalls die FFF-Jury entschied. Die Jury des FFF-Förderpreis
bildeten die Produzentin Nicole Leykauf, Regisseur Uli Kick und
Kameramann Gerardo Milsztein.
Am gestrigen Sonntag ist die Sängerin und Schauspielerin Maika
Rökk in der Nähe von Wien gestorben. Sie erlag am Morgen einem
Herzversagen, so eine österreichische Nachrichtenagentur. In Filmen
wie "Gasparone" (1937) und "Hallo, Janine" (1939)
wurde Rökk an der Seite von Willy Fritsch und Johannes Heesters zur
Berühmtheit. Der Operette sagte die Bühnen- und Filmschauspielerin
1992 "Lebe Wohl". Jedoch konnte sie nie ganz loslassen. So
spielte sie mit knapp 80 Jahren in ihrer Heimatstadt Budapest in
Emerich Kalmans "Gräfin Mariza". Für ihre Arbeit wurde
Marika Rökk vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Filmband in
Gold (1981) und dem Bayerischen Filmpreis (1987). Für ihr Lebenswerk
erhielt sie 1998 den Ehrenbambi.
Die Veranstalter des diesjährigen Cannes' Festivals haben die
Verleihung der Hauptpreise anders überdacht. Damit wollen sie
verhindern, dass ein Film zwei der berühmten Trophäen bekommt.
Letztes Jahr wurde diese Ehre dem Regisseur Gas Van Sant für
"Elephant" zu Teil. Cannes' künstlerischer Leiter Thierry
Fremaux hat dem Jury-Präsident Quentin Tarantino und anderen
Jurymitgliedern mitgeteilt, dass solche Dopplungen in Zukunft vermieden
werden müssten. Es sollen auch andere Filme jeweils mit einem der
Hauptpreise (Goldene Palme, Großer Preis der Jury, Preis der Jury,
Preis für die Beste Regie und den Preis für das Beste Drehbuch)
ausgezeichnet werden. Es müsse verhindert werden, dass nur ein Film
alle der möglichen Preise abstaubt, wie es bei der diesjährigen
Oscarverleihung passierte. Am 23. Mai soll außerdem eine
Pressekonferenz stattfinden, bei der die Jurymitglieder ihre
Entscheidungen erläutern können.
Nachdem im letzen Jahr Florian Baxmeyers "Die rote Jacke"
den Filmpreis gewann, hat dieses Jahr wieder ein deutscher Kurzfilm
Chancen auf den "Honorary Foreign Film Student Award".
Skiander Goldaus "Fragile" ist einer von 5 Nominierten, die
im Juni in Beverly Hills um den Preise konkurrieren werden. Der Student
an der Filmhochschule München zeigte seinen 20-minütigen
Abschlussfilm bereits auf vielen Festivals im Ausland und hat damit
mehrere internationale Preise, wie den Zuschauerpreis bei einem
Kurzfilmfestival in Los Angeles, gewonnen. Der Film sei eine Parabel
über das Abschiednehmen, den Tod und die Hoffnung auf ein Weiterleben
danach, so Goldau. Eine Frau kommt bei einem Autounfall ums Leben,
bekommt aber die Chance in einer Art surrealer Rückblende von ihren
Kindern, ihrer Mutter und ihrem Ehemann Abschied nehmen. Die anderen
Finalisten, die sich gegen 34 weitere Jungfilmer aus insgesamt 23
Länder durchsetzen konnten, kommen aus Russland, Dänemark und der
Schweiz. Die angesehene Auszeichnung wird am 13. Juni in Beverly Hills
vergeben.
Die internationalen Filmfestspiele in Cannes werden heute mit
Almodovars neuen Film "Bad Education" von der Schauspielerin
Laura Morante eröffnet. Bis zum 23 Mai wird ein breites Programm rund
um Film geboten, Cannes wird zum wichtigsten Filmmarkt Europas und bei
den Diskussions-Panel geht es dieses Jahr um Themen wie Raubkopien.
Außerdem wird zum erste Mal seit 1993 wieder ein deutscher Film im
Wettbewerb laufen. "Die fetten Jahre sind vorbei" von Hans
Weingartner darf um die Goldene Palme miteifern.
Der New Yorker Schriftsteller Paul Auster hat einen Anti-Bush-Song
verfasst. Das ist nicht das erste Mal, dass der Autor Kritik an dem
US-Präsidenten äußert. Schon im letzten Jahr, als der Irakkrieg
ausbrach, kam ihm die Idee zu diesem Lied. Der Song habe auch schon bei
einigen Medienschaffenden Interesse geweckt. Unter anderem zeige der
Regisseur Wim Wenders ("BuenaVista Social Club") Gefallen an
Auster's Werk und überlege, diesen in den Soundtrack seines nächsten
Filmes aufzunehmen. Zurzeit tourt Paul Auster mit seinem neuen Roman
"Die Nacht des Orakels" in Deutschland.
Herbert Kloiber, Münchner Filmhändler und Besitzer von RTL 2 und
Tele 5, nutzt die Krise des Kinokonzerns Cinemaxx um in das Unternehmen
einzusteigen. Die Verträge sollen bis Ende dieser Woche unterzeichnet
werden, womit Kloibers Tele-München-Gruppe, die über die größte
Filmrechte-Bibliothek Deutschlands verfügt, größter Einzelaktionär
bei Cinemaxx werden würde. Unklar ist noch, ob Kloiber über eine
Kapitalerhöhung beteiligt wird oder aber die Aktienpakete von
Cinemaxx-Vorstandschef Hans-Joachim Flebbe (32%) und Senator Film
(über 25%) übernimmt, da der Filmverleih erst kürzlich ein
Insolvenzverfahren beantragt hatte. Der Finanzvorstand der Kinokette
wollte zunächst keinen Kommentar abgeben. Cinemaxx ist mit seinen 49
Kinocentern in Deutschland zuletzt in die roten Zahlen gerutscht.
Insgesamt ist es um den deutschen Kinomarkt schlecht bestellt. Die Zahl
der Kinobesuche ging um 15 Millionen zurück. Der frühere Marktführer
Ufa wurde bereits vor Monaten vom Betreiber der Cinestar-Kinos Kieft
& Kieft übernommen. Kieft & Kieft wiederum wurde von der
australischen Kette AHL geschluckt.
