 |
|
Die diesjährige Cinec war gut besucht |
|
|
Messerundgang und mehr
Ein längeres Wochenende, genauer eines was um den
Montag verlängert war, wurde wieder zum Treffpunkt der Filmtechnik,
Postproduktion und Veranstaltungstechnik in München.
Neueste Entwicklungen, aber auch Bewährtes und
Optimiertes waren zu sehen und die Hersteller oder Vertriebe standen Rede
und Antwort, was konkrete Fragen anging.
Mut zur Lücke
Auch wenn "Postproduktion" auf die Fahnen
der Cinec geschrieben stand, so waren einige der größeren Anbieter gar
nicht erst erschienen. So suchte man Avid oder Apple mit Finalcut Pro
vergeblich in den Messehallen des MOC.
Und auch die Schnittstellen zur Filmtechnik, die mehr
und mehr digitaler Natur sind, waren nur unzureichend vertreten. So waren
weder Canon, JVC, Panasonic, noch Sony mit ihren HD-fähigen Kameras mit
eigenen Ständen vertreten.
Deren Produkte waren dafür eher als Beiwerk auf
diversen Ständen der Film-Zubehör Industrie zu sehen, als
Demonstrationsobjekte quasi. Omnipräsent in Kombination mit etlichen
Wandlern, Fokussierhilfen, Steadicam-Derivaten und anderem Support- die
neuesten HDV-Kameras von Sony, JVC oder Canon, aber auch die DVCPro HVX
200 von Panasonic.
Filmkameras
|

