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In zahlreichen Filmtiteln ist er fester, manchmal gar
einziger Bestandteil. Die Literatur, die Dichtung, aber auch die
Boulevardpresse wären ärmer ohne ihn. Kein Wunder, wenn immer wieder
in Filmszenen der Wunsch auftaucht, ihn im Bild zu zeigen, den Mond.
Doch das ist gar nicht so einfach:
Nie hängt er da, wo er soll und will man ihn in einer
Totalen zusammen mit
Gebäuden aufnehmen, ist er nur ein winziger Lichtfleck. Dabei hat man
so oft mit eigenen Augen diese riesigen runden Vollmonde gesehen. Warum
schafft die Kamera das nicht? Was ist zu tun?
Will man nur den Mond, ohne Bezug zum Drehort
aufnehmen, kann man mit einer längeren Brennweite
die gewünschte Größe und Präsenz des Mondes erzielen.
Die Probleme macht die Kombination des Mondes mit
einem Set oder Darstellern. Der Mond hinter dem Fensterkreuz, über dem
Schornstein, hinter dem verliebten Pärchen macht es den Kameraleuten
erst richtig schwer: Die Größe stimmt nie und dann schert er sich
auch nicht um Anschlüsse, ist mal hier, mal da, wandert. Kurz: er
macht nur Ärger.
Deshalb
machen routinierte Filmleute sich ihren Mond vorzugsweise selbst. Wie?
– Nun, da hat jeder ein anderes Rezept. Von gelbweißen runden
Pappscheiben, die im Motivhintergrund aufgehängt und schwach
beleuchtet werden über die Dia-Aufprojektion einer Teleaufnahme
des Mondes mit seinen Schattenstrukturen oder von hinten beleuchtete weiße
Plexiglasscheiben ist alles möglich.
Wichtig ist eine leichte Unschärfe der Kontur
und die zumeist etwas kühlere Farbtemperatur.
Außerdem spielt der richtige Winkel und eine halbwegs
realistische Platzierung im Background eine große Rolle.
Hat Kamerafrau/-mann endlich mühevoll einen
veritablen, traumhaft schönen Mond eingerichtet, kommt bestimmt
Regisseur(in) vorbei mit der Frage: "Und die Sterne?" |