Rauchen in Filmen soll nun endgültig verboten werden. Zumindest in
den USA, wo diese Woche über ein bestehendes Gesetz verhandelt wird,
welches dementsprechend abgeändert werden soll.. Am meisten
befürchten Experten, dass sich Jugendliche die Darsteller im Film zum
Vorbild nehmen und selber mit dem Rauchen anfangen. Der Chef der
"Motion Picture Assn. of America" Valenti versucht, seine
Anti-Raucher-Kampagne erfolgreich zu übermitteln, jedoch ist seine
Geschäftsgruppe anderer Meinung. So habe ein Filmemacher das Recht
seine Darsteller rauchen zu lassen oder nicht. Die
Unterhaltungsindustrie musste in letzter Zeit heftige Kritik
einstecken, da im Fernsehen und Radio immer mehr vulgäre Ausdrücke
fielen. Die Verantwortlichen müssen nun für jeden gefallenen Ausdruck
eine gewisse Summe an Geld zahlen. Wird ähnliches nun auch mit dem
Rauchen passieren?
Beschäftigte der französischen Filmbranche, die gegen die
Kürzungen von Arbeitslosenhilfe protestieren, haben jetzt bei einer
neuen Aktion den Versand von Filmbändern, die auf den Weg nach Cannes
waren, gestoppt. Rund 100 Schauspieler, Techniker, Musiker...
kampierten am Freitag vor einem Lagerhaus in Garges-les-Gonesse, einem
Vorort von Paris, luden die Filme von den Trucks und blockierten das
Tor. Sie verließen ihre Posten Samstag früh und kündigten weitere
Proteste beim Festival in Cannes, das am Mittwoch eröffnet, an. Schon
seit Monaten kommen die Protestierenden bei ihren Verhandlungen mit der
Regierung nicht weiter. Die neue Reform soll nächstes Jahr in Kraft
treten. Erst letzten Sommer wurde das berühmte Avignon Theater
Festival wegen Protesten abgesagt. Cannes drohen zwar Zwischenfälle,
aber zu einer Absage will man es nicht kommen lassen.
"Fahrenheit 9/11", die neue Dokumentation von Michael
Moore, die kurz vor und nach dem 11. September 2001 die Ereignisse
beschreibt und US-Präsident George W. Bush in ein denkbar schlechtes
Licht stellt, steht kurz vor dem Kinostart. Doch der Disney-Konzern,
der Harvey Weinsteins erfolgreiche Filmfirma Miramax vor zehn Jahren
kaufte, räumte sich die Möglichkeit ein, bestimmte Filme zu
blockieren, wenn sie gegen die Firmeninteressen verstoßen. So will das
Unternehmen, das enge Kontakte zu konservativen Politikern pflegt,
jetzt verhindern, dass der Bush-kritische Film in die
nordamerikanischen Kinos gelangt. Es läge einfach nicht im Interesse
eines großen Konzerns, in ein politisch brisantes Thema hineingezogen
zu werden, so ein Sprecher von Disney. Miramax wehrte sich aber gegen
den Vertriebsstopp, da die Vertragsklausel in diesem Fall nicht
gerechtfertigt sei. Disney-Boss Michael Eisner wollte den Deal mit
Miramax schon im vergangenen Jahr lösen, da ein Vertrieb des neuen
Moore-Films die Steuervergünstigungen gefährden könnte, die Disney
für seine Themenparks und Hotels in Florida genießt, wo George W.
Bushs Bruder Jeb regiert. Der Film soll jetzt über ein
Partnerunternehmen, dass nicht unter der Kontrolle von Disney steht,
vertrieben werden, was für Miramax jedoch massiven Gewinnverlust
bedeuten würde. Europäische Vertriebswege seien aber nicht von der
Blockade Disneys betroffen. Auch wird die Dokumentation in Cannes im
Rahmen des Wettbewerbs Premiere feiern. Moore mutmaßt unterdessen,
dass "manche Leute Angst vor diesem Film haben, wegen der Inhalte,
die er zeigt. Desweiteren räumte Moore-Sprecher Emmanuel ein, dass es
finanziell falsch und zudem politisch unklug sei den Vertrieb zu
untersagen, da "Bowling For Columbine", der drei Millionen
Dollar gekostet hatte, 120 Millionen Dollar einspielte.
Vergangenen Samstag beendeten Hollywood- Autoren- und Produzenten
ihr letztes von insgesamt 6 Treffen, in denen über höhere Anteile im
Filmmarkt verhandelt werden sollte. Bis jetzt gebe es keine Einigungen
aber beide Seiten werden es weiter versuchen, so die Verantwortlichen.
Die "Writers Guild of America" und die "Alliance of
Motion Picture and Television Producers" fordern höhere Anteile
von dem $15 Billionen DVD-Markt. Die momentane Lage: für jede
verkaufte DVD (von $ 16) bekommt das Studio rund $10, ein Autor nur 5
Cent.
Die Regierungen der Bundesländer wollen jetzt auch von Behinderten
die GEZ verlangen. Einzig, wer nachweisen kann, dass er nicht genügend
Geld für die Gebühr zur Verfügung hat, wird weiterhin befreit
bleiben. Die bisherige Regelung der GEZ schließt Blinde oder stark
Sehgeschädigte und Taube von der Zahlungspflicht aus. Das soll
künftig nicht mehr gelten. Dabei beruft man sich auf ein Urteil des
Bundessozialgerichts aus dem Jahr 2000. Durch den verfassungsrechtlich
geltenden "Grundsatz der Gleichbehandlung aller Nutzer", muss
die Gebühr auch bei der Mehrheit der behinderten Rundfunkkonsumenten
kassiert werden. Würde dies geschehen, könnten ARD und ZDF bereits
nächstes Jahr 105 Millionen Euro mehr einnehmen. Jedoch wolle man so
die bevorstehende Erhöhung der Rundfunkgebühren um 1,09 Euro ab 1.
Januar 2005, die von vielen Bundesländern als zu hoch bewertet wurde,
niedrig halten. Der Finanzbedarf der öffentlich-rechtlichen Anstalten
sinke auf 12 Cent, gäbe es weniger Pauschal-Befreiungen. Zuerst soll
das Thema aber noch mit den Behinderten- und Sozialverbänden
diskutiert werden. Auch wurde vorgeschlagen, dass ARD und ZDF ihre
Inhalte für Behinderte ausweiten könnten.
Das ehemalige Mitglied von "Monty Python" Eric Idle läßt
wieder etwas von sich hören. In guter alter Manier meldet er sich
jetzt mit einem Anti-Buh-und-FCC-Lied zurück. Der Song kritisiert
neben der Regierungsarbeit des amerikanischen Präsidenten, vor allem
die amerikanische Federal Communications Commission (FCC). Die
US-Rundfunkaufsicht FCC ist befugt Strafen wegen bestimmter Verstöße
gegen Radio- und Fernsehsender zu erheben. Laut Angaben von Idle kann
sein FCC-Song zu einer Strafe von 250.000 Dollar führen, wegen der
häufigen Benutzung des F-Worts. Eric Idles FCC Song steht kostenlos
zum Download bereit (3,1 MB).