Aaton Super 16 Kamera
|
|

Kreisschienen
|
|

P&S Skater-Dolly |
|

Arris Nachfolger der SRIII, die 416er |
|

Kinor High-Speed HD Kamera |
Diesmal erstmals vertreten war der französische
Kamerahersteller Aaton mit seinen aktuellen produkten. Ein kleiner, aber
kompetent besetzter Stand, der den omnipresenten Eindruck, dass Kameras
nur von Moviecam (Arri-Tochter) oder Arri selbst stammen könnten, ein
wenig ausbalancierte.
Aaton präsentierte die XTR Prod, die 35-III sowie
die kleine Aaton Minima, eine extrem kleine Super 16 Kamera, die beinahe
als Amateurgerät durchgeht,- ideal für Dreharbeiten mit Handkamera, die
unauffällig verlaufen sollen..
Ebenfalls am Stand,- das
Festplatten-Tonaufnahmegerät Cantar von Aaton mit futuristischem Design
und erstklassigen technischen Parametern.
Arri hatte wieder einmal gleich im Eingangsbereich
der Halle 3 einen riesigen Stand eingerichtet, den größten vielleicht in
den zwei Messehallen, und präsentierte die wichtigsten der aktuellen
Produkte. Darunter auch die neue Arri 416, den Nachfolger der SR3 und
natürlich die D20, Arris digitales Flagschiff.
Support
Unmittelbar daneben wurden am P&S Stand
nützliche Entwicklungen gezeigt. Neben den bekannten 35er- Adaptern für
Videokameras gab es auch den Skater-Dolly- eine untraflache
Fahreinrichtung für glatte Oberflächen, sowie den kompakten Schnorchel
sowie die Weisscam- Zeitlupen-HD Kamera zu sehen.
Stativhersteller Sachtler, Cartoni oder Ronford-Baker
aber auch diverse Dolly-Hersteller wie Cinetech, Matthews, Panther,
Fisher, MovieTech zeigten ihre aktuellen Produkte.
Überraschend viele Kamerastabilisierungssysteme
gingen ins Rennen um die Gunst der Kunden. Seit die Lizenzen für das
klassische Steadicam-System ausgelaufen sind, sprießen mehr oder weniger
geniale Nachbauten aus dem Boden. 16 verschiedene Anbieter waren
allein auf der Cinec vertreten und versuchten sich durch
Alleinstellungsmerkmale oder aber günstige Preisgestaltung von der
Konkurrenz abzuheben.
Kräne
Beeindruckend auch die Vielfalt an Kamerakränen, die
teilweise in den Hallen, aber vielfach auch draußen vor dem
Eingangsbereich die imposantesten Höhenrekorde demonstrierten. Die
Tendenz, immer weniger Plattform-Kräne zu bauen, sondern auf
Remote-Schwenkköpfe zu setzen, hat sich weiter durchgesetzt. Anbieter wie
ABC, Movie-Tech, Panther, MBF, Technocrane oder Mo-Sys zeigten
Remote-Systeme in diversen Größen.
Lichttechnik
Ein breites Spektrum an Lichttechnik wurde durch
beinahe 40 verschiedene Hersteller repräsentiert. Auch in diesem Bereich
haben sich kleine, leichte Einheiten auf der Basis von LEDs weiter
verbreitet, die besonderen Eigenschaften, wie geringer Stromverbrauch,
leichtes Gewicht und geringe Wärmeentwicklung lassen die LED-Scheinwerfer
besonders im mobilen Bereich brillieren.
Die klassischen Filmscheinwerfertypen waren
natürlich ebenfalls vertreten, auch die relativ neuen Keramik-Typen von
der Firma Arri.
Was die Gestaltbarkeit des Lichtes angeht, so waren
auch diverse Filter- und Zubehöranbieter wie Rosco und Lee vertreten,
andere Firmen zeigten Reflektoren, Abdeckfahnen, Klemmen, Stative und all
die anderen Dinge, welche die Arbeit am Set leichter machen.
Filmmaterial
Kodak präsentierte am Stand den praktischen
Look-Manager, mit dem die Previsualisierung und die Kommunikation zwischen
den beteiligten Departments erheblich vereinfacht und standardisiert
werden.
Auch Orwo war mit seinen Schwarzweiß-Materialien
vertreten, Fuji war dieses Mal nicht unter den Ausstellern.
Tontechnik
Im Tonbereich hat sich seit der letzten Cinec nicht
allzu viel getan. Die üblichen Verdächtigen waren mit
Harddisk-Rekordern, Mischern, Funkstrecken sowie Angeln und Mikrofongalgen
vertreten.
Die Optimierung bestehender Systeme stand im
Vordergrund, Mikrofonhersteller suchte man vergeblich, die findet man dann
eher auf der Tonmeistertagung in Berlin.
Cinec-Awards 2006
Die begehrten Technik Auszeichnungen, die
Cinec-Awards gingen an:
Camera Technology
Arnold & Richter Cine Technik GmbH & Co. Betriebs KG:
ARRIFLEX 416 * P + S Technik GmbH: WEISSCAM HS- 1
Optics
Cooke optics Limited: 15- 40mm T2 CXX Zoom Lens * P + S Technik
GmbH: SKATER Scope
Camera Support/ Grip
Move `n Shoot GmbH: MOTORIG * Panther GmbH: Foxy Advanced Crane
Lighting Engineering
Arnold & Richter Cine Technik GmbH & Co. Betriebs KG:
ARRIMAX 18/12 * Kino Flo Inc.: VistaBeam 600
Special Award
Licht-Technik Vertriebs GmbH: LT Click & move System
Fazit
Der Besuch der diesjährigen Cinec war einmal mehr
lohnend. Wer so geballt mit aktueller Film- und Medientechnik in
Berührung kommen möchte, findet dies sonst nur in Los Angeles oder
Amsterdam vor. Auch wenn nicht alle Hersteller, die man als Besucher
erwartet hat, anwesend waren, konnte man einen hervorragenden Überblick
gewinnen und mit den Firmen in Kontakt treten. Fragen, Kritik und
Anregungen wurden interessiert beantwortet oder entgegengenommen.
Denn kaum irgendwo ist der Dialog zwischen Anwendern und Herstellern so
wichtig wie in der Filmbranche. |