Das Digitale Kino ist im Kommen, und bringt Konsequenzen für die
Branche mit sich. Für Europäische Kinos beginnt die Digitale Zukunft
schon im Herbst 2004. Gemeint ist nicht nur die Vorführung digitaler
Signale im Filmtheater, sondern auch die Digitale Verwertungskette von
Kamera bis zur Projektion, was auf das Ende vom Film hinauslaufen
könnte. Von dieser Neuen Technik erhoffen Filmverleihe Einsparungen
von bis zu 90 Prozent, da das Versenden filmischer Datenpakete über
Satellit oder Breitbandleitungen billiger ist als das Herstellen und
Verschicken von schweren Filmrollen. Mittlerweile ist der technische
Fortschritt so weit, dass digitale Projektionen technisch dem
Traditionellen Filmvorführung gleichwertig sind. Der Termin des
angekündigten "digitalen Roll-Out", der flächendeckenden
Einführung des digitalen Kinos durch die Hollywood-Unternehmen, rückt
umso näher. Im April 2002 hatten sich sieben US-Konzerne in der
Digital Cinema Initiative (DCI) zusammengeschlossen. Doch eine Gruppe
von kleineren Programmkinos und unabhängigen Verleihern wollen nicht
darauf warten was die US-Majors ihnen mit ihrer Marktmacht diktieren.
Kinobetreiber, Verleiher und Produzenten aus Deutschland und sieben
weiteren europäischen Ländern haben die "European DocuZone"
(EDZ) gegründet, um den paneuropäischen Austausch von
Dokumentarfilmen in 175 Kinos zu organisieren. Den Größten Anteil
stellt dabei Deutschland mit 112 Teilnehmern. Die EDZ möchte ab Herbst
via Satellit jede Woche einen europäischen Film in die Mitgliedskinos
überspielen, die den Film dann zeitgleich zu einem festen Termin
zeigen. Die von DocuZone bereitgestellte Digitaltechnik können die
Kinos gegen eine geringe Nutzungsgebühr auch für andere Zwecke wie
Firmenpräsentationen oder andere Veranstaltungen nutzen, die
zusätzliche Einnahmen bringen. Das Media-Programm der Europäischen
Union hat wegen dieser Ausrichtung das Projekt mit rund 2,5 Millionen
Euro unterstützt. Das Netzwerk soll der europäischen Filmkultur eine
neue Chance eröffnen und versteht sich als Alternative zur
Kommerzmaschine der US-Majors. Auch Low-Budget-Filme sollen eine
Kinochance bekommen da die Digitale Projektion relativ preisgünstige
ausbaufähigen Beamern anbietet. Den Beginn für EDZ wollen die
Initiatoren mit einem paneuropäischen Dokumentarfilm-Festival geben,
das vom 12. bis 14. November simultan acht europäische
Dokumentarstreifen präsentiert. Der reguläre Betrieb in den 175 Kinos
soll am 1. Januar 2005 beginnen.
Der Unterhaltungssender RTL vergibt zum 1.August 2004 die neu
geschaffene Position des Executive Producer Unterhaltung Show &
Daytime an die Endemol- Produzentin Susanne Wagner. Diese ist seit 1998
für Endemol Deutschland tätig und verantwortet seit 2001 als Senior
Executive Producer den gesamten fiktionalen Bereich des Unternehmens.
Die 36-Jährige produzierte unter anderem das Historiendrama
"Annas Heimkehr" (BR/ORF/ Arte) mit Veronika Ferres in der
Hauptrolle, sowie die RTL-Formate "Unter Brüdern" und "
Die Wache". Mit Frau Wagner landet erneut eine Vertreterin der
Filmindustrie in den Redakionsstuben.
Anna Lee, die mit 91 Jahren auf eine fast 70 Jahre lange Karriere
zurückblicken konnte, verstarb letzten Freitag an einer
Lungenentzündung. Ihren Durchbruch feierte die Schauspielerin mit
"How Green Was My Valley" und zuletzt spielte sie trotz
Lähmung und Rollstuhl in der Serie "General Hospital" mit.
Geboren wurde sie in Kent, England und studierte Schauspiel in London.
Nachdem sie mit dem London Repertory Theatre eine Zeit lang tourte, zog
sie in den frühen Dreizigern zog nach Kalifornien und war von da an in
mehr als sechzig Filmen, darunter "The Sound of Music"
(1965), "Fort Apache" (1948) und "King Solomon's
Mines" (1937), zu sehen. 1982 erhielt Anna Lee einen MBE (Member
of the Order of the British Empire award). Kommenden Freitag soll sie
mit dem lifetime achievement award bei den Emmy Awards geehrt werden.
Quentin Tarantino hat Interesse daran den Roman "Casino
Royal" von Ian Fleming, der bisher noch nicht als wirklicher
Bond-Film verfilmt wurde, zu verwirklichen. "Ich wollte schon
immer einen Bond-Film drehen", so der diesjährige Juryvorsitzende
in Cannes. Er sei während des Festivals schon mit Pierce Brosnan
zusammengetroffen: "Wir sprachen darüber. Er mochte die
Idee." 1967 verfilmten fünf Regisseure, u.a. Val Guest, John
Huston und Robert Parrish, den Roman als eine Spionageparodie mit David
Niven als Hauptdarsteller und vielen anderen Stars, wie Peter Sellers,
Orson Welles, Ursula Andress, Woody Allen und Jean-Paul Belmondo.
Tarantino möchte den Roman mehr dem Buch entsprechend verwirklichen.
"Ich weiß nicht, ob sie darauf anspringen werden, aber ich lasse
sie wissen, dass ich interessiert bin ", sagte Tarantino in
Hinblick auf die Bond-Produzenten. Eigentlich wollte sich der Regisseur
nach KillBill kleineren Projekten widmen, auch wenn er Pläne für
einen Horrorfilm und für ein Weltkriegs-Drama habe.
Der seit Wochen andauernde Protest der Teilzeitarbeiter im
Showgeschäft schlug letzten Samstag in gewalttätige
Auseinandersetzungen um. Als rund 50 Personen Marktvorführungen
blockierten indem sie ein Kino besetzten, schritten 50 CRS Polizisten
ein, um die Protestierenden zu entfernen und riegelten die Rue
d'Antibes ab. Die Demonstration sei friedlich gewesen, erst als die
Polizei auftauchte und darauf los schlug, wobei es auch Marktteilnehmer
erwischte, eskalierte die Situation, so ein Zeuge. Gegen Abend sei eine
Vorführung angesetzt gewesen. Kurz zuvor kamen jedoch die
Demonstranten und blockierten die Eingänge zu dem Kino. Man hatte
versucht zu verhandeln, auf der Basis, das man selbst auch in der
Branche sei und mit diesem Film für einem alles auf dem Spiel stände.
Die Demonstranten hätten sich einsichtig gezeigt. Dann erschien jedoch
eine Gruppe von Personen in zivil, die versuchten das Kino zu stürmen,
so ein Marktteilnehmer. Ärzte mussten mehrere verletzte Personen
behandeln. Laut Polizei wurden auch Verdächtige festgenommen.
Unterdessen fanden Protestmärsche statt und andere Protestierende
kletterten auf Bäume am roten Teppich, als der französische
Kultusminister Renaud Donnedieu de Vabres ankam. Auch diese wurden von
der Polizei entfernt.
Die "National Film and Television School", England's
führende Schule für Film und Fernsehen hat im Internet eine
Jobanzeige veröffentlicht. Darin suchen die Verantwortlichen nach
einem Medienschaffenden, welcher das neue TV-Department leiten, sowie
eine Reihe von Kursen (unter anderem "Creative Producing") ab
2005 übernehmen soll. Die "National Film and Television
School" bildete unter anderem Steve Morrison, Molly Dineen, Nick
Broomfield, Nick Park und Kim Longinotto aus.
Eigentlich sollte Michael Moores Bush-kritische Dokumentation
"Fahrenheit 9/11" nach dem Willen von Disney nicht in den
amerikanischen Kinos anlaufen, doch die Miramax-Firmenchefs Bob und
Harvey Weinstein retteten den Film indem sie Disney die Rechte
abkauften. Jetzt wollen sie Moores Film durch einen neuen
Vertriebspartner in die US-Kinos bringen. Moore hatte den Verdacht
geäußert, dass der Konzern sich kurz vor den
US-Präsidentschaftswahlen keine Polit-Kontroverse leisten wolle, da
Disney in seinen Vergnügungsparks und Studios in Florida Millionen von
Steuergeldern spare. Den Präsidentenbruder zu verärgern könne ja
finanzielle Nachteile haben. Disney-Chef Michael Eisner meinte zu dem
Vertriebsverbot, dass Disney politisch neutral bleiben wolle.
Eigentlich hätte Bush-Kritiker Moore den Film, der in der kommenden
Woche in Cannes Weltpremiere feiert, auch einfach selbst finanzieren
können, aber dann wäre es wohl nicht zu so einem medienwirksamen
Streit gekommen.
Wieviel wird unser "Gurkenkönig" wohl dafür bezahlt
haben? Nach Medienaussagen wird sich der mitlerweile von seinen
schweren Unfall wieder erholte Daniel Küblböck in Kürze auf den Weg
nach Cannes machen. Allerdings nicht, um die Sonne zu genießen. Das
"Allroundtalent" werde zeitgleich mit den Filmfestspielen in
einem angemieteten Screening seinen ersten Spielfilm vorstellen. Das
Erstlingswerk mit dem Titel "My Way" ,welches in
Zusammenarbeit mit Regisseur Uli Lommel entstand, ist als Krimi
angekündigt. Gedreht wurde unter anderem in München, Eggenfelden,
Passau und in den USA. Der Film soll Mitte September in die deutschen
Kinos kommen, so Küblböck's Vater. Vor dem Hintergrund, dass viele
Konzertmitschnitte gezeigt werden, versteht es sich von selbst, warum
der Streifen unter der Kategorie "Krimi" läuft. Nach Cannes
begibt sich Küblbock dann wieder ins Musikgeschäft und plant eine
neue Singel herauszubringen.
Die Krise im Irak scheint sich jetzt nicht nur auf das Ansehen der
Amerikaner und ihrer Kultur in der Welt auszuwirken, auch US-Marken,
wie McDonald's, Coca-Cola, Nike und Microsoft, sind betroffen, so eine
neue Studie über Verbrauchergewohnheiten von NOP World. Weltweit
wurden dazu 30.000 Personen nach ihren Kaufgewohnheiten befragt. Dabei
kam heraus, dass der Verkauf und Verbrauch von US-Produkten im letzten
Jahr kontinuierlich gefallen ist, während andere Markenprodukte, die
nicht aus den USA stammen im Verkauf stabil blieben. Insgesamt sank die
Anzahl der US-Marken-Konsumer weltweit von 30 auf 27%. Dies sei das
erste Mal seit Start der Studie 1998 geschehen. Schuld seien laut der
Studie u.a. Amerikas kontroverser Einsatz im Irak, der Krieg gegen den
Terrorismus und das Nicht-Unterzeichnen des Kyoto Klima- und
Umweltschutzgesetzes. Es sei kein Boykott, vielmehr scheint die
Unterstützung nachzulassen, was sich schlecht auf die amerikanische
Wirtschaft auswirken könnte. Neben europäischen Ländern wie
Frankreich, Italien, Deutschland und Spanien, verweigern vor allem
muslimische Länder wie Ägypten, die Türkei und Saudi Arabien immer
mehr ihr Geld der amerikanischen Wirtschaft.
Im Münchner Prinzregentheater wurden am vergangenen Freitag
renommierte Persönlichkeiten aus verschiedenen Sektoren des deutschen
Fernsehens ausgezeichnet. Den "Blauen Panther" (das Symbol
des bayrischen Fernsehpreises) erhielten unter anderem Veronica Ferres
("Annas Heimkehr" und "Für immer verloren"),
Tobias Moretti ("Schwabenkinder"), Hape Kerkeling ("70er
Show"), Dagmar Manzel ("Leben wäre schön") und Ruth
Drexel (für ihre Theater-und Fernsehgeschichte). Dem
Fernsehjournalisten Harry Valérien wurde der diesjährige Ehrenpreis
von Ministerpräsident Stoiber überreicht. Der Bayerische Fernsehpreis
ist eine der wichtigsten Auszeichnungen für Medienschaffende in
Deutschland. Er wird in diesem Jahr zum 16. Mal verliehen und ist mit
insgesamt 105.000 € dotiert. Vergeben werden die Preise in den
Kategorien Informationssendungen, Fernsehspiele, Fernsehfilme und
Serien, Unterhaltungsprogramme sowie für Kultur- und Bildungsangebote.
Hinzu kommen Sonderpreise und der Ehrenpreis des Bayerischen
Ministerpräsidenten.
Die Sender setzen immer noch auf Ekel-Shows wie das
RTL-Dschungelcamp, weil sie als Publikumslieblinge und Quotenrenner
gelten. Eine aktuelle Emnid-Umfrage unter 1000 Befragten,
veröffentlicht vom evangelischen Magazin "Chrismon", beweist
jedoch das ganze Gegenteil. Mit Maden, Kakerlaken-Bad und
Tümpeltauchen scheint die unterste Geschmacksgrenze erreicht. 84% der
Deutschen fühlen sich nicht unterhalten, sondern angeekelt und lehnen
solche Sendungen ab. Nur 3% finden sie spannend oder unterhaltsam. 36%
interessieren sich überhaupt nicht für Entertainment dieser Art, 26%
finden es einfach abstoßend, 22% fordern sogar ein Verbot. Der Ekel
steigt dabei mit dem Alter der Befragten, aber auch unter den jüngsten
Zuschauern im Alter von 14 bis 29 Jahren sind nur 6% begeistert. Die
bayrische Kultusministerin Monika Hohlmeier setzt auf das gesunde
Urteilsvermögen, derartige Sendungen zu boykottieren. "Bei diesen
Shows werden unter dem Deckmantel der Freiwilligkeit aus Mitspielern
Menschen, mit denen gespielt wird", so die Politikerin. Der Trend
zeigt sich vielleicht schon in der mäßigen Quote von "Fear
Factor" bei RTL. Mit 16,2% liegt es unter dem Senderschnitt. Ob
der Trend sich so fortsetzt, wird sich aber wohl erst zeigen, wenn
Extrem-Formate wie die amerikanische Schönheits-OP-Show "I want a
Famous Face" ins deutsche Fernsehen kommen.
Einige Szenen des neuen Actionfilms "Mission: Impossible
3" mit Hauptdarsteller Tom Cruise sollten in den Räumen des
Deutschen Bundestags gedreht werden. Jedoch beschloss
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, bekräftigt vom
Bundestagspräsidium und dem Ältestenrat, der seinerseits abgelehnt
hatte, dass Szenen für den neuen Actionfilm im Berliner
Reichstagsgebäude gedreht werden, dass keine Dreharbeiten für
Spielfilmproduktionen stattfinden werden. "Der Bundestag ist und
bleibt ein besonderer Ort und soll nicht für kommerzielle Zwecke
vermarktet werden", so Bundestagspräsident Thierse.
Gestern abend wurde im amerikanischen Fernsehen die letzte Folge der
Serie "Friends" ausgestrahlt. Nach 10 Jahren
Erfolgsgeschichte heisst es nun Abschied nehmen für die sechs Freunde
aus New York. Eine Stunde lang durften die amerikanischen Fans an den
Bildschirmen mit verfolgen, was mit Rachel (Jennifer Aniston), Monica (Courteney
Cox Arquette), Chandler (Matthew Perry), Joey (Matt LeBlanc), Phoebe
(Lisa Kudrow) und Ross (David Schwimmer) am Ende passiert; wer
vielleicht doch noch zueinander findet und wer Karriere machen wird.
Eine Folge mit vielen Überraschungen aber auch ein Happy End für zwei
Personen, worauf die Fans schon seit Jahren gewartet haben. Im
Anschluß an die Serie wurde ein "Best Of" ausgestrahlt,
welches die beliebtesten Szenen der jeweiligen Staffeln sowie
Interviews der Darsteller aus den vergangenen zehn Jahren zeigte. In
Deutschland bekommen die Fans noch ein wenig Gnadenfrist, bis hier
"Lebe-Wohl" gesagt werden muss
Die französische Filmlegende Jean Pierre Léaud wird heute 60 Jahre
alt. Léaud galt in den sechziger und siebziger Jahren als Liebling des
europäischen Autorenkinos und war der Star der Nouvelle
Vague (Neue Welle). Zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten,
blühte der Schauspieler in den neunziger Jahren noch einmal auf.
In Francois Truffauts "Sie küssten und sie schlugen ihn"
debütierte der damals 14-jähriger Léaud in der Hauptrolle. Als
Antoine Doinel, ein gleichermaßen widerspenstiges und zerbrechliches
Stadtkind, wurde Léaud zum Aushängeschild einer neuen Kinokultur. Im
mitreißenden und authentischen Spiel des jungen Franzosen spiegelte
sich der Anspruch der "neuen Welle": Aufrichtigkeit und
Gegenwärtigkeit.
Am 4. Mai 1959 brach mit diesem Film eine neue Ära in der Geschichte
des Kinos an: Truffauts erhielt an diesem Tag für sein Werk den ersten
sogenannten Autorenfilm, den Großen Preis des Filmfestivals von
Cannes. Die darauffolgende Nouvelle Vague verdrängte innerhalb weniger
Monate das "veraltete" Kino der fünfziger Jahre von den
Leinwänden.
In rund 30 Filme wirkte Léaud in den Folgejahren mit. U.a. in
Truffauts "Die Amerikanische Nacht", Godards "Masculin
Féminin" und "Der letzte Tango in Paris" von
Bertolucci. Danach wurde es ruhig um den französischen Schauspieler.
Erst in den Neunziger Jahren holte ihn Aki Kaurismäki Léaud mit
"I Hired A Contract Killer" zurück in die Kinos.
Lucia Annunziata, Präsidentin des italienischen Staatsfernsehens
RAI, hat ihren Rücktritt angekündigt. Auslöser dafür sei der
Einfluss des Medienmoguls Silvio Berlusconis in die Programmgestaltung
des öffentlich-rechtlichen Senders RAI. Aus Protest vor einer
"Besatzung des Senders" durch Vertreter der
Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Berlusconi gab Annunziata
am Dienstag ihre Entscheidung bekannt. "Diese Nominierungen sind
der letzte Akt einer organisierten Kampagne, um volle Kontrolle über
die öffentlich-rechtlichen Sender zu übernehmen", so die
RAI-Präsidentin. Silvio Berlusconi verwaltet die drei größten
TV-Privatsender Italiens, hinzu kommt sein entscheidender Einfluss auf
das Staatsfernsehen, den er als Ministerpräsident ausübt.
Seine Anhänger hatten bereits mehrfach den
Rücktritt Annunziatas gefordert, die als politisch linksgerichtete
Journalistin gilt und den öffentlich-rechtlichen Sender seit gut einem
Jahr führt, weil sie in dieser Zeit heftige Kritik an Berlusconis
Machtspielen geübt hatte. Anderen RAI-Managern warf sie vor, sie
beugten sich zu sehr dem Druck der Regierung und sprach von
"ideologischer Parteilichkeit des Managements". Dies
"destabilisiert den Sender und untergräbt seine Beziehung mit den
Bürgern". Staatlicher Rundfunk müsse "dringend wieder das
ganze Land repräsentieren".
Wenige Tage zuvor war auch die Star-Journalistin der RAI, Lilli Gruber
zurückgetreten. Diese hatte ihren Job als Anchorwoman der staatlichen
Hauptnachrichten zugunsten einer Kandidatur für das Europaparlament
niedergelegt. Als Auslöser gab Gruber aber auch die Machenschaften
Berlusconis an. Das Europäische Parlament übt derweilen heftige
Kritik an der Medienkonzentration Italiens. Die beherrschende Stellung
Berlusconis führe zu einer einzigartigen Kombination von
wirtschaftlicher, politischer und medialer Macht. Die Konzentration auf
dem audiovisuellen Markt sei in Italien der höchste in Europa.
Die größten Musiklabels der Welt müssen jetzt nach einer
zweijährigen Ermittlung der New Yorker Staatsanwaltschaft Abgaben in
Höhe von $50 Millionen an viele ihrer Künstler zahlen. Unter den
meist unbekannten Kreativen sind auch Berühmtheiten wie David Bowie,
Sean "P Diddy" Combs und Dolly Parton. Es gäbe eine
ungerechte Verteilung, da Künstler mit großem Erfolg Unmengen von
Geld machen, so Eliot Spitzer, der ermittelnde Staatsanwalt. Auf der
anderen Seite ständen Sänger mit einem erfolgreichem Lied, die das
Geld wirklich gebrauchen könnten. Man habe jetzt heraus gefunden, dass
hohe Summen nicht an die Künstler gingen. Universal Music Group, Sony
Corp.'s Sony Music, EMI Group Plc Bertelsmann AG's BMG Group und Warner
Music Group kooperierten sofort mit der Staatsanwaltschaft. Sie sagten,
dass es nicht ihr Absicht gewesen sei, die Abgaben zurückzuhalten. In
vielen Fällen hätten die Betroffenen vergessen ihrem Label die neuen
Kontaktadressen zukommen zu lassen, wohin die Schecks gehen sollten.
Bob Donnelly, Rechtsanwalt der Musikindustrie, der die Sache ins
Gespräch gebracht hatte, äußerte sich kritischer. Seiner Meinung
nach ginge es um weit mehr Geld, als ausgezahlt wurde. Doch jedes Mal,
wenn man einen guten Zivilkläger gegen die Labels gefunden hätte,
würden diese sofort einlenken und diesen bezahlen. Die Musiklabels
erklärten sich jetzt bereit die Namen der Künstler und Autoren, denen
man Abgaben schulde, online zu veröffentlichen und
Kontaktinformationen der Künstler untereinander austauschen. Falls das
Geld nicht eingefordert werde, ginge es an den Staat, der es
aufbewahren solle.
Das 11. Internationale Filmfest Oldenburg (vom 08.bis 12. September
2004) erweitert in diesem Jahr den seit 1998 verliehenen Publikumspreis
"German Independence Award " um die Kategorie "Bester
deutscher Film". In der Oldenburger Independent-Reihe werde nun
von einer internationalen Jury der beste deutsche Festivalbeitrag
ausgewählt. Dieser erhalte ein Preisgeld von 5000 Euro und werde nach
Presseaussagen mit einer Einladung zu einem "renomierten
internationalen Filmfestival" bedacht. Jeweils 6 deutsche
Filmproduktionen des aktuellen Jahres werden um den Titel "Bester
deutscher Film" konkurrieren. Der Einsendeschluß für die
Filmeinreichung ist der 25. Juni 2004, weitere Informationen können
unter www.filmfest-oldenburg.de abgerufen werden.
Am vergangenen Samstag wurden auf den Kurzfilmtagen die drei besten,
in Deutschland produzierten Musikvideos ausgezeichnet. Den ersten Preis
und mit ihm 2500 Euro Preisgeld erhielten Martin Sulzer, Andi Triendl
und Julia Weiger für ihren Clip zu "Let's Push Things
Forward" von The Streets. Der mit 1500 Euro dotierte zweite Preis
ging an Ursula und Graw Böckler für das Video zu "Mugen Kyuukou
How To Believe In Jesus" von Tujiko Noriko. Auf Platz drei
schafften es Cornelia Cornelsen und Florian Grief mit dem Clip zu
"Die Zeit heilt alle Wunder" von Wir sind Helden. Sie
erhielten 1000 Euro Preisgeld. Corine Stübis Video zu "Working
Girl Musik" von Amon Tobin wurde lobend erwähnt. Den MuVi-Online
Publikumspreis, bei dem 4644 Stimmen gezählt wurden, gewann der Clip
zum Ärzte-Song "Dinge von denen" von Norbert Heitker. Den
zweiten Platz erreichte Craig Robinson mit seinem Clip zu "Given
Ground" von Giardini di Miro und Platz drei konnten erneut
Cornelia Cornelsen und Florian Grief mit ihrem Clip von Wir sind Helden
für sich beanspruchen.
Heute abend werden in Oberhausen die Internationalen Kurzfilmtage
eröffnet. Mit einem der ältesten Festivals der Welt können die
Veranstalter und die Stadt auf eine 50-jährige Geschichte zurückblicken.
Zu der Jubiläumsfeier werden prominente Gäste erwartet: die Festreden
halten Gerhard Schröder, NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück,
Oberhausens Oberbürgermeister Burkhard Drescher sowie Festivalleiter
Lars Henrik Gass. Für den Programmblock sind unter anderem
Kurzfilmbeiträge von Romuald Karmakar, Charles Wilp und Matthias
Müller sowie eine Filmglosse über die Kurzfilmtage aus dem Jahr 1922
(mit Christoph Schlinensief als Dozent) vorgesehen. Schauspielerin und
Sängerin Meret Becker wird durch den Abend führen.
Nach dem Mauerfall mussten die ersten Kinos in der Berliner Westcity
ihre Tore schließen. Jetzt hat es auch den traditionsreichen Royal
Palast getroffen. Das Center mit fünf Sälen und der größten
Leinwand Europas gehörte noch bis Anfang 2003 zur Ufa-Kinokette.
Anschließend wurde es bis 31. März von Kieft & Kieft geleitet.
Seitdem hatte man versucht Besucher mit Niedrigpreisen von 4,99 Euro
pro Eintrittskarte anzulocken. Vergeblich. Der Insolvenzverwalter des
Royal Palasts sah keine Zukunft für das Kino. Auch
Übernahmeverhandlungen mit der Kinostar-Gruppe aus Stuttgart
scheiterten. Zuletzt gehörte der Royal Palast, zu den Berlinale-Kinos,
die die Wettbewerbsbeiträge wiederholten.
Beim der siebten Ausgabe des Kinderfilmfestivals 'Sprockets' in
Toronto hat Eberhard Junkersdorfs "Till Eulenspiegel " den
Publikumspreis als bester Animationsfilm erhalten. Auf dem Festivals,
das von der Toronto International Film Festival-Gruppe veranstaltet
wird, wurden 17 Lang- und 42 Kurzfilme aus 19 Ländern gezeigt.
Deutschland war ebenfalls mit Tomy Wigands "Das fliegende
Klassenzimmer" in der Sektion Spielfilm vertreten. Das Festival
fand großen Anklang und konnte einen neuen Rekord von 17.000
Besuchern verzeichnen.
Eine Studie der Universität Jena ergab, dass viele Fernsehzuschauer
nicht dazu in der Lage sind, sich zu merken, was ihnen an Information
präsentiert wird. Vor allem Nachrichtensendungen nehmen rund 30
Prozent der Zuschauer nicht auf. Vor allem jüngere Zielgruppen seien
durch Nachrichten kaum erreichbar, so Georg Ruhrmann, Verantwortlicher
der Studie. Der Forscher macht v.a. Veränderungen im Medienkonsum für
die Situation verantwortlich. Gerade in den neuen Bundesländern
schauten junge Menschen bevorzugt die privaten und kaum die
öffentlich-rechtlichen Sender. Zudem werde immer weniger Zeitung
gelesen. Die Studie sagt außerdem aus, dass in den vergangenen zehn
Jahren der Anteil der politischen Berichterstattung in
Nachrichtensendungen zu Gunsten von zwischenmenschlichen Themen
zurückgegangen ist. Insgesamt wurden 2.400 TV-Nachrichtensendungen von
1994 bis 2003 analysiert, zudem Journalisten und Zuschauer befragt.
Heute spiele die Beschaffung spektakulärer Bilder eine zunehmend
größere Rolle, so Ruhrmann: "Die Redaktionen riskieren, dass die
Bilder dominieren, aber die dahinter liegenden Zusammenhänge nicht
sichtbar werden." Trotz der Studie setzt das ZDF auf steigenden
Informationsanteil. Ab Herbst oder Winter 2004 werde man Programmtage
zu Schwerpunktthemen wie Arbeit oder Rente veranstalten, so
ZDF-Intendant Markus Schächter. Man halte mehr und qualitativ
höherwertige Informationsangebote für nötig. ZDF-Programmdirektor
Thomas Bellut hat sogar vor mit mehr Geldinvestitionen künftig die BBC
bei großen Dokumentationen zu übertreffen.
Kirk Kerkorian, Mehrheitseigentümer der legendären
MGM-Filmstudios, verhandele derzeit mit Sony über eine Übernahme. Der
japanische Elektronik- und Medienkonzern erwäge einen gemeinsamen Kauf
mit den US-Beteiligungsgesellschaften Texas Pacific Group und
Providence. Der Verhandlungspreis soll bei rund 5 Mrd. $ liegen. An der
Börse war MGM (Metro-Goldwyn-Mayer) vor Bekanntwerden der
Verkaufsgespräche 4,2 Mrd. $ wert. Danach stiegen die Aktien um zwölf
Prozent. Die Papiere wurden am Donnerstag zehnmal so häufig gehandelt
wie normalerweise. Mit einer Übernahme des Studios würde Sony zur
dominierenden Kraft in Hollywood, denn zusammen mit Columbia-Tristar
gehört "der Japaner" bereits zu den Kinofilmgrößen der
Filmstadt. Im Vorjahr etwa hatten MGM und Columbia gemeinsam mit 43
Hollywoodfilmen 17,1 Prozent Marktanteil - deutlich mehr als die
Konkurrenten Disney, Warner, Universal oder Paramount. Sony reizt an
MGM das angesammelte Erbe mehr als die aktuelle Filmproduktion, welche
mit Ausnahme der James- Bond Reihe keine großen Projekte mehr
realisiert. Mit rund 4200 Streifen verfügt MGM jedoch über das
größte Lager an Hollywoodfilmen. Darunter befinden sich Klassiker wie
"Vom Winde verweht" und "Der Zauberer von Oz" oder
die "Rocky"-Filme. Sony könnte deshalb erhebliche Einnahmen
aus DVD-Verkäufen erwarten, die derzeit nicht nur bei aktuellen
Filmhits stark anziehen. Sony ist an diesem Geschäftsfeld besonders
interessiert, weil der Konzern eines der größten Presswerke der Welt
besitzt. Der Rückgang der CD-Produktion in diesem Werk könnte mit
einem erhöhten DVD-Ausstoß ausgeglichen werden. Bis zum Kaufabschluß
seien aber noch einige Hürden zu überwinden. Unter anderem befinde
sich Sony zur Zeit auf Sparkurs und streiche Stellen, was im Falle
eines Kaufs eine Protestwelle auslösen könnte. Auch zeige Warner
Interesse am MGM.
Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber plädiert für eine
Aufteilung der TV-Rechte für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 auf
öffentlich-rechtliche und private Sender. Dies könnte zu einem
"erheblichen Sparpotenzial" bei der Rundfunkgebühr führen,
sagte Stoiber am Wochenende. Falls neben ARD und ZDF auch die
Privatkanäle sendeten und zahlten, "schont das den Geldbeutel der
Gebührenzahler". ARD-Sprecher Martin Gartzke erwiderte, die
Übertragungsrechte an der Fußball-WM 2006 lägen nicht beim
bayerischen Staat, sondern beim Rechteinhaber Infront. "Deshalb
verhandeln ARD und ZDF über die WM-Rechte unverändert allein mit
Infront, und zwar nach wie vor mit dem Ziel, zu einem möglichst
günstigen Preis möglichst viele Spiele im öffentlich-rechtlichen
Fernsehen zugänglich zu machen", sagte er. Gelänge es, die
Privatkanäle Sat 1 und RTL einzubeziehen und die 64 Spiele auf alle
großen Sender in Deutschland zu verteilen, könnten ARD und ZDF
mindestens 100 Millionen Euro sparen. Die Rundfunkgebühr müsste
Anfang 2005 um sechs bis sieben Cent weniger erhöht werden. Von der
Gebührenkommission wurde bislang ein Erhöhungsbetrag von 1,07 Euro
monatlich vorgeschlagen.
Decimus, eine PrimaCom-Tocher, startet jetzt das bundesweites
Digitalfernsehprogramm Kabel!Vision mit insgesamt 22 Kanälen, die ein
umfassendes Programm mit deutschsprachigen Sparten- und
Spielfilmsendern, sowie türkischen, polnischen, russischen,
italienischen und spanischen Programmen und aktuellen Filme auf Abruf
bietet. Bei diesem Angebot zahle der Kunde ausschließlich für die
Sender, die er tatsächlich nutzen würde. Zu den deutschen Sendern
gehören u.a. 13th Street, Kinowelt TV, Sci Fi, Motors TV und der von
Decimus produzierte Spielfilmsender Silverline, sowie ein
Volksmusikkanal. Um den Jugendschutzbestimmungen zu folgen, verlange
die Decodersoftware von Decimus zwei Sicherheitsabfragen, sonst ist die
Freischaltung von bestimmten Inhalten nicht möglich. Außerdem werden
die ausgesendeten Signale mit Cryptoworks verschlüsselt und erst am
Decoder wieder entschlüsselt, um das Schwarzsehen zu verhindern.
Die Quoten der Casting-Shows sinken immer mehr in den Keller. Noch
bei der ersten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar"
schalteten rund 10 Millionen Zuschauer ihre Fernsehgeräte ein. Die
öffentlich-rechtliche Unterhaltungskonkurrenz war chancenlos
gegenüber den Privatsendern. Jetzt sieht das wieder ganz anders aus.
Am vergangenen Samstag lagen Karl Moiks "Musikantenstadl"
(6,5 Millionen Zuschauer) mit seinen Heile-Welt-Gesängen und Thomas
Gottschalks Rockshow "50 Jahre Rock'n Roll" (5,7 Millionen)
in der Zuschauergunst ganz weit vorn. Bei den 14- bis 49-Jährigen
hatte die Sendung dabei einen fürs ZDF sensationellen Marktanteil von
rund 27 %. RTL konnte dagegen mit "Star-Duell" und Verona
Feldbusch, wie sie vertragsbrüchig in Sing-Streik trat, wenig punkten.
Es schauten gerade mal 2,5 Millionen Zuschauer zu. Schlusslicht war
Sat.1 mit "Star Search" mit 1,6 Millionen Zuschauern. Dabei
war die erste Staffel letzten Sommer noch recht erfolgreich gelaufen.
Das Publikum scheint jedoch keine Lust mehr darauf zu haben, immer
neuen Gesichtern beim falsch Singen zuhören zu müssen. RTL hält
"Star Duell" trotzdem für "ausbaufähig" und will
die auf sechs Teile angelegte Reihe nicht kürzen. Auch bei Sat.1 gibt
man "Star Search" noch nicht auf: "Aber wir haben jetzt
schon großen Zuspruch bei den jungen weiblichen Zuschauern. Und im
Gegensatz zu anderen Castingshows wird unser Format nicht allein
bestimmt vom Auftreten der Kandidaten, sondern vom Zusammenspiel
zwischen Moderator Kai Pflaume und der Jury, ein starkes Element der
Show." Wenn Gottschalk und alte Rocker Kai Pflaume und den
Popnachwuchs schlagen, helfen auch nur noch Durchhalteparolen. Dass das
Konzept "Hübsche Menschen singen, mehr oder weniger gut und
Möchtegern-Prominente sagen, ob sie das gut finden oder nicht so
gut" nicht ewig funktionieren würde, war klar. Irgendwann hört
man auf, dem 10. Kandidaten anzuschmachten und seine Telefongebühren
für ihn in die Höhe zu treiben. Die ZDF-Show "Deutschlands
Stimme 2003" wird nicht neu aufgelegt, "Fame Academy"
bei RTL-II war kein Quotenbringer. Bei der Neuauflage von
"Popstars" auf ProSieben war das Zuschauerinteresse eher
durchschnittlich. Die im gleichen Sender soeben zu Ende gegangene
"Comeback Show" war ein Reinfall. Auch das Interesse der
Plattenindustrie für die Retortenprodukte ist nicht mehr so groß. Sie
müssen die Gewinne mit den TV-Sendern teilen und die Erfolge in den
Charts sind längst nicht mehr so groß wie zu Beginn. Wir können
hoffen.
Am 18. Juni wir der Deutsche Filmpreis in Berlin zum 54. Mal
verliehen. Fatih Akins "Gegen die Wand", geht nach dem
Berlinale-Sieg jetzt mit vier Nominierungen als großer Favorit ins
Rennen um den mit 2,875 Millionen Euro höchstdotierten Kulturpreis
Deutschlands. Als weitere aussichtsreiche Kandidaten mit je drei
Nominierungen gelten "Das Wunder von Bern",
"Wolfsburg" und "Herr Lehmann". Insgesamt wurden 25
Filme, Regisseure und Schauspieler für den Preis nominiert. In der
Kategorie "Bester Spielfilm" konkurrieren "Gegen die
Wand", "Das Wunder von Bern" von Sönke Wortmann,
"Herr Lehmann" von Leander Haußmann, "Kroko" von
Sylke Enders, "Muxmäuschenstill" von Marcus Mittermeier und
"Wolfsburg" von Christian Petzold um die goldene Lola. Allein
die Nominierung in dieser Kategorie ist mit jeweils 250.000 Euro
dotiert. Der Sieger erhält noch einmal diese Summe. In der Kategorie
beste Regie messen sich Akin, Petzold und Wortmann. Als beste
Hauptdarstellerin sind Sibel Kekilli ("Gegen die Wand"), Nina
Hoss ("Wolfsburg") und Johanna Wokalek ("Hierankl")
nominiert. Birol Ünel ("Gegen die Wand") konkurriert in der
Sparte bester Hauptdarsteller mit Josef Bierbichler
("Hierankl") und Horst Krause ("Schultze gets the
blues"). Beste(r) NebendarstellerIn könnten Katja Danowski
("Herr Lehmann"), Johanna Gastdorf ("Das Wunder von
Bern") und Fritzi Haberlandt ("liegen lernen"), sowie
Detlev Buck ("Herr Lehmann"), Fritz Roth
("Muxmäuschenstill") oder Hinnerk Schönemann
("Kroko") werden. Als beste Dokumentarfilme wurden "Die
Kinder sind tot" von Aelrun Goette und "Die Geschichte vom
weinenden Kamel" von Luigi Falorni und Byambasuren Davaa
nominiert. In der Kategorie bester Kinder- und Jugendfilm können
"Die Blindgänger" von Bernd Sahling und "Die wilden
Kerle" von Joachim Masannek auf die Auszeichnung hoffen. Auf der
Nominierungsveranstaltung lobte Kulturstaatsministerin Weiss die
einheimischen Produktionen. Der deutsche Film erzähle authentische
Geschichten und beschäftige sich mit den Problemen der Menschen, die
in